Informationsquellen prüfen

veröffentlicht

Die Aussagen von Clemens Tönnies ziehen noch immer eine Diskussion nach sich.

Keine Frage, das Bevölkerungswachstum Afrikas ist ein Problem. Tönnies hat in seiner Aussage aber impliziert, dass Afrikaner mehr Kinder bekommen, weil sie zu viel schnackseln. Das Bild des ständig kopulierenden Afrikaners ist nun aber unbestritten rassistisch. Es gibt nämlich keinerlei Hinweis darauf, dass Afrikaner mehr Sex haben als Europäer. Für die erhöhte Kinderzahl gibt es andere wissenschaftlich fundierte Gründe.

Wir müssen zurzeit sehr darauf achten, von wem wir Infos aufnehmen. Der im Leserbrief zitierte Heinsohn ist kein Klimaexperte, sondern Professor für Sozialpädagogik im Ruhestand. 2017 durfte ich ihn live in seinem Vortrag „GRENZENLOSE MIGRATION?“ erleben. Sogar mir als Laien war damals aufgefallen, dass die Daten wirr und einseitig zusammengefriemelt waren. Deswegen fragte ich nach bei einem echten Experten für Migration, Professor J. Oltmer, Uni Osnabrück. Seine Einschätzung: „Herr Heinsohn neigt zu steilen Thesen, die dann mit Daten, die auf nicht immer nachvollziehbare Weise zusammengestellt sind, untermauert werden, vor allem mit Bezug auf Bevölkerungswachstum, Migration und gegen Muslime. Er wird gern von rechtslastigen Blogs und Internet-Seiten zitiert“.

In dem Vortrag schlug Heinsohn auch einen Bund der Nordsee Anrainer als Alternative zur EU vor - und somit den Austritt Deutschlands aus der EU. Bleiben da noch Fragen zur politischen Ausrichtung offen? Seine Auslassungen zur Sahelzone erscheinen mir mit diesem Wissen doch sehr eindimensional.

Nadine Thies,

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Informationsquellen prüfenDie Aussagen von Clemens Tönnies ziehen noch immer eine Diskussion nach sich. Keine Frage, das Bevölkerungswachstum Afrikas ist ein Problem. Tönnies hat in seiner Aussage aber impliziert, dass Afrikaner mehr Kinder bekommen, weil sie zu viel schnackseln. Das Bild des ständig kopulierenden Afrikaners ist nun aber unbestritten rassistisch. Es gibt nämlich keinerlei Hinweis darauf, dass Afrikaner mehr Sex haben als Europäer. Für die erhöhte Kinderzahl gibt es andere wissenschaftlich fundierte Gründe. Wir müssen zurzeit sehr darauf achten, von wem wir Infos aufnehmen. Der im Leserbrief zitierte Heinsohn ist kein Klimaexperte, sondern Professor für Sozialpädagogik im Ruhestand. 2017 durfte ich ihn live in seinem Vortrag „GRENZENLOSE MIGRATION?“ erleben. Sogar mir als Laien war damals aufgefallen, dass die Daten wirr und einseitig zusammengefriemelt waren. Deswegen fragte ich nach bei einem echten Experten für Migration, Professor J. Oltmer, Uni Osnabrück. Seine Einschätzung: „Herr Heinsohn neigt zu steilen Thesen, die dann mit Daten, die auf nicht immer nachvollziehbare Weise zusammengestellt sind, untermauert werden, vor allem mit Bezug auf Bevölkerungswachstum, Migration und gegen Muslime. Er wird gern von rechtslastigen Blogs und Internet-Seiten zitiert“. In dem Vortrag schlug Heinsohn auch einen Bund der Nordsee Anrainer als Alternative zur EU vor - und somit den Austritt Deutschlands aus der EU. Bleiben da noch Fragen zur politischen Ausrichtung offen? Seine Auslassungen zur Sahelzone erscheinen mir mit diesem Wissen doch sehr eindimensional. Nadine Thies,