Spezial setzt Boulevardstil die Krone auf

veröffentlicht

Betr: Themenspezial "Hiller Morde", MT vom 15. Juli 2019

Voller Verwunderung und Erstaunen las ich heute die Ausgabe des Mindener Tageblattes. Das sogenannte „Spezial“ zu den grausamen und menschenverachteten Morden in Hille setzt den Boulevardstil in der Berichterstattung der brutalen Verbrechen nicht nur fort, sondern am Ende auch noch die Krone auf. Die vorhergegangenen Berichte und Fotos bewegten sich zum Teil zwischen pietätlos und inhaltsleer, jedoch konnte man aufgrund der, zum Glück, wenigen Gewaltdelikte im Mühlenkreis diese Form der plakativen Schilderung noch einigermaßen akzeptieren und, aus Sicht des MT, versuchen zu verstehen.

Nun macht mich das „Spezial“ leider nur noch fassungslos. Die Grafiken rund um das blutverschmierte Kampfmesser wecken eventuell Neugier, allerdings werden bei den Angehörigen der Opfer höchstwahrscheinlich ganz andere Assoziationen hervorgerufen. Falls nun aber doch sensationshungrige Leser einen Überblick über die Geschehnisse erhalten möchten, können diese mit 2,99 Euro einen exklusiven Zugang zu den „Hiller-Morden“ bekommen. Gerade rechtzeitig, bevor die Urteile gesprochen werden und die Sensationslust nachlässt, kann somit nochmals der Umsatz gesteigert werden.

Warum druckt das MT nicht einen einfachen Überblick der Taten und des Prozesses in der Zeitung, in welchem bei aller Sachlichkeit in der Berichterstattung die Bestürzung über die entsetzlichen Ereignisse und die Anteilnahme der Angehörigen einen größeren Stellenwert zukommen?

Hans-Jürgen Pfister, Hille

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Spezial setzt Boulevardstil die Krone aufBetr: Themenspezial "Hiller Morde", MT vom 15. Juli 2019 Voller Verwunderung und Erstaunen las ich heute die Ausgabe des Mindener Tageblattes. Das sogenannte „Spezial“ zu den grausamen und menschenverachteten Morden in Hille setzt den Boulevardstil in der Berichterstattung der brutalen Verbrechen nicht nur fort, sondern am Ende auch noch die Krone auf. Die vorhergegangenen Berichte und Fotos bewegten sich zum Teil zwischen pietätlos und inhaltsleer, jedoch konnte man aufgrund der, zum Glück, wenigen Gewaltdelikte im Mühlenkreis diese Form der plakativen Schilderung noch einigermaßen akzeptieren und, aus Sicht des MT, versuchen zu verstehen. Nun macht mich das „Spezial“ leider nur noch fassungslos. Die Grafiken rund um das blutverschmierte Kampfmesser wecken eventuell Neugier, allerdings werden bei den Angehörigen der Opfer höchstwahrscheinlich ganz andere Assoziationen hervorgerufen. Falls nun aber doch sensationshungrige Leser einen Überblick über die Geschehnisse erhalten möchten, können diese mit 2,99 Euro einen exklusiven Zugang zu den „Hiller-Morden“ bekommen. Gerade rechtzeitig, bevor die Urteile gesprochen werden und die Sensationslust nachlässt, kann somit nochmals der Umsatz gesteigert werden. Warum druckt das MT nicht einen einfachen Überblick der Taten und des Prozesses in der Zeitung, in welchem bei aller Sachlichkeit in der Berichterstattung die Bestürzung über die entsetzlichen Ereignisse und die Anteilnahme der Angehörigen einen größeren Stellenwert zukommen? Hans-Jürgen Pfister, Hille