Sicherheit ist das Ziel

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Betr.: Leserbrief „Herdenimmunität ist das Ziel“, MT vom 21. Mai

Sehr geehrter Herr Weigel, da Sie in Ihrem Leserbrief explizit meinen Namen erwähnt haben, möchte ich Ihnen auch direkt antworten, zumal Sie um einige Richtigstellungen gebeten haben.

Zu der Studie im „Journal of Clinical Microbiology“ von November 2016, nach der bei einem Masernausbruch in Kalifornien 2015 38 Prozent der Masernfälle durch die Impfung selbst ausgelöst wurden, stelle ich klar, dass ich richtige Aussagen getroffen habe, Sie jedoch falsche. Auch bei den Fällen, die Sie als Impfreaktionen bezeichnen, ist in der Originalarbeit von Masern die Rede. Sie hätten die Arbeit sorgfältiger lesen sollen, bevor Sie mir etwas Falsches unterstellen.

Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir gerade in Hildesheim einen Todesfall hatten, der sehr viel gemeinsam hat mit genau dieser 38 Prozent-Gruppe in Kalifornien. Deshalb sollte man das nicht als einfache Impfreaktion verharmlosen, sondern sehr genau prüfen, was die kurz zuvor erfolgte Masernimpfung mit dem Tod der 30-jährigen Frau zu tun hatte.

Sie erwähnten weiterhin, dass man überall nachlesen könne, dass nach der zweiten Impfung ein Schutz zwischen 92 und 99 Prozent besteht. Solche Aussagen findet man vor allem in Werbebroschüren und medizinischen Boulevardblättern. Wissenschaftlich korrekt ist solch eine Aussage aber nicht, da sie sich nicht auf die Wirksamkeit der Impfung bezieht. Die Hersteller müssen lediglich eine Erhöhung des Antikörpertiters nachweisen und einen bestimmten Sollwert erreichen. Sie müssen nicht belegen, ob oder in welchem Ausmaß der Impfstoff eine Immunität erzeugt, also vor einer Infektion schützt. Tatsächlich weiß man eben nicht, wie gut oder schlecht eine bestimmte Impfung wirkt und wie groß die Unterschiede zwischen den verschiedenen Impfstoffen sind.

Bei anderen Medikamenten ist dies längst Standard, das „IQWiG-Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ in Köln macht dies bereits seit 2004 für Arzneimittel. Warum werden keine Impfstoffe in die Bewertung mit aufgenommen? Ich sehe hier dringenden Handlungsbedarf des Gesetzgebers.

Es ist nicht zielführend, eine „Herdenimmunität“ in den Raum zu stellen, wenn man gar nicht weiß, wie die effektive Wirksamkeit der Impfung ist. Vielleicht bewirkt ein Impfstoff nur eine Risikoabsenkung von 30 Prozent. Dann kann man impfen, soviel man will, man wird keine „Herdenimmunität“ erreichen. Aber das wissen wir nicht, weil die Hersteller von Impfstoffen eine Sonderbehandlung genießen und die Wirksamkeit ihrer Produkte nicht nachweisen müssen.

Ich bin übrigens nicht generell gegen das Impfen. Mein Impfstatus ist auf einem Stand, den ich für vernünftig halte. Ich möchte aber auf der Grundlage von aussagefähigen wissenschaftlichen Studien geimpft werden und diese Entscheidung in Absprache mit meiner Ärztin selbst treffen können. Wenn meine Ärztin mir sagen könnte: „Herr Deerberg, mit diesem Impfstoff können Sie mit einer Risikoabsenkung von 90 Prozent rechnen, Nebenwirkungen sind praktisch nicht vorhanden“, und das belegen könnte, dann würde ich mich freuen. Aber das ist heute (noch) nicht so. Im Gegenteil, die gesetzlichen Anforderungen für die Zulassung von Impfstoffen sind geradezu grotesk.

Auch deshalb stört es mich, dass der Staat übergriffig wird und meinen Körper und die meiner Kinder als sein Eigentum betrachtet. Die Regierungsparteien planen eine Impfpflicht trotz fehlenden Wirksamkeitsnachweises und ohne ersichtlichen Grund. Wir haben bereits einen hohen Impfstatus bei Masern und es gibt nur extrem wenig Todesfälle. Das Robert-Koch-Institut geht für Deutschland von einem Maserntoten pro Jahr aus, in der gleichen Zeit sterben zirka 240.000! Menschen an Krebs, und das mit steigender Tendenz.

Wenn die Reaktion der Regierung auf solche Zahlen darin besteht, eine Impfpflicht einzuführen, kann man sich sicher sein, dass sich die Lage nicht bessern wird.

Dieses Gesetz schützt keine Menschen, sondern nützt vor allem der Pharmaindustrie.

Christian Deerberg, Minden

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Sicherheit ist das ZielBetr.: Leserbrief „Herdenimmunität ist das Ziel“, MT vom 21. Mai Sehr geehrter Herr Weigel, da Sie in Ihrem Leserbrief explizit meinen Namen erwähnt haben, möchte ich Ihnen auch direkt antworten, zumal Sie um einige Richtigstellungen gebeten haben. Zu der Studie im „Journal of Clinical Microbiology“ von November 2016, nach der bei einem Masernausbruch in Kalifornien 2015 38 Prozent der Masernfälle durch die Impfung selbst ausgelöst wurden, stelle ich klar, dass ich richtige Aussagen getroffen habe, Sie jedoch falsche. Auch bei den Fällen, die Sie als Impfreaktionen bezeichnen, ist in der Originalarbeit von Masern die Rede. Sie hätten die Arbeit sorgfältiger lesen sollen, bevor Sie mir etwas Falsches unterstellen. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir gerade in Hildesheim einen Todesfall hatten, der sehr viel gemeinsam hat mit genau dieser 38 Prozent-Gruppe in Kalifornien. Deshalb sollte man das nicht als einfache Impfreaktion verharmlosen, sondern sehr genau prüfen, was die kurz zuvor erfolgte Masernimpfung mit dem Tod der 30-jährigen Frau zu tun hatte. Sie erwähnten weiterhin, dass man überall nachlesen könne, dass nach der zweiten Impfung ein Schutz zwischen 92 und 99 Prozent besteht. Solche Aussagen findet man vor allem in Werbebroschüren und medizinischen Boulevardblättern. Wissenschaftlich korrekt ist solch eine Aussage aber nicht, da sie sich nicht auf die Wirksamkeit der Impfung bezieht. Die Hersteller müssen lediglich eine Erhöhung des Antikörpertiters nachweisen und einen bestimmten Sollwert erreichen. Sie müssen nicht belegen, ob oder in welchem Ausmaß der Impfstoff eine Immunität erzeugt, also vor einer Infektion schützt. Tatsächlich weiß man eben nicht, wie gut oder schlecht eine bestimmte Impfung wirkt und wie groß die Unterschiede zwischen den verschiedenen Impfstoffen sind. Bei anderen Medikamenten ist dies längst Standard, das „IQWiG-Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ in Köln macht dies bereits seit 2004 für Arzneimittel. Warum werden keine Impfstoffe in die Bewertung mit aufgenommen? Ich sehe hier dringenden Handlungsbedarf des Gesetzgebers. Es ist nicht zielführend, eine „Herdenimmunität“ in den Raum zu stellen, wenn man gar nicht weiß, wie die effektive Wirksamkeit der Impfung ist. Vielleicht bewirkt ein Impfstoff nur eine Risikoabsenkung von 30 Prozent. Dann kann man impfen, soviel man will, man wird keine „Herdenimmunität“ erreichen. Aber das wissen wir nicht, weil die Hersteller von Impfstoffen eine Sonderbehandlung genießen und die Wirksamkeit ihrer Produkte nicht nachweisen müssen. Ich bin übrigens nicht generell gegen das Impfen. Mein Impfstatus ist auf einem Stand, den ich für vernünftig halte. Ich möchte aber auf der Grundlage von aussagefähigen wissenschaftlichen Studien geimpft werden und diese Entscheidung in Absprache mit meiner Ärztin selbst treffen können. Wenn meine Ärztin mir sagen könnte: „Herr Deerberg, mit diesem Impfstoff können Sie mit einer Risikoabsenkung von 90 Prozent rechnen, Nebenwirkungen sind praktisch nicht vorhanden“, und das belegen könnte, dann würde ich mich freuen. Aber das ist heute (noch) nicht so. Im Gegenteil, die gesetzlichen Anforderungen für die Zulassung von Impfstoffen sind geradezu grotesk. Auch deshalb stört es mich, dass der Staat übergriffig wird und meinen Körper und die meiner Kinder als sein Eigentum betrachtet. Die Regierungsparteien planen eine Impfpflicht trotz fehlenden Wirksamkeitsnachweises und ohne ersichtlichen Grund. Wir haben bereits einen hohen Impfstatus bei Masern und es gibt nur extrem wenig Todesfälle. Das Robert-Koch-Institut geht für Deutschland von einem Maserntoten pro Jahr aus, in der gleichen Zeit sterben zirka 240.000! Menschen an Krebs, und das mit steigender Tendenz. Wenn die Reaktion der Regierung auf solche Zahlen darin besteht, eine Impfpflicht einzuführen, kann man sich sicher sein, dass sich die Lage nicht bessern wird. Dieses Gesetz schützt keine Menschen, sondern nützt vor allem der Pharmaindustrie. Christian Deerberg, Minden