Das Machbare umsetzen

veröffentlicht

Betr.: Porta verschiebt den Notstand, MT vom 5. Juni

Es ist zu begrüßen und anzuerkennen, wenn Menschen Fehlentwicklungen korrigieren wollen. Es stellt sich nun die Frage, wie das mit dem Ausrufen des Klimanotstandes erreicht werden kann. Da müssen schon konkrete Maßnahmen genannt werden, und zwar zuerst die von Menschen gemachten. Da wären: Insektensterben und Plastikmüll.

Um das Insektensterben zu beenden, müsste man nur die giftigen Spritzmittel verbieten und die geförderten Monokulturen für Bio-Sprit beseitigen. Auch die öffentliche Beleuchtung mit der überbordenden Reklame ist unermeßliche Lichtverschmutzung (fünftgrößter Energieverbraucher der Welt), die für das massenhafte Sterben von irritierten Insekten verantwortlich ist (ARTE am 7. Juni, 1h50). Die heute gepriesenen Projekte wie Blumensamen zu verteilen oder Seitenstreifen von Straßen nicht mehr abzurasieren, sind doch nur die übliche Augenwischerei. Auch das Abholzen von Regenwald für Palmölplantagen zu verhindern, wäre die Maßnahme, um die Artenvielfalt zu bewahren.

Weiterhin dürften unsere Bauern nicht mehr dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt werden, der sie zwingt, umweltschädlich zu handeln. Bei einem Aufenthalt in der Oberpfalz Ende Mai fiel mir auf, dass die Wiesen mit Blumen bereits gemäht und öde grüne Wüsten entstanden waren. Früher wurde das Gras nach seiner Blüte erst Mitte bis Ende Juni gemäht! Der Plastikmüll ließe sich mit einer hohen Steuer auf sein Grundmaterial erheblich eindämmen. Aber um all die geschilderten Unzulänglichkeiten zu beenden, braucht man einen starken Willen. Doch an ihm fehlt es, weil man sich mit den Mächtigen der Konzerne nicht anlegen will. Dass Dinge machbar sind, zeigt das ineffektive Verbot von Glühlampen. Aber daran waren gewisse Kreise interessiert, denn es bringt Umsatz.

Konstanz hat als Stadt des Klimanotstands das traditionelle Seenachtsfest abgeschafft. Welche Veranstaltungen und energiefressende Ereignisse werden nun wohl in Porta nicht mehr stattfinden? Dies dürfte zu interessanten Diskussionen führen. Und welche liebgewonnenen Bequemlichkeiten werden auf der Strecke bleiben?

Unser eigentliches Problem zum Überleben, die Übervölkerung, bleibt eisern ausgeblendet. So hat sich unter anderem die Bevölkerung von Uganda in den letzten 60 Jahren versechsfacht! Eigenartig! Deutschland hat die doppelte Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer wie Frankreich. 20 Millionen Einwohner weniger in Deutschland würde manchen Konflikt vermeiden!

Udo Knau, Minden

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Das Machbare umsetzenBetr.: Porta verschiebt den Notstand, MT vom 5. Juni Es ist zu begrüßen und anzuerkennen, wenn Menschen Fehlentwicklungen korrigieren wollen. Es stellt sich nun die Frage, wie das mit dem Ausrufen des Klimanotstandes erreicht werden kann. Da müssen schon konkrete Maßnahmen genannt werden, und zwar zuerst die von Menschen gemachten. Da wären: Insektensterben und Plastikmüll. Um das Insektensterben zu beenden, müsste man nur die giftigen Spritzmittel verbieten und die geförderten Monokulturen für Bio-Sprit beseitigen. Auch die öffentliche Beleuchtung mit der überbordenden Reklame ist unermeßliche Lichtverschmutzung (fünftgrößter Energieverbraucher der Welt), die für das massenhafte Sterben von irritierten Insekten verantwortlich ist (ARTE am 7. Juni, 1h50). Die heute gepriesenen Projekte wie Blumensamen zu verteilen oder Seitenstreifen von Straßen nicht mehr abzurasieren, sind doch nur die übliche Augenwischerei. Auch das Abholzen von Regenwald für Palmölplantagen zu verhindern, wäre die Maßnahme, um die Artenvielfalt zu bewahren. Weiterhin dürften unsere Bauern nicht mehr dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt werden, der sie zwingt, umweltschädlich zu handeln. Bei einem Aufenthalt in der Oberpfalz Ende Mai fiel mir auf, dass die Wiesen mit Blumen bereits gemäht und öde grüne Wüsten entstanden waren. Früher wurde das Gras nach seiner Blüte erst Mitte bis Ende Juni gemäht! Der Plastikmüll ließe sich mit einer hohen Steuer auf sein Grundmaterial erheblich eindämmen. Aber um all die geschilderten Unzulänglichkeiten zu beenden, braucht man einen starken Willen. Doch an ihm fehlt es, weil man sich mit den Mächtigen der Konzerne nicht anlegen will. Dass Dinge machbar sind, zeigt das ineffektive Verbot von Glühlampen. Aber daran waren gewisse Kreise interessiert, denn es bringt Umsatz. Konstanz hat als Stadt des Klimanotstands das traditionelle Seenachtsfest abgeschafft. Welche Veranstaltungen und energiefressende Ereignisse werden nun wohl in Porta nicht mehr stattfinden? Dies dürfte zu interessanten Diskussionen führen. Und welche liebgewonnenen Bequemlichkeiten werden auf der Strecke bleiben? Unser eigentliches Problem zum Überleben, die Übervölkerung, bleibt eisern ausgeblendet. So hat sich unter anderem die Bevölkerung von Uganda in den letzten 60 Jahren versechsfacht! Eigenartig! Deutschland hat die doppelte Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer wie Frankreich. 20 Millionen Einwohner weniger in Deutschland würde manchen Konflikt vermeiden! Udo Knau, Minden