Berichterstattung zu Nazi-Parolen beim TuS Holzhausen: Schwer enttäuscht

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Die erste Fußball-Mannschaft des TuS Holzhausen/Porta feierte ihren Aufstieg. In einem Video dieser Feier waren auch Nazi-Parolen zu hören.

"Ich bin 80 Jahre alt und davon 65 Jahre Mitglied im TuS Holzhausen/Porta und habe zirka drei Jahrzehnte im Vorstand mitgearbeitet und war bis zum heutigen Tage auf dem Sportplatz und den Veranstaltungen zugegen.

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Die gesamte Berichterstattung zum Thema finden Sie hier.

Während meiner langjährigen Tätigkeit sind bei keiner Vorstandssitzung, Sportfeste und Spiele auf dem Sportplatz und so weiter irgendwelche rassistische, rechtsradikale Äußerungen gefallen. Im Gegenteil: Nachdem das frühere Mutterkurheim mit Flüchtlingen belegt wurde, bin ich zusammen mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern vor Ort gewesen, um Sportler und weiter Mitglieder beitragsfrei zu werben. Darüber hinaus haben wir eine Fußballmannschaft aus Marokko (Agadir) zu einem besuch mit Spiel nach Holzhausen eingeladen. Trotz sprachlicher Probleme waren die Marokkaner so begeistert über die Gastfreundschaf,t dass der TUS vom Botschafter eine Einladung zu einer 14-tätigen Reise nach Agadir erhielt. Wir waren mit 35 Sportlern zum Gegenbesuch in Agadir.

Bei einem Sportfest haben wir über 50 schwerstbehinderte Kinder mit Betreuer zu einem kostenlosen Aufenthalt mit Bewirtung empfangen. Hierfür hat sich die Leitung vom Wittekindshof ausdrücklich bedankt.

Dies ist nur ein Teil unserer sozialen Tätigkeiten.

Nach den übertriebenen Berichterstattungen der Presse, der Stadtverwaltung Porta und Sportverband ist bei mir der Eindruck entstanden 65 Jahre in einem rassistischen Verein Mitglied gewesen zu sein. Mittlerweile werden schon Holzhauser Kinder in den Schulen gehänselt.

Ich verurteile aufs schärfste die unter Alkoholeinfluss im Video zu hörenden Parolen in der Sportheimkabine. Da bis zum heutigen Tage kein Täter/keine Täterin feststeht, gilt wohl auch für unsern Verein die Unschuldsvermutung (Artikel 28(1)). „Man ist solange als unschuldig zu behandeln, bis die Schuld bewiesen ist." Das unfairste an diesem Drama ist, dass dieses Video am 5. Mai 2019, 21:48 Uhr aufgenommen wurde und erst im September veröffentlicht wurde. Es entsteht der Eindruck, dass absichtlich dem Verein geschadet wird. Da unser Vorstand ohne große Gegenwehr noch im Augenblick unschuldige Sportler mit Trainer vom Spielbetrieb voreilig zurückgezogen hat, bin ich schwer enttäuscht und habe dem Verein meine Kündigung zugestellt.

Ich sehe die große Gefahr, dass hierdurch die AfD noch mehr Zuspruch erhält. Erinnerung: am 2. Juni 2018 wurde von Herrn Gauland die NS-Zeit als „Vogelschiss in der Geschichte" im Bundestag vor Millionen Fernsehzuschauern bezeichnet. Nach den vereinsschädigenden Kommentaren und Drohungen zu unserem Drama frage ich mich, warum wurde dieser Herr Gauland nicht direkt in Handschellen abgeführt und abgeurteilt."

Alfred Hölters, Porta Westfalica

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Berichterstattung zu Nazi-Parolen beim TuS Holzhausen: Schwer enttäuschtDie erste Fußball-Mannschaft des TuS Holzhausen/Porta feierte ihren Aufstieg. In einem Video dieser Feier waren auch Nazi-Parolen zu hören. "Ich bin 80 Jahre alt und davon 65 Jahre Mitglied im TuS Holzhausen/Porta und habe zirka drei Jahrzehnte im Vorstand mitgearbeitet und war bis zum heutigen Tage auf dem Sportplatz und den Veranstaltungen zugegen. Während meiner langjährigen Tätigkeit sind bei keiner Vorstandssitzung, Sportfeste und Spiele auf dem Sportplatz und so weiter irgendwelche rassistische, rechtsradikale Äußerungen gefallen. Im Gegenteil: Nachdem das frühere Mutterkurheim mit Flüchtlingen belegt wurde, bin ich zusammen mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern vor Ort gewesen, um Sportler und weiter Mitglieder beitragsfrei zu werben. Darüber hinaus haben wir eine Fußballmannschaft aus Marokko (Agadir) zu einem besuch mit Spiel nach Holzhausen eingeladen. Trotz sprachlicher Probleme waren die Marokkaner so begeistert über die Gastfreundschaf,t dass der TUS vom Botschafter eine Einladung zu einer 14-tätigen Reise nach Agadir erhielt. Wir waren mit 35 Sportlern zum Gegenbesuch in Agadir. Bei einem Sportfest haben wir über 50 schwerstbehinderte Kinder mit Betreuer zu einem kostenlosen Aufenthalt mit Bewirtung empfangen. Hierfür hat sich die Leitung vom Wittekindshof ausdrücklich bedankt. Dies ist nur ein Teil unserer sozialen Tätigkeiten. Nach den übertriebenen Berichterstattungen der Presse, der Stadtverwaltung Porta und Sportverband ist bei mir der Eindruck entstanden 65 Jahre in einem rassistischen Verein Mitglied gewesen zu sein. Mittlerweile werden schon Holzhauser Kinder in den Schulen gehänselt. Ich verurteile aufs schärfste die unter Alkoholeinfluss im Video zu hörenden Parolen in der Sportheimkabine. Da bis zum heutigen Tage kein Täter/keine Täterin feststeht, gilt wohl auch für unsern Verein die Unschuldsvermutung (Artikel 28(1)). „Man ist solange als unschuldig zu behandeln, bis die Schuld bewiesen ist." Das unfairste an diesem Drama ist, dass dieses Video am 5. Mai 2019, 21:48 Uhr aufgenommen wurde und erst im September veröffentlicht wurde. Es entsteht der Eindruck, dass absichtlich dem Verein geschadet wird. Da unser Vorstand ohne große Gegenwehr noch im Augenblick unschuldige Sportler mit Trainer vom Spielbetrieb voreilig zurückgezogen hat, bin ich schwer enttäuscht und habe dem Verein meine Kündigung zugestellt. Ich sehe die große Gefahr, dass hierdurch die AfD noch mehr Zuspruch erhält. Erinnerung: am 2. Juni 2018 wurde von Herrn Gauland die NS-Zeit als „Vogelschiss in der Geschichte" im Bundestag vor Millionen Fernsehzuschauern bezeichnet. Nach den vereinsschädigenden Kommentaren und Drohungen zu unserem Drama frage ich mich, warum wurde dieser Herr Gauland nicht direkt in Handschellen abgeführt und abgeurteilt." Alfred Hölters, Porta Westfalica