Nicht nachvollziehbar

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Betr: Börse auf, Börse zu, MT vom 3. Juni

Es brennt mir etwas unter den Nägeln, ich verfolge mit besonderem Interesse die Berichterstattung über die abrupte Schließung der Bücher-Tauschbörse im Heimathaus Kutenhausen. Man muss sich manchmal nur wundern, was so alles möglich ist. Mein „Wundern“ hat sich sehr schnell in „Fassungslosigkeit“ geändert. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, die die „Bieres“ mit so viel Herzblut all die Jahren ausgeübt haben, soll es nicht mehr geben? Nicht nachvollziehbar. Leider sind ja auch die Gäste für die Bücherstube und dem einmal im Monat stattfindenden Spiele-Abend schmerzlich betroffen.

Dazu zähle auch ich mich. Ich wohne in Stemmer, bin seit drei Jahren Witwe und bin sehr offen für Kontakte. Die Gelegenheit, Kontakte in kurzer Nähe zu meinem Wohnort zu knüpfen, nutze ich noch nicht so lange. Ich habe mich, zusammen mit meiner Schwägerin aus der Ecke Minden-Kuhlenkamp, die ich dann zum Spiele-Abend immer abhole, hier immer sehr wohl gefühlt. Die Freude aller Senioren an diesem Spiele-Abend ist sehr gut zu spüren. Es wird hier mit allen Teilnehmern – manche schon mit einigen körperlichen wie auch geistigen Einschränkungen – respekt- und würdevoll umgegangen. Es werden heute Mehr-Generationen-Häuser geplant, um uns „Alten“ nicht zu isolieren. Die Aufkündigung dieser Treffen ist aus meiner Sicht ein unnötiger Schritt zurück. Eines sollte niemand vergessen, es kommt für manchen schneller, aus der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden, als ihm lieb ist.

Argumente wie Brandschutz-Auflagen hören sich ja erst einmal auch sehr dramatisch an. Die Bücher-Tauschbörse wird nun bereits seit zehn Jahren liebevoll von dem Ehepaar Biere betreut. Warum hat der Vorstand mit dem Ehepaar Biere kein respektvolles und sachlich geführtes Gespräch geführt. Ich bin auch schon lange Jahre ehrenamtlich in Vereinen tätig. Eine „Abservierung“ in dieser Form kann ich nicht als respektvoll bezeichnen. Ich würde mich, wäre ich Vorstandsmitglied beim Heimathaus, schon fragen, ob es für die Außendarstellung nicht besser gewesen wäre, dieses Problem in fairer Art zu lösen. Ich kann nur sagen, dass sich die meisten Besucher der Bücher-Tauschbörse für das Ehepaar Biere einen anderen Verlauf gewünscht hätten.

Es steht ja auch noch die Frage im Raum: Was passiert mit den in zehn Jahren gesammelten 22.000 Büchern, die umgehend ausgeräumt werden sollen? Muss hier wertvolle Literatur kurzfristig vernichtet werden?

Gudrun Schäffer, Minden

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Nicht nachvollziehbarBetr: Börse auf, Börse zu, MT vom 3. Juni Es brennt mir etwas unter den Nägeln, ich verfolge mit besonderem Interesse die Berichterstattung über die abrupte Schließung der Bücher-Tauschbörse im Heimathaus Kutenhausen. Man muss sich manchmal nur wundern, was so alles möglich ist. Mein „Wundern“ hat sich sehr schnell in „Fassungslosigkeit“ geändert. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, die die „Bieres“ mit so viel Herzblut all die Jahren ausgeübt haben, soll es nicht mehr geben? Nicht nachvollziehbar. Leider sind ja auch die Gäste für die Bücherstube und dem einmal im Monat stattfindenden Spiele-Abend schmerzlich betroffen. Dazu zähle auch ich mich. Ich wohne in Stemmer, bin seit drei Jahren Witwe und bin sehr offen für Kontakte. Die Gelegenheit, Kontakte in kurzer Nähe zu meinem Wohnort zu knüpfen, nutze ich noch nicht so lange. Ich habe mich, zusammen mit meiner Schwägerin aus der Ecke Minden-Kuhlenkamp, die ich dann zum Spiele-Abend immer abhole, hier immer sehr wohl gefühlt. Die Freude aller Senioren an diesem Spiele-Abend ist sehr gut zu spüren. Es wird hier mit allen Teilnehmern – manche schon mit einigen körperlichen wie auch geistigen Einschränkungen – respekt- und würdevoll umgegangen. Es werden heute Mehr-Generationen-Häuser geplant, um uns „Alten“ nicht zu isolieren. Die Aufkündigung dieser Treffen ist aus meiner Sicht ein unnötiger Schritt zurück. Eines sollte niemand vergessen, es kommt für manchen schneller, aus der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden, als ihm lieb ist. Argumente wie Brandschutz-Auflagen hören sich ja erst einmal auch sehr dramatisch an. Die Bücher-Tauschbörse wird nun bereits seit zehn Jahren liebevoll von dem Ehepaar Biere betreut. Warum hat der Vorstand mit dem Ehepaar Biere kein respektvolles und sachlich geführtes Gespräch geführt. Ich bin auch schon lange Jahre ehrenamtlich in Vereinen tätig. Eine „Abservierung“ in dieser Form kann ich nicht als respektvoll bezeichnen. Ich würde mich, wäre ich Vorstandsmitglied beim Heimathaus, schon fragen, ob es für die Außendarstellung nicht besser gewesen wäre, dieses Problem in fairer Art zu lösen. Ich kann nur sagen, dass sich die meisten Besucher der Bücher-Tauschbörse für das Ehepaar Biere einen anderen Verlauf gewünscht hätten. Es steht ja auch noch die Frage im Raum: Was passiert mit den in zehn Jahren gesammelten 22.000 Büchern, die umgehend ausgeräumt werden sollen? Muss hier wertvolle Literatur kurzfristig vernichtet werden? Gudrun Schäffer, Minden