Die Macht der freundlichen Frage

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Betr. Kommentar "Peinlicher Kleinkrieg" und Porta verschiebt den Notstand, MT vom 5. Juni

Die Erwartung, dass eine seriöse Zeitung wie das Mindener Tageblatt unabhängig und überparteilich ist, wird jeden Morgen aufs Neue erfüllt. Umso wohltuender, wenn das MT immer dann deutlich Partei ergreift, wenn es um unsere Abhängigkeit vom Planeten Erde geht. Über Monate hinweg erfahren wir von zahlreichen Maßnahmen zum Klimaschutz auf verschiedenen Ebenen. Aber auch davon, wie sie an Parteienkalkül scheitern. Insofern Danke für Berichterstattung und Kommentar zum abgeschmetterten Anliegen, in Porta den Klimanotstand zu erklären.

Deutlich wird: Die Sachlage zwingt jeden Einzelnen von uns, den ganz persönlichen Klimanotstand für sich auszurufen. Jede unserer Entscheidungen muss der einen Frage folgen: Klimafreundlich oder nicht? Vom Einkauf und den Weg dorthin über die Balkonbegrünung bis zur Planung des nächsten Urlaubs. Doch es geht noch weiter. Ohne einer verbissenen „Ökodiktatur“ das Wort zu reden, vertrete ich die Ansicht, dass es für uns konfliktgeschulte Erwachsene höchste Zeit ist, eine Variante zur kraftvollen Friday für Future Bewegung beizusteuern: Die Macht der freundlichen Frage! Trauen wir uns, unseren Mitmenschen einmal anzusprechen, wenn sein Motor beim Eisschlecken im geräumigen Auto bei geöffnetem Wagenfenster und eingeschalteter Klimaanlage läuft. Fragen wir am Obststand den Kunden neben uns mit allem Anstand, ob die zwei Äpfel auch ohne Plastiktüte zur Kasse gelangen könnten und verwickeln wir unsere Nachbarin an der Steingabione ihres Gartens in ein lebendiges Gespräch über Artenvielfalt.

Jeder Einzelne von uns hat Verantwortung. Und Möglichkeiten. Die freundliche Frage ist eine davon.

Carola Beck, Minden

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Die Macht der freundlichen FrageBetr. Kommentar "Peinlicher Kleinkrieg" und Porta verschiebt den Notstand, MT vom 5. Juni Die Erwartung, dass eine seriöse Zeitung wie das Mindener Tageblatt unabhängig und überparteilich ist, wird jeden Morgen aufs Neue erfüllt. Umso wohltuender, wenn das MT immer dann deutlich Partei ergreift, wenn es um unsere Abhängigkeit vom Planeten Erde geht. Über Monate hinweg erfahren wir von zahlreichen Maßnahmen zum Klimaschutz auf verschiedenen Ebenen. Aber auch davon, wie sie an Parteienkalkül scheitern. Insofern Danke für Berichterstattung und Kommentar zum abgeschmetterten Anliegen, in Porta den Klimanotstand zu erklären. Deutlich wird: Die Sachlage zwingt jeden Einzelnen von uns, den ganz persönlichen Klimanotstand für sich auszurufen. Jede unserer Entscheidungen muss der einen Frage folgen: Klimafreundlich oder nicht? Vom Einkauf und den Weg dorthin über die Balkonbegrünung bis zur Planung des nächsten Urlaubs. Doch es geht noch weiter. Ohne einer verbissenen „Ökodiktatur“ das Wort zu reden, vertrete ich die Ansicht, dass es für uns konfliktgeschulte Erwachsene höchste Zeit ist, eine Variante zur kraftvollen Friday für Future Bewegung beizusteuern: Die Macht der freundlichen Frage! Trauen wir uns, unseren Mitmenschen einmal anzusprechen, wenn sein Motor beim Eisschlecken im geräumigen Auto bei geöffnetem Wagenfenster und eingeschalteter Klimaanlage läuft. Fragen wir am Obststand den Kunden neben uns mit allem Anstand, ob die zwei Äpfel auch ohne Plastiktüte zur Kasse gelangen könnten und verwickeln wir unsere Nachbarin an der Steingabione ihres Gartens in ein lebendiges Gespräch über Artenvielfalt. Jeder Einzelne von uns hat Verantwortung. Und Möglichkeiten. Die freundliche Frage ist eine davon. Carola Beck, Minden