Affront gegenüber dem Ehrenamt

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In Kutenhausen soll die gut besuchte Büchertauschbörse recht unvermittelt, aus Brandschutzgründen, schließen. Das MT berichtete mehrfach.

Bürgerschaftliches Engagement ist ein nie zu hoch angesetztes Gut und nie eine Selbstverständlichkeit. Durch Zufall bin ich vor ein paar Jahren nach Kutenhausen zu einer Lesung mit musikalischer Begleitung in das Heimathaus in Kutenhausen gekommen. Der Abend war hervorragend und offensichtlich waren die Veranstaltungen, die Herr Rolf Biere, seine Frau und seine Helfer hier anboten, schon weit bekannt. Das Haus war – wie immer - ausverkauft. Später bin auch ich noch oft dorthin gefahren.

Da ich mich über 20 Jahre in meiner Heimatstadt für kulturelle Belange eingesetzt habe und dafür sogar das Bundesverdienstkreuz bekam, bin ich sozusagen „amtlich“ kulturell vorbelastet. So habe ich auch die Veranstaltungen im Heimathaus in Kutenhausen als etwas ganz Besonderes einschätzen können. Die Qualität war hoch und der Einsatz all der ehrenamtliche Helfer unglaublich. Nun droht die Schließung dieser wunderbaren Bücherstube aus Feuerschutzgründen. Wie kann das sein, nach einer zunächst geförderten Existenz von nahezu 10 Jahren? Wurden alle Möglichkeiten der Rettung geprüft ? Ein Ende der Büchertauschbörse und damit auch das Ende der Veranstaltungen im Heimathaus wären ein Affront, sowohl dem bürgerschaftlichen Ehrenamt gegenüber, als auch gegenüber den Menschen, die hier etwas ganz Besonderes auf hohem Niveau erleben möchten. Ganz bestimmt wäre es aber ein schlechtes Zeugnis für alle diejenigen, die dazu beitragen würden.

Teda Wellmer, Lemgo

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Affront gegenüber dem EhrenamtIn Kutenhausen soll die gut besuchte Büchertauschbörse recht unvermittelt, aus Brandschutzgründen, schließen. Das MT berichtete mehrfach. Bürgerschaftliches Engagement ist ein nie zu hoch angesetztes Gut und nie eine Selbstverständlichkeit. Durch Zufall bin ich vor ein paar Jahren nach Kutenhausen zu einer Lesung mit musikalischer Begleitung in das Heimathaus in Kutenhausen gekommen. Der Abend war hervorragend und offensichtlich waren die Veranstaltungen, die Herr Rolf Biere, seine Frau und seine Helfer hier anboten, schon weit bekannt. Das Haus war – wie immer - ausverkauft. Später bin auch ich noch oft dorthin gefahren. Da ich mich über 20 Jahre in meiner Heimatstadt für kulturelle Belange eingesetzt habe und dafür sogar das Bundesverdienstkreuz bekam, bin ich sozusagen „amtlich“ kulturell vorbelastet. So habe ich auch die Veranstaltungen im Heimathaus in Kutenhausen als etwas ganz Besonderes einschätzen können. Die Qualität war hoch und der Einsatz all der ehrenamtliche Helfer unglaublich. Nun droht die Schließung dieser wunderbaren Bücherstube aus Feuerschutzgründen. Wie kann das sein, nach einer zunächst geförderten Existenz von nahezu 10 Jahren? Wurden alle Möglichkeiten der Rettung geprüft ? Ein Ende der Büchertauschbörse und damit auch das Ende der Veranstaltungen im Heimathaus wären ein Affront, sowohl dem bürgerschaftlichen Ehrenamt gegenüber, als auch gegenüber den Menschen, die hier etwas ganz Besonderes auf hohem Niveau erleben möchten. Ganz bestimmt wäre es aber ein schlechtes Zeugnis für alle diejenigen, die dazu beitragen würden. Teda Wellmer, Lemgo