Unfaires Verhalten

veröffentlicht

Die Büchertauschbörse Kutenhausen soll geschlossen werden. Das MT berichtete mehrfach.

„Man muss nicht alles so genau verstehen, lesen genügt auch“ (Kurt Tucholsky)

Heute wollte ich der Büchertauschbörse Kutenhausen zum zehnten Geburtstag gratulieren. Geschlossen? Dazu gab es einen Artikel im MT vom 15. Juli. Worum ging es?

Auf einem Foto ein staubiger Teil der kleinen Bücherei, den ich gar nicht kannte. Und die Bücher auf dem Foto : „Plötz Drittes Reich“ und „Rage“ von Sandra Brown. Was sollte damit ausgesagt werden? Was für eine staubige und unschöne Bildkomposition… Dabei hätte man so viele Reihen aktuelle und anspruchsvolle Literatur fotografieren können, wenn man denn unbeeinflusst durch den Heimatverein an die Sache herangegangen wäre. „Durch die Wand“ hieß der Artikel. Mit dem Kopf durch die Wand? Eine Anspielung darauf, dass das Ehepaar Biere dieses Paradies für Bücherfreunde erhalten will? Oder auf die Wand, die mit einem halben Tag Arbeit entfernt werden könnte, um so dem Brandschutz Genüge zu tun?

Ich rief bei Bieres an, um mich zu erkundigen,was mit der Jubiläumsfeier sei. „Nichts,“ war seine Antwort. Wir verabredeten uns an der Bücherei. Die Bücherei war hell, aufgeräumt und freundlich. Keine alten oder verstaubten Werke. Frage an Herrn Biere, ob er bei dem Pressetermin als Verantwortlicher eigentlich dabei gewesen sei. „Natürlich nicht. Da waren nur Vorstandsmitglieder des Heimatvereins dabei.“

Da lädt ein Verein die Lokalzeitung ein, um eine ungeklärte Situation in die Öffentlichkeit zu zerren, um damit Tatsachen zu schaffen und Herrn Biere ein aggressives Verhalten zu unterstellen. Das ist keine faire Vereinsarbeit und auch kein sauberer Lokaljournalismus.

Was wird aus den musikalischen Veranstaltungen, den Tucholsky- und Kästner-Lesungen? Dem kulturellen Programm? Da sollte der Heimatverein mit dem etwas angestaubten Namen reflektieren, was „Heimat“ heute noch bedeuten kann.

„Ein vernünftiges Wort zur rechten Stunde hilft fast immer, und man kann sich weit mehr mit seinen Gegnern aussprechen, als man gemeinhin denkt“ (Kurt Tucholsky)

Wiebke Sundergeld, Minden

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Unfaires VerhaltenDie Büchertauschbörse Kutenhausen soll geschlossen werden. Das MT berichtete mehrfach. „Man muss nicht alles so genau verstehen, lesen genügt auch“ (Kurt Tucholsky) Heute wollte ich der Büchertauschbörse Kutenhausen zum zehnten Geburtstag gratulieren. Geschlossen? Dazu gab es einen Artikel im MT vom 15. Juli. Worum ging es? Auf einem Foto ein staubiger Teil der kleinen Bücherei, den ich gar nicht kannte. Und die Bücher auf dem Foto : „Plötz Drittes Reich“ und „Rage“ von Sandra Brown. Was sollte damit ausgesagt werden? Was für eine staubige und unschöne Bildkomposition… Dabei hätte man so viele Reihen aktuelle und anspruchsvolle Literatur fotografieren können, wenn man denn unbeeinflusst durch den Heimatverein an die Sache herangegangen wäre. „Durch die Wand“ hieß der Artikel. Mit dem Kopf durch die Wand? Eine Anspielung darauf, dass das Ehepaar Biere dieses Paradies für Bücherfreunde erhalten will? Oder auf die Wand, die mit einem halben Tag Arbeit entfernt werden könnte, um so dem Brandschutz Genüge zu tun? Ich rief bei Bieres an, um mich zu erkundigen,was mit der Jubiläumsfeier sei. „Nichts,“ war seine Antwort. Wir verabredeten uns an der Bücherei. Die Bücherei war hell, aufgeräumt und freundlich. Keine alten oder verstaubten Werke. Frage an Herrn Biere, ob er bei dem Pressetermin als Verantwortlicher eigentlich dabei gewesen sei. „Natürlich nicht. Da waren nur Vorstandsmitglieder des Heimatvereins dabei.“ Da lädt ein Verein die Lokalzeitung ein, um eine ungeklärte Situation in die Öffentlichkeit zu zerren, um damit Tatsachen zu schaffen und Herrn Biere ein aggressives Verhalten zu unterstellen. Das ist keine faire Vereinsarbeit und auch kein sauberer Lokaljournalismus. Was wird aus den musikalischen Veranstaltungen, den Tucholsky- und Kästner-Lesungen? Dem kulturellen Programm? Da sollte der Heimatverein mit dem etwas angestaubten Namen reflektieren, was „Heimat“ heute noch bedeuten kann. „Ein vernünftiges Wort zur rechten Stunde hilft fast immer, und man kann sich weit mehr mit seinen Gegnern aussprechen, als man gemeinhin denkt“ (Kurt Tucholsky) Wiebke Sundergeld, Minden