Heuchlerisches Urteil

veröffentlicht

Betr.: Ein Ende des Kükentötens ist absehbar, MT vom14. Juni

Geradezu heuchlerisch ist das Urteil des Bundesverwaltungsgericht. Da werden Tierschutzbelange in den Vordergrund gestellt und trotzdem der Tötungsindustrie weiterhin erlaubt, unschuldige Tiere grausam hinzurichten. Hier wurde nicht Recht gesprochen, sondern ein bestehendes Gesetz klar und eindeutig gebrochen. Nicht von irgendjemand, sondern von einem deutschen Gericht. Auch die Feststellung von Frau Heinen-Esser, dass die Geschlechtsbestimmung der Eier auf dem Weg der Serienreife ist, ändert nichts an dem Skandalurteil. Denn seit Jahren wird das Töten der männlichen Küken beanstandet. Da hatte die Tötungsindustrie ausreichend Zeit, Alternativen zur Geschlechtsbestimmung zu entwickeln. Traurig ist auch, dass das Gericht nicht einen Endtermin der Tötungsmaschinerie bestimmt hat. Die weise Feststellung von Frau Klöckner, dass der Verbraucher es in der Hand habe, zu Eiern zu greifen, die ohne Kükentöten erzeugt wurden, kann ich nicht nachvollziehen. Wie, bitte schön, soll der Verbraucher das feststellen? Zumindest sind auf den Eierkartons keine entsprechenden Hinweise enthalten. Aber vielleicht geht’s ja auch mit Kaffeesatz lesen. Ich jedenfalls kaufe die benötigten Eier auf dem Bauernhof oder beim Schuster in Friedewalde. Da weiß ich, was ich bekomme.

Rainer Nobbe, Minden

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Heuchlerisches UrteilBetr.: Ein Ende des Kükentötens ist absehbar, MT vom14. Juni Geradezu heuchlerisch ist das Urteil des Bundesverwaltungsgericht. Da werden Tierschutzbelange in den Vordergrund gestellt und trotzdem der Tötungsindustrie weiterhin erlaubt, unschuldige Tiere grausam hinzurichten. Hier wurde nicht Recht gesprochen, sondern ein bestehendes Gesetz klar und eindeutig gebrochen. Nicht von irgendjemand, sondern von einem deutschen Gericht. Auch die Feststellung von Frau Heinen-Esser, dass die Geschlechtsbestimmung der Eier auf dem Weg der Serienreife ist, ändert nichts an dem Skandalurteil. Denn seit Jahren wird das Töten der männlichen Küken beanstandet. Da hatte die Tötungsindustrie ausreichend Zeit, Alternativen zur Geschlechtsbestimmung zu entwickeln. Traurig ist auch, dass das Gericht nicht einen Endtermin der Tötungsmaschinerie bestimmt hat. Die weise Feststellung von Frau Klöckner, dass der Verbraucher es in der Hand habe, zu Eiern zu greifen, die ohne Kükentöten erzeugt wurden, kann ich nicht nachvollziehen. Wie, bitte schön, soll der Verbraucher das feststellen? Zumindest sind auf den Eierkartons keine entsprechenden Hinweise enthalten. Aber vielleicht geht’s ja auch mit Kaffeesatz lesen. Ich jedenfalls kaufe die benötigten Eier auf dem Bauernhof oder beim Schuster in Friedewalde. Da weiß ich, was ich bekomme. Rainer Nobbe, Minden