Minden braucht den RegioPort nicht

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Betr.: Meilenstein und Zankapfel, MT vom 1. Juli

Der Geschäftsführer der MEW sagte am Montag bei der Eröffnungsveranstaltung des umstrittenen Containerhafens, der neue RegioPort sei nötig, da der alte Hafen bereits aus allen Nähten platzt. Man schlage bereits 2018 die Menge an Containern um, die für 2023 prognostiziert wurden. Diese mit Stolz vorgetragenen Aussagen liefern ein wichtiges Argument gegen die Errichtung des visionären RegioPort Containerhafens am Mittellandkanal. Die politische Entscheidung zur Planung und Bau des RegioPort wurde mit dem gleichen Argument geführt: der jetzige Containerhafen kommt an seine Kapazitätsgrenzen und wird aufgrund des prognostizierten Wachstums 2012 „platzen". Die Entscheider aus Politik und Verwaltung haben sich in den Jahren 2007 bis 2009 auf die Prognosewerte und die Aussagen des Geschäftsführers verlassen und für den RegioPort entschieden.

Nun haben wir bereits Mitte 2019. Im Jahr 2012 ist in Minden kein Hafen geplatzt und es ist sogar so, dass der jetzige Hafen in der Lage ist, den Containerumschlag abzuwickeln, der für 2023 vorausgesagt wurde. Laut Geschäftsführer der MEW wäre aber 2012 bereits Schluss gewesen, Kapazitätsgrenze erreicht. Traurige Containerschiffer hätten enttäuscht abgewiesen werden müssen. Herr Schmidt widerlegt mit seiner Aussage also die Argumentation, die zu der Entscheidung zum Bau des RegioPort geführt hat. Der aktuelle Containerhafen kann entgegen der ursprünglichen Aussage die aktuellen und mindestens die für die nächsten vier Jahre prognostizierten Containerumschläge abwickeln und wahrscheinlich auch noch mehr. Ein RegioPort ist dazu gar nicht nötig; er ist ja noch nicht in Betrieb. Konsequenz: Keine! Stattdessen wurde trotz Protesten und Gerichtsurteilen einfach gebaut und Fakten geschaffen, 30 Millionen an Steuergeldern investiert für ein extrem fragwürdiges Vorhaben mit ebenso fragwürdigen Mitteln.

Alle an der Entscheidung pro RegioPort beteiligten Personen sollten sich einmal fragen, ob sie sich richtig informiert fühlen, ob sie damals richtig entschieden haben und ob die Prognose, auf dem die Planung beruht, korrekte Werte enthält – Antwort: dem ist nicht so!

Wer den RegioPort immer noch unkritisch für notwendig und richtig geplant hält, für den ist die Erde eine Scheibe. Fahren Sie ruhig weiter mit dem Schiff bei Sekt und Schnittchen und lassen sich dabei wie auf einer Kaffeefahrt vom Verkäufer Schmidt die Vorteile seines Produkts RegioPort erklären. Kostenlos dazu bekommt man noch Bürgerinitiativen-Bashing der untersten Schublade von Herrn Schmidt und Herrn Ferlemann (MDB), nervös, hilflos und armselig.

Uwe Tönsing, Bückeburg

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Minden braucht den RegioPort nichtBetr.: Meilenstein und Zankapfel, MT vom 1. Juli Der Geschäftsführer der MEW sagte am Montag bei der Eröffnungsveranstaltung des umstrittenen Containerhafens, der neue RegioPort sei nötig, da der alte Hafen bereits aus allen Nähten platzt. Man schlage bereits 2018 die Menge an Containern um, die für 2023 prognostiziert wurden. Diese mit Stolz vorgetragenen Aussagen liefern ein wichtiges Argument gegen die Errichtung des visionären RegioPort Containerhafens am Mittellandkanal. Die politische Entscheidung zur Planung und Bau des RegioPort wurde mit dem gleichen Argument geführt: der jetzige Containerhafen kommt an seine Kapazitätsgrenzen und wird aufgrund des prognostizierten Wachstums 2012 „platzen". Die Entscheider aus Politik und Verwaltung haben sich in den Jahren 2007 bis 2009 auf die Prognosewerte und die Aussagen des Geschäftsführers verlassen und für den RegioPort entschieden. Nun haben wir bereits Mitte 2019. Im Jahr 2012 ist in Minden kein Hafen geplatzt und es ist sogar so, dass der jetzige Hafen in der Lage ist, den Containerumschlag abzuwickeln, der für 2023 vorausgesagt wurde. Laut Geschäftsführer der MEW wäre aber 2012 bereits Schluss gewesen, Kapazitätsgrenze erreicht. Traurige Containerschiffer hätten enttäuscht abgewiesen werden müssen. Herr Schmidt widerlegt mit seiner Aussage also die Argumentation, die zu der Entscheidung zum Bau des RegioPort geführt hat. Der aktuelle Containerhafen kann entgegen der ursprünglichen Aussage die aktuellen und mindestens die für die nächsten vier Jahre prognostizierten Containerumschläge abwickeln und wahrscheinlich auch noch mehr. Ein RegioPort ist dazu gar nicht nötig; er ist ja noch nicht in Betrieb. Konsequenz: Keine! Stattdessen wurde trotz Protesten und Gerichtsurteilen einfach gebaut und Fakten geschaffen, 30 Millionen an Steuergeldern investiert für ein extrem fragwürdiges Vorhaben mit ebenso fragwürdigen Mitteln. Alle an der Entscheidung pro RegioPort beteiligten Personen sollten sich einmal fragen, ob sie sich richtig informiert fühlen, ob sie damals richtig entschieden haben und ob die Prognose, auf dem die Planung beruht, korrekte Werte enthält – Antwort: dem ist nicht so! Wer den RegioPort immer noch unkritisch für notwendig und richtig geplant hält, für den ist die Erde eine Scheibe. Fahren Sie ruhig weiter mit dem Schiff bei Sekt und Schnittchen und lassen sich dabei wie auf einer Kaffeefahrt vom Verkäufer Schmidt die Vorteile seines Produkts RegioPort erklären. Kostenlos dazu bekommt man noch Bürgerinitiativen-Bashing der untersten Schublade von Herrn Schmidt und Herrn Ferlemann (MDB), nervös, hilflos und armselig. Uwe Tönsing, Bückeburg