Nicht "Helikopter", sondern verantwortungsbewusst

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Alltäglich bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Kritiker sagen, dies trage dazu bei, die Straßen vor den Schulen gefährlicher zu machen.

Alle schimpfen über die Elterntaxis. Ich möchte gerne mal aus meiner Sicht berichten. Ich habe ein Kind, das jetzt in die weiterführende Schule geht. Unser Antrag auf eine Busfahrkarte wurde abgelehnt. Wir wohnen 600 Meter zu dicht an der Schule. Ok. Mein Kind kann im Sommer mit dem Fahrrad fahren, das ist kein Problem. Aber was ist im Winter? Ist es ok, wenn ich mein Kind morgens im Dunkeln (oder bei strömenden Regen) an der Hauptstraße (ohne Radfahrweg!) und am Wald vorbei mit dem Fahrrad zur Schule schicke? Nein, das geht für mich nicht. Und das hat auch nichts mit "Helikopter" zu tun, sondern einfach nur mit normalem Verantwortungsbewusstsein! Also was mache ich? Ich bringe mein Kind morgens mit dem Auto zur Schule. Ich winke freundlich dem Bus zu, der direkt an unserem Haus vorbeifährt und fahre hinter ihm her! Umweltfreundlich? Greta wo bist Du? Ich reihe mich jetzt unfreiwillig in die Schlange der Elterntaxis ein. Ich könnte natürlich selbst eine Busfahrkarte kaufen, was aber die Familienkasse monatlich mit knapp 60 Euro belasten würde. Hinzu kommt, dass die Kinder in Porta ein ChillTicket bekommen, was bedeutet, dass die Kinder auch am Nachmittag und an den Wochenenden in Ihrer Umgebung mit Bus und Bahn fahren können. Schade, dass mein Kind nicht in diesen Genuss kommt!

Gleichberechtigung? Nein. Ich weiß nicht, ob das in der heutigen Zeit, wo die Bundeswehr umsonst Zug fahren darf, um die Umwelt zu schonen noch zeitgemäß ist. Also betreibe ich mein Elterntaxi weiter! Schade, dass es hier an den Bestimmungen und an den Einsparungen unseres Landes scheitert, etwas für die Kinder und für die Umwelt zu tun!

Sina Brand, Porta Westfalica

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Nicht "Helikopter", sondern verantwortungsbewusstAlltäglich bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Kritiker sagen, dies trage dazu bei, die Straßen vor den Schulen gefährlicher zu machen. Alle schimpfen über die Elterntaxis. Ich möchte gerne mal aus meiner Sicht berichten. Ich habe ein Kind, das jetzt in die weiterführende Schule geht. Unser Antrag auf eine Busfahrkarte wurde abgelehnt. Wir wohnen 600 Meter zu dicht an der Schule. Ok. Mein Kind kann im Sommer mit dem Fahrrad fahren, das ist kein Problem. Aber was ist im Winter? Ist es ok, wenn ich mein Kind morgens im Dunkeln (oder bei strömenden Regen) an der Hauptstraße (ohne Radfahrweg!) und am Wald vorbei mit dem Fahrrad zur Schule schicke? Nein, das geht für mich nicht. Und das hat auch nichts mit "Helikopter" zu tun, sondern einfach nur mit normalem Verantwortungsbewusstsein! Also was mache ich? Ich bringe mein Kind morgens mit dem Auto zur Schule. Ich winke freundlich dem Bus zu, der direkt an unserem Haus vorbeifährt und fahre hinter ihm her! Umweltfreundlich? Greta wo bist Du? Ich reihe mich jetzt unfreiwillig in die Schlange der Elterntaxis ein. Ich könnte natürlich selbst eine Busfahrkarte kaufen, was aber die Familienkasse monatlich mit knapp 60 Euro belasten würde. Hinzu kommt, dass die Kinder in Porta ein ChillTicket bekommen, was bedeutet, dass die Kinder auch am Nachmittag und an den Wochenenden in Ihrer Umgebung mit Bus und Bahn fahren können. Schade, dass mein Kind nicht in diesen Genuss kommt! Gleichberechtigung? Nein. Ich weiß nicht, ob das in der heutigen Zeit, wo die Bundeswehr umsonst Zug fahren darf, um die Umwelt zu schonen noch zeitgemäß ist. Also betreibe ich mein Elterntaxi weiter! Schade, dass es hier an den Bestimmungen und an den Einsparungen unseres Landes scheitert, etwas für die Kinder und für die Umwelt zu tun! Sina Brand, Porta Westfalica