Konzerntransparenz gegen Steuerflucht!

veröffentlicht

Betr.: US-Internet-Riesen im Visier, MT vom 5. Juni

Viele Menschen in Europa sind wütend, dass Konzerne wie Apple oder Google in der EU häufig weniger als ein Prozent Steuern auf ihre Gewinne entrichten. Ein Bäcker oder Handwerker zahlt hingegen oft bis zu 30 Prozent Steuern, und bei der Krankenschwester oder dem Kassierer wird die Steuer direkt vom Lohn einbehalten.

Es gibt einen einfachen Vorschlag, Licht in diesen steuerpolitischen Darkroom der Konzerne in Europa zu bringen: Konzerne, die international tätig sind, sollten für jedes Land ausweisen, wie hoch ihre Gewinne, ihre Umsätze, die Zahl ihrer Beschäftigten und die bezahlten Steuern sind. Machen sie in einem Land hohe Gewinne, zahlen aber kaum Steuern, ist dies ein Hinweis, dass sie Gewinne über Ländergrenzen verschieben. Eine öffentliche Berichtspflicht der Konzerne muss herbeigeführt werden.

Aber nicht nur Steueroasen wie Luxemburg, Irland und andere Länder, auch der deutsche Finanzminister blockiert. Die Daten sollen nach dem Willen des deutschen Finanzministers nur zwischen den Steuerbehörden ausgetauscht werden. Ich verstehe ja, dass Konzerne kein Interesse daran haben, dass ihre Steuertricks sichtbar werden. Aber ein Finanzminister sollte daran Interesse haben; denn er muss die Interessen der übrigen Steuerzahler schützen.

Ich jedenfalls berücksichtige bei meinen Einkäufen den deutschen Einzelhandel und gehe solchen Skandalträgern wie Amazon und anderen "nicht auf den Leim"!

Peter Dreier, Minden

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Konzerntransparenz gegen Steuerflucht!Betr.: US-Internet-Riesen im Visier, MT vom 5. Juni Viele Menschen in Europa sind wütend, dass Konzerne wie Apple oder Google in der EU häufig weniger als ein Prozent Steuern auf ihre Gewinne entrichten. Ein Bäcker oder Handwerker zahlt hingegen oft bis zu 30 Prozent Steuern, und bei der Krankenschwester oder dem Kassierer wird die Steuer direkt vom Lohn einbehalten. Es gibt einen einfachen Vorschlag, Licht in diesen steuerpolitischen Darkroom der Konzerne in Europa zu bringen: Konzerne, die international tätig sind, sollten für jedes Land ausweisen, wie hoch ihre Gewinne, ihre Umsätze, die Zahl ihrer Beschäftigten und die bezahlten Steuern sind. Machen sie in einem Land hohe Gewinne, zahlen aber kaum Steuern, ist dies ein Hinweis, dass sie Gewinne über Ländergrenzen verschieben. Eine öffentliche Berichtspflicht der Konzerne muss herbeigeführt werden. Aber nicht nur Steueroasen wie Luxemburg, Irland und andere Länder, auch der deutsche Finanzminister blockiert. Die Daten sollen nach dem Willen des deutschen Finanzministers nur zwischen den Steuerbehörden ausgetauscht werden. Ich verstehe ja, dass Konzerne kein Interesse daran haben, dass ihre Steuertricks sichtbar werden. Aber ein Finanzminister sollte daran Interesse haben; denn er muss die Interessen der übrigen Steuerzahler schützen. Ich jedenfalls berücksichtige bei meinen Einkäufen den deutschen Einzelhandel und gehe solchen Skandalträgern wie Amazon und anderen "nicht auf den Leim"! Peter Dreier, Minden