An den Fakten vorbei

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Die Mindener Bäume, gerade im Glacis zu sehen, leiden unter dem Wetter. Das MT berichtete.

Mindens Bäume leiden in der Tat, aber nicht wegen angeblichem Niederschlagsmangel, der seit Beginn diesen Jahres herrschen soll, sondern wegen der exorbitant niedrigen Regenmengen in der Hauptvegetationszeit des Jahres 2018 (Mai bis September), die von mir in Meißen gemessen wurde, welche lediglich 159 Millimeter auf den Quadratmeter betrug.

Das 30-jährige, an gleicher Stelle gemessene Mittel beträgt hingegen 350 Millimeter Niederschlag auf den Quadratmeter, der von Mindens Bäumen bis 2017 offenbar wenig Anlass zu Stress geboten hat. Wenn aber nur 45% der sonst üblichen Regenmengen fällt, von der nur ein Bruchteil die Wurzel erreicht, weil ein Großteil des Regens in den Blättern und Nadeln hängen bleibt oder nur den nicht durchwurzelten Oberboden benetzt und für die Bäume unerreichbar wieder verdunstet, dann sinken die biochemischen Prozess lebensbedrohlich ab oder brechen zusammen, was sich am Laub- und Nadelkleid der Bäume widerspiegelt oder deren Absterben zur Folge hat.

Dass seit Jahresbeginn 2019 wiederrum eine Trockenheit herrscht, manche Zeitungsautoren nutzen hier sogar das Wort „Dürre“, zeugt eher vom Gefühltem, als dass die Realität herangezogen wäre, denn die Fakten sehen ganz anders aus.

Das 30-jährige Mittel (aktuell) an Niederschlägen des jeweils ersten Halbjahres beträgt 357 Millimeter je Quadratmeter und die Regenmenge des ersten Halbjahres 2019 betrug an selber Stelle gemessen 359,5 Millimeter. Und wegen der angeblichen „Dürre“, die aktuell für Aufregung sorgt, liefere ich die Fakten für den Monat Juli hierzu auch.

Das 30-jährige Mittel für diesen Monat beträgt 76 Millimeter und der in diesem Jahr gemessene Regen beträgt allen Horrormeldungen zum Trotz 70 Millimeter je Quadratmeter (in 2018 jedoch nur 30,5 mm).

Am Monatsende August 2019 wird bereits der Jahresniederschlag 2018 erreicht sein, der lediglich 501 Millimeter umfasst. Der Jahresneiderschlag 2019 wird mit ziemlicher Sicherheit das langjährige Mittel von 300 Jahren erreichen.

Geradezu nichts im Vergleich zum langjährigen Mittel gegenüber dem Niederschlagsgeschehen dieses Jahres lässt eine Neigung (= Klima) erkennen, dass sich irgendwas in den aufgezeigten Zeiträumen geändert hätte.

Auch das permanente „Trompeten“, dass die Starkregentendenz drastisch steigt, was die Menschen in Angst und Schrecken hält, geht an den Fakten der hiesigen Region völlig vorbei, denn Starkregen wurde von mir in 1989-1998 an 12 Tagen, in 1999-2008 an 13 Tagen und in 2009-2018 an 11 Tagen gemessen; dieses Faktum wird die heimische Bevölkerung sicher wieder beruhigen.

Die Hysterie, die die Klima-Apostel und die freitäglichen Schulschwänzer verbreiten, geht zumindest in der hiesigen Region die Regenmenge betreffend an den Fakten völlig vorbei.

Die Mindener Bäume, die wegen des extremen Regendefizits in der langjährigen Wachstumsphase den Todesstoß bekommen haben, werden demnächst und in den kommenden Jahren aus dem Stadtbild verschwinden oder als Baumleichen vereinzelt noch längere Zeit sichtbar bleiben.

Dietrich Wolter, Minden

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An den Fakten vorbeiDie Mindener Bäume, gerade im Glacis zu sehen, leiden unter dem Wetter. Das MT berichtete. Mindens Bäume leiden in der Tat, aber nicht wegen angeblichem Niederschlagsmangel, der seit Beginn diesen Jahres herrschen soll, sondern wegen der exorbitant niedrigen Regenmengen in der Hauptvegetationszeit des Jahres 2018 (Mai bis September), die von mir in Meißen gemessen wurde, welche lediglich 159 Millimeter auf den Quadratmeter betrug. Das 30-jährige, an gleicher Stelle gemessene Mittel beträgt hingegen 350 Millimeter Niederschlag auf den Quadratmeter, der von Mindens Bäumen bis 2017 offenbar wenig Anlass zu Stress geboten hat. Wenn aber nur 45% der sonst üblichen Regenmengen fällt, von der nur ein Bruchteil die Wurzel erreicht, weil ein Großteil des Regens in den Blättern und Nadeln hängen bleibt oder nur den nicht durchwurzelten Oberboden benetzt und für die Bäume unerreichbar wieder verdunstet, dann sinken die biochemischen Prozess lebensbedrohlich ab oder brechen zusammen, was sich am Laub- und Nadelkleid der Bäume widerspiegelt oder deren Absterben zur Folge hat. Dass seit Jahresbeginn 2019 wiederrum eine Trockenheit herrscht, manche Zeitungsautoren nutzen hier sogar das Wort „Dürre“, zeugt eher vom Gefühltem, als dass die Realität herangezogen wäre, denn die Fakten sehen ganz anders aus. Das 30-jährige Mittel (aktuell) an Niederschlägen des jeweils ersten Halbjahres beträgt 357 Millimeter je Quadratmeter und die Regenmenge des ersten Halbjahres 2019 betrug an selber Stelle gemessen 359,5 Millimeter. Und wegen der angeblichen „Dürre“, die aktuell für Aufregung sorgt, liefere ich die Fakten für den Monat Juli hierzu auch. Das 30-jährige Mittel für diesen Monat beträgt 76 Millimeter und der in diesem Jahr gemessene Regen beträgt allen Horrormeldungen zum Trotz 70 Millimeter je Quadratmeter (in 2018 jedoch nur 30,5 mm). Am Monatsende August 2019 wird bereits der Jahresniederschlag 2018 erreicht sein, der lediglich 501 Millimeter umfasst. Der Jahresneiderschlag 2019 wird mit ziemlicher Sicherheit das langjährige Mittel von 300 Jahren erreichen. Geradezu nichts im Vergleich zum langjährigen Mittel gegenüber dem Niederschlagsgeschehen dieses Jahres lässt eine Neigung (= Klima) erkennen, dass sich irgendwas in den aufgezeigten Zeiträumen geändert hätte. Auch das permanente „Trompeten“, dass die Starkregentendenz drastisch steigt, was die Menschen in Angst und Schrecken hält, geht an den Fakten der hiesigen Region völlig vorbei, denn Starkregen wurde von mir in 1989-1998 an 12 Tagen, in 1999-2008 an 13 Tagen und in 2009-2018 an 11 Tagen gemessen; dieses Faktum wird die heimische Bevölkerung sicher wieder beruhigen. Die Hysterie, die die Klima-Apostel und die freitäglichen Schulschwänzer verbreiten, geht zumindest in der hiesigen Region die Regenmenge betreffend an den Fakten völlig vorbei. Die Mindener Bäume, die wegen des extremen Regendefizits in der langjährigen Wachstumsphase den Todesstoß bekommen haben, werden demnächst und in den kommenden Jahren aus dem Stadtbild verschwinden oder als Baumleichen vereinzelt noch längere Zeit sichtbar bleiben. Dietrich Wolter, Minden