Wie eine kleine Katastrophe

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Betr. „Die Glasfaser-Frage“, MT vom 9. Mai

Insgesamt scheint mir der Masterplan des Kreises zum Breitbandausbau in Planung, Aufbau und Durchführung wie eine kleine Katastrophe in der Verwaltung: Wie kann so ein zentrales und wichtiges Infrastruktur-Thema der Zukunft, das landauf und landab diskutiert wird, nur so stiefmütterlich verfolgt werden?

Ich bin als Bewohner des Hiller Ortsteiles Mindenerwald selbst doppelt betroffen: Zum einen das der Ortsteil offiziell vom Breitbandausbau ausgenommen ist (siehe Bericht) und zum anderen, dass es keine Informationen gibt, wie und was kommen wird!

Zusammen mit anderen Anwohnern haben wir 2017 die „Initiative Breitband Mindenerwald“ ins Leben gerufen und auch eine Online-Petition gestartet: Ende 2017 wurde der Ergebnisbericht zur Petition mit insgesamt 194 Teilnehmern persönlich in einem Gespräch an der Bürgermeister der Gemeinde Hille übergeben und auch dem Breitbandbeauftragten des Kreises Minden-Lübbecke zur Verfügung gestellt. Ende 2018 erfolgte dann auch noch ein persönlicher Brief an den Landrat. Eine Reaktion oder Information seitens Kommune bzw. Kreis, die eingefordert wurde, erfolgte bis heute nicht! Aber das scheint ja mittlerweile so üblich zu sein, auf Sorgen, Nöte und Bedürfnisse der Bürger nicht einzugehen (siehe auch MT-Bericht „Das große Schweigen“ vom 11. Mai 2019).

Im Bericht wird auf das Kernproblem der Versorgung beziehungsweise besser Nichtversorgung des Siedlungsgebietes „Mindenerwald“ nur kurz eingegangen, deshalb hier einmal eine genauere Erläuterung: In 2014 gab es schon einmal einen Maßnahmenplan zur Breitbandversorgung in der Gemeinde Hille. Hier hat ein privater Anbieter eine Fördersumme im sechsstelligen Bereich bekommen um eine Versorgung des betroffenen Gebietes mit einer Bandbreite von bis zu 16 MBit/s zu realisieren. Dieses Versorgungsziel scheint wohl nicht erreicht worden zu sein, nach meinen Informationen gibt es seit letztem Jahr keinen Kunden mehr, der eine Vertragsbeziehung zu diesem Anbieter unterhält!

Gerade dieser Anbieter hat im Zuge des Masterplans aber eine Versorgung unseres Wohngebietes mit 30 Mbit/s gemeldet. Dieser Wert scheint offenbar ungeprüft in den Masterplan des Kreises übernommen worden zu sein und in der Folge davon ist Mindenerwald von der aktuellen Breitband-Förderung ausgenommen und damit der berühmte „weiße Fleck“ auf der Karte zum Breitbandausbau!

Liegt hier vielleicht ein Versagen der „Masterplaner“ oder die Verschwendung von Fördergeldern vor?

Es wurde früh genug auf diesen Umstand hingewiesen. Eine handfeste Information oder Reaktion erfolgte nicht, so dass wir als Bewohner des Hiller Ortsteils Mindenerwald bis zum heutigen Tage um unsere digitale Zukunft fürchten müssen. Hier geht es nicht nur um stotterfreie Netflix- und Youtube-Videos, sondern um handfeste Zukunftsprobleme im Job, im Studium oder der Familie. Wer das nicht glaubt, darf gerne in die Online-Petition https://breitband.wir-in-hille.de/ schauen und selber nachlesen!

Dirk Schumacher, Hille-Mindenerwald

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Wie eine kleine KatastropheBetr. „Die Glasfaser-Frage“, MT vom 9. Mai Insgesamt scheint mir der Masterplan des Kreises zum Breitbandausbau in Planung, Aufbau und Durchführung wie eine kleine Katastrophe in der Verwaltung: Wie kann so ein zentrales und wichtiges Infrastruktur-Thema der Zukunft, das landauf und landab diskutiert wird, nur so stiefmütterlich verfolgt werden? Ich bin als Bewohner des Hiller Ortsteiles Mindenerwald selbst doppelt betroffen: Zum einen das der Ortsteil offiziell vom Breitbandausbau ausgenommen ist (siehe Bericht) und zum anderen, dass es keine Informationen gibt, wie und was kommen wird! Zusammen mit anderen Anwohnern haben wir 2017 die „Initiative Breitband Mindenerwald“ ins Leben gerufen und auch eine Online-Petition gestartet: Ende 2017 wurde der Ergebnisbericht zur Petition mit insgesamt 194 Teilnehmern persönlich in einem Gespräch an der Bürgermeister der Gemeinde Hille übergeben und auch dem Breitbandbeauftragten des Kreises Minden-Lübbecke zur Verfügung gestellt. Ende 2018 erfolgte dann auch noch ein persönlicher Brief an den Landrat. Eine Reaktion oder Information seitens Kommune bzw. Kreis, die eingefordert wurde, erfolgte bis heute nicht! Aber das scheint ja mittlerweile so üblich zu sein, auf Sorgen, Nöte und Bedürfnisse der Bürger nicht einzugehen (siehe auch MT-Bericht „Das große Schweigen“ vom 11. Mai 2019). Im Bericht wird auf das Kernproblem der Versorgung beziehungsweise besser Nichtversorgung des Siedlungsgebietes „Mindenerwald“ nur kurz eingegangen, deshalb hier einmal eine genauere Erläuterung: In 2014 gab es schon einmal einen Maßnahmenplan zur Breitbandversorgung in der Gemeinde Hille. Hier hat ein privater Anbieter eine Fördersumme im sechsstelligen Bereich bekommen um eine Versorgung des betroffenen Gebietes mit einer Bandbreite von bis zu 16 MBit/s zu realisieren. Dieses Versorgungsziel scheint wohl nicht erreicht worden zu sein, nach meinen Informationen gibt es seit letztem Jahr keinen Kunden mehr, der eine Vertragsbeziehung zu diesem Anbieter unterhält! Gerade dieser Anbieter hat im Zuge des Masterplans aber eine Versorgung unseres Wohngebietes mit 30 Mbit/s gemeldet. Dieser Wert scheint offenbar ungeprüft in den Masterplan des Kreises übernommen worden zu sein und in der Folge davon ist Mindenerwald von der aktuellen Breitband-Förderung ausgenommen und damit der berühmte „weiße Fleck“ auf der Karte zum Breitbandausbau! Liegt hier vielleicht ein Versagen der „Masterplaner“ oder die Verschwendung von Fördergeldern vor? Es wurde früh genug auf diesen Umstand hingewiesen. Eine handfeste Information oder Reaktion erfolgte nicht, so dass wir als Bewohner des Hiller Ortsteils Mindenerwald bis zum heutigen Tage um unsere digitale Zukunft fürchten müssen. Hier geht es nicht nur um stotterfreie Netflix- und Youtube-Videos, sondern um handfeste Zukunftsprobleme im Job, im Studium oder der Familie. Wer das nicht glaubt, darf gerne in die Online-Petition https://breitband.wir-in-hille.de/ schauen und selber nachlesen! Dirk Schumacher, Hille-Mindenerwald