Klarstellungen

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Betr.: Leserbrief "Das ist meine Kirche", MT vom 6. Juli

Ihr an mich gerichteter Brief im Mindener Tageblatt bezüglich meines Leserbriefes zum 37. Evangelischen Kirchentag, indem ich meine Sorge um die Zukunft unseres christlichen Glaubens und die Ansicht eines namhaften Theologen über die nicht akzeptablen Verhaltensweisen der Verantwortlichen der Evangelischen Kirche zum Ausdruck bringe, bedarf einiger Klarstellungen. Niemand – auch ich nicht – kann akzeptieren, dass das Mittelmeer zum Massengrab von afrikanischen Flüchtlingen wird, gleichwohl sind dafür nicht die Europäer, wie Sie behaupten, sondern die kriminellen Schlepperbanden verantwortlich zu machen, die – vornehmlich junge Menschen – unter bewusst falschen Versprechungen in überfüllte, keineswegs für größere Überfahrten geeignete, nicht seetaugliche Schlauchboote packen und – nachdem sie den bedauernswerten Menschen auch noch die letzten Geldbeträge abgenommen haben - bewusst in den Tod schicken. Darüber würde Jesus Christus – um im Terminus Ihrer Stellungnahme zu bleiben – die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Fordern würde er – und das ist bisher in der Tat von der internationalen Gemeinschaft versäumt worden - vor Ort dafür zu sorgen, lebenswerte Verhältnisse zu schaffen, um dem kriminellen Treiben verantwortungsloser Verbrecher, die inzwischen ein Millionengeschäft machen, das Handwerk zu legen. Natürlich ist es Aufgabe der Kapitäne (und übrigens internationales Recht) von im Mittelmeer kreuzenden Schiffen, Schiffbrüchige aufzunehmen. Sie aber bewusst – anstatt sie an den Einschiffungs-Ort zurückzubringen - in Häfen von Ländern und Inseln abzusetzen, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, ist eine Verletzung bestehenden Rechts. Selbst Wolfgang Schäuble hat jüngst in einem Interview der Bildzeitung diese Art der von Medien und auch von Ihnen hochgelobten humanitären Flüchtlingsrettung als falsches Signal an die Adresse der Schlepperbanden bezeichnet. Und noch Eines zur Klarstellung: Ich bin kein Mitglied der AfD, halte es aber für unerträglich, diese demokratisch gewählte Partei pauschal – so wie Sie es auch wieder getan haben – als Volksverhetzungs-Partei zu beschimpfen, anstatt sich mit ihr in Diskussionen auseinanderzusetzen. Etwas vollmündig, wie ich finde, behaupten Sie „Das ist meine Kirche“, obwohl sie sich mit ihrem EKD-Vorsitzenden mit kriminellen Schleppern ablichten, ihren Glauben durch das Verstecken des Kreuzes in Moscheen verleugnet und zu ernsthaften Diskussionen mit Andersdenkenden nicht bereit und dabei ist, mit solchen Verhaltensweisen unseren christlichen Glauben zu unterhöhlen. Mag sein, dass das „Ihre Kirche ist“, für viele ernsthaft besorgte Christen jedenfalls ist sie es nicht, sie – und auch ich – fordern eine Rückbesinnung auf das, was sie nach dem Evangelium sein sollte: Ein unerschrockener, nicht dem Zeitgeist angepasster Verkündiger des christlichen Glaubens.

Günter Böker, Hille

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KlarstellungenBetr.: Leserbrief "Das ist meine Kirche", MT vom 6. Juli Ihr an mich gerichteter Brief im Mindener Tageblatt bezüglich meines Leserbriefes zum 37. Evangelischen Kirchentag, indem ich meine Sorge um die Zukunft unseres christlichen Glaubens und die Ansicht eines namhaften Theologen über die nicht akzeptablen Verhaltensweisen der Verantwortlichen der Evangelischen Kirche zum Ausdruck bringe, bedarf einiger Klarstellungen. Niemand – auch ich nicht – kann akzeptieren, dass das Mittelmeer zum Massengrab von afrikanischen Flüchtlingen wird, gleichwohl sind dafür nicht die Europäer, wie Sie behaupten, sondern die kriminellen Schlepperbanden verantwortlich zu machen, die – vornehmlich junge Menschen – unter bewusst falschen Versprechungen in überfüllte, keineswegs für größere Überfahrten geeignete, nicht seetaugliche Schlauchboote packen und – nachdem sie den bedauernswerten Menschen auch noch die letzten Geldbeträge abgenommen haben - bewusst in den Tod schicken. Darüber würde Jesus Christus – um im Terminus Ihrer Stellungnahme zu bleiben – die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Fordern würde er – und das ist bisher in der Tat von der internationalen Gemeinschaft versäumt worden - vor Ort dafür zu sorgen, lebenswerte Verhältnisse zu schaffen, um dem kriminellen Treiben verantwortungsloser Verbrecher, die inzwischen ein Millionengeschäft machen, das Handwerk zu legen. Natürlich ist es Aufgabe der Kapitäne (und übrigens internationales Recht) von im Mittelmeer kreuzenden Schiffen, Schiffbrüchige aufzunehmen. Sie aber bewusst – anstatt sie an den Einschiffungs-Ort zurückzubringen - in Häfen von Ländern und Inseln abzusetzen, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, ist eine Verletzung bestehenden Rechts. Selbst Wolfgang Schäuble hat jüngst in einem Interview der Bildzeitung diese Art der von Medien und auch von Ihnen hochgelobten humanitären Flüchtlingsrettung als falsches Signal an die Adresse der Schlepperbanden bezeichnet. Und noch Eines zur Klarstellung: Ich bin kein Mitglied der AfD, halte es aber für unerträglich, diese demokratisch gewählte Partei pauschal – so wie Sie es auch wieder getan haben – als Volksverhetzungs-Partei zu beschimpfen, anstatt sich mit ihr in Diskussionen auseinanderzusetzen. Etwas vollmündig, wie ich finde, behaupten Sie „Das ist meine Kirche“, obwohl sie sich mit ihrem EKD-Vorsitzenden mit kriminellen Schleppern ablichten, ihren Glauben durch das Verstecken des Kreuzes in Moscheen verleugnet und zu ernsthaften Diskussionen mit Andersdenkenden nicht bereit und dabei ist, mit solchen Verhaltensweisen unseren christlichen Glauben zu unterhöhlen. Mag sein, dass das „Ihre Kirche ist“, für viele ernsthaft besorgte Christen jedenfalls ist sie es nicht, sie – und auch ich – fordern eine Rückbesinnung auf das, was sie nach dem Evangelium sein sollte: Ein unerschrockener, nicht dem Zeitgeist angepasster Verkündiger des christlichen Glaubens. Günter Böker, Hille