Respektlos und oberlehrerhaft

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Betr.: Starkes Symbol, MT vom 5. Juli

Es ist wirklich schade, diese scheinbare Lehrstunde des kommunalpolitischen Fremdschämens nicht miterlebt zu haben. Und es ist traurig, mit welcher Arroganz sich der Ausschussvorsitzende Ulrich Luckner den Jugendlichen zuwandte. Was wollte er mit seiner an Verhöre erinnernden Fragerei bezwecken? Angriffsflächen suchen, die Schüler einschüchtern? In diesem Gremium Fragen nach dem privaten Umweltverhalten zu stellen ist respektlos und oberlehrerhaft, unprofessionell noch dazu. Schön, dass der Schüler hier einhakte. Dieser Vorfall und der weitere Fortgang der Ausschusssitzung kann junge Leute nur davor abschrecken sich politisch zu engagieren. Und das sollte nicht der Fall sein. Denn die Mitglieder der Ausschüsse und des Stadtrats sind überdurchschnittlich zu alt. Die Interessen von jungen Menschen und Familien werden auf allen politischen Ebenen nur unzureichend vertreten. Das muss sich ändern. Ein erster Anfang könnte sein, dass sich die stark ritualisierten Arbeitsformen der Ausschüsse öffnen müssen.

Sven Panthöfer, Minden

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Respektlos und oberlehrerhaftBetr.: Starkes Symbol, MT vom 5. Juli Es ist wirklich schade, diese scheinbare Lehrstunde des kommunalpolitischen Fremdschämens nicht miterlebt zu haben. Und es ist traurig, mit welcher Arroganz sich der Ausschussvorsitzende Ulrich Luckner den Jugendlichen zuwandte. Was wollte er mit seiner an Verhöre erinnernden Fragerei bezwecken? Angriffsflächen suchen, die Schüler einschüchtern? In diesem Gremium Fragen nach dem privaten Umweltverhalten zu stellen ist respektlos und oberlehrerhaft, unprofessionell noch dazu. Schön, dass der Schüler hier einhakte. Dieser Vorfall und der weitere Fortgang der Ausschusssitzung kann junge Leute nur davor abschrecken sich politisch zu engagieren. Und das sollte nicht der Fall sein. Denn die Mitglieder der Ausschüsse und des Stadtrats sind überdurchschnittlich zu alt. Die Interessen von jungen Menschen und Familien werden auf allen politischen Ebenen nur unzureichend vertreten. Das muss sich ändern. Ein erster Anfang könnte sein, dass sich die stark ritualisierten Arbeitsformen der Ausschüsse öffnen müssen. Sven Panthöfer, Minden