Wertediskussion ist notwendig

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Betr.: Klimwandel und Europawahl

Die Europa- Wahl und die Trends zeigen deutlich, ein wachsender Anteil der Bevölkerung ist nicht mehr bereit, das Lavieren zum Thema Umwelt zu tolerieren. Die Regierungen in Berlin legen einen Zick-Zack-Kurs hin, von Klimakanzlerin, Aufhebung des Atomausstiegs, Aufhebung der Aufhebung, Formulieren von Klimazielen und wieder Einkassieren von Klimazielen. Das Ergebnis ist, dass die beteiligten Parteien in den Augen der Bürger zu recht die Kompetenz verloren haben, sich den künftigen Anforderungen angemessen stellen zu können. So ist es nun denkbar geworden, dass Bündnis 90/die Grünen eine zukünftige Regierung bilden werden. Das ist angemessen, wenngleich hier eine Herkulesaufgabe liegt.

Anzunehmen, dass über technische Innovationen erreicht werden kann, dass der ökologische Fußabduck der Bundesbürger von 2,5 Erden auf 1 Erde heruntergefahren werden kann, ist Unsinn. Tatsächlich wird das zu großen Teilen nur über Verzicht gehen. Um das zu erreichen, wird es zu allererst und zeitnah einer Wertediskussion bedürfen, die zum einen inhaltlich aktuelle Selbstverständlichkeiten in Frage stellen muss, und der es unbedingt gelingen muss, wieder einen positiven und wertschätzenden Blick auf unser Gemeinwesen zu finden.

In diesem Zusammenhang entlarvt sich die gesetzliche Haushaltsdisziplin als Treppenwitz, da sie damit argumentiert, zukünftigen Generationen eine Schuldenlast zu nehmen. Unverändert wird sie aber dazu führen, notwendige Finanzmittel, die aus dem Ergebnis der Wertediskussion erforderlich werden, zu blockieren, also ernstzunehmende Investitionen für die Umwelt unmöglich machen, und damit den Schaden für zukünftige Generationen vervielfachen.

Hellmut Hiese, Porta Westfalica

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Wertediskussion ist notwendigBetr.: Klimwandel und Europawahl Die Europa- Wahl und die Trends zeigen deutlich, ein wachsender Anteil der Bevölkerung ist nicht mehr bereit, das Lavieren zum Thema Umwelt zu tolerieren. Die Regierungen in Berlin legen einen Zick-Zack-Kurs hin, von Klimakanzlerin, Aufhebung des Atomausstiegs, Aufhebung der Aufhebung, Formulieren von Klimazielen und wieder Einkassieren von Klimazielen. Das Ergebnis ist, dass die beteiligten Parteien in den Augen der Bürger zu recht die Kompetenz verloren haben, sich den künftigen Anforderungen angemessen stellen zu können. So ist es nun denkbar geworden, dass Bündnis 90/die Grünen eine zukünftige Regierung bilden werden. Das ist angemessen, wenngleich hier eine Herkulesaufgabe liegt. Anzunehmen, dass über technische Innovationen erreicht werden kann, dass der ökologische Fußabduck der Bundesbürger von 2,5 Erden auf 1 Erde heruntergefahren werden kann, ist Unsinn. Tatsächlich wird das zu großen Teilen nur über Verzicht gehen. Um das zu erreichen, wird es zu allererst und zeitnah einer Wertediskussion bedürfen, die zum einen inhaltlich aktuelle Selbstverständlichkeiten in Frage stellen muss, und der es unbedingt gelingen muss, wieder einen positiven und wertschätzenden Blick auf unser Gemeinwesen zu finden. In diesem Zusammenhang entlarvt sich die gesetzliche Haushaltsdisziplin als Treppenwitz, da sie damit argumentiert, zukünftigen Generationen eine Schuldenlast zu nehmen. Unverändert wird sie aber dazu führen, notwendige Finanzmittel, die aus dem Ergebnis der Wertediskussion erforderlich werden, zu blockieren, also ernstzunehmende Investitionen für die Umwelt unmöglich machen, und damit den Schaden für zukünftige Generationen vervielfachen. Hellmut Hiese, Porta Westfalica