Nächstenliebe betrifft Alltag und globale Prozesse

veröffentlicht

Betr.: Leserbrief "Quo vadis evangelische Kirche", MT vom 29. Juni

Hat Präses Annette Kurschus sich mit der AfD auseinandergesetzt? Ich denke ja. Die Frage ist, ob der Schreiber des Leserbriefes es getan hat. Und zwar nicht nur mit dem weichgespülten Wahlprogramm, sondern auch mit den Hintergründen. Ich bin froh, das die evangelische Kirche mein Zuhause ist und Farbe bekennt. Einer Partei, wo die Bundestagsabgeordneten mit Hand auf dem Herzen vor dem Führerbunker posieren, die Ausländer und Migranten als Gesinde bezeichnen, kann und darf nicht ein Forum gegeben werden auf einem Kirchentag. Und ja, die Kirche muss politisch werden in solchen Fällen. Sie muss sich klar positionieren, damit ich weiß, das ich dort gut aufgehoben bin. Zum Leidwesen des Schreibers wird die Welt nun mal bunter, queerer und internationaler. Das gefällt nicht jedem, aber können wir das ändern? Ich glaube nicht. Unter dem Aspekt der Nächstenliebe, die der Schreiber so gerne anführt, meint er wohl den Satz: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Das kann ich nicht erkennen bei einer Partei, die solche Ausdrücke benutzt. Und jeder, der sich mit solch einer Partei identifiziert, oder sie wählt, dem spreche ich die Nächstenliebe ab.

Nächstenliebe muss im Alltag stattfinden und in globalen Prozessen, weil die Welt nun mal globaler wird. Davor kann man nicht die Augen verschließen. So wie vor den Naziverbrechen, die die AfD auch leugnet. Vielleicht sollte sich der Schreiber an Dietrich Bonhoeffer erinnern und was mit ihm passiert ist und warum…

Mein Kollege Dr. Jörg Bade schreibt in dem nebenstehenden Leserbrief: Böse Worte gebären irgendwann böse Taten…so ist es leider auch, wie man im Fall Lübcke sieht. Bei der Gedenkminute im bayrischen Landtag blieb ein AfD-Abgeordneter sitzen. Was gibt es da noch zu sagen ?

Bettina Fischer, Hille

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Nächstenliebe betrifft Alltag und globale ProzesseBetr.: Leserbrief "Quo vadis evangelische Kirche", MT vom 29. Juni Hat Präses Annette Kurschus sich mit der AfD auseinandergesetzt? Ich denke ja. Die Frage ist, ob der Schreiber des Leserbriefes es getan hat. Und zwar nicht nur mit dem weichgespülten Wahlprogramm, sondern auch mit den Hintergründen. Ich bin froh, das die evangelische Kirche mein Zuhause ist und Farbe bekennt. Einer Partei, wo die Bundestagsabgeordneten mit Hand auf dem Herzen vor dem Führerbunker posieren, die Ausländer und Migranten als Gesinde bezeichnen, kann und darf nicht ein Forum gegeben werden auf einem Kirchentag. Und ja, die Kirche muss politisch werden in solchen Fällen. Sie muss sich klar positionieren, damit ich weiß, das ich dort gut aufgehoben bin. Zum Leidwesen des Schreibers wird die Welt nun mal bunter, queerer und internationaler. Das gefällt nicht jedem, aber können wir das ändern? Ich glaube nicht. Unter dem Aspekt der Nächstenliebe, die der Schreiber so gerne anführt, meint er wohl den Satz: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Das kann ich nicht erkennen bei einer Partei, die solche Ausdrücke benutzt. Und jeder, der sich mit solch einer Partei identifiziert, oder sie wählt, dem spreche ich die Nächstenliebe ab. Nächstenliebe muss im Alltag stattfinden und in globalen Prozessen, weil die Welt nun mal globaler wird. Davor kann man nicht die Augen verschließen. So wie vor den Naziverbrechen, die die AfD auch leugnet. Vielleicht sollte sich der Schreiber an Dietrich Bonhoeffer erinnern und was mit ihm passiert ist und warum… Mein Kollege Dr. Jörg Bade schreibt in dem nebenstehenden Leserbrief: Böse Worte gebären irgendwann böse Taten…so ist es leider auch, wie man im Fall Lübcke sieht. Bei der Gedenkminute im bayrischen Landtag blieb ein AfD-Abgeordneter sitzen. Was gibt es da noch zu sagen ? Bettina Fischer, Hille