Quelle des Wohlbefindens

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Betr: Kommentar "Gute Gründe", MT vom 10. Mai 2019

Lieber Herr Wandel, hätten Sie sich den letzten Absatz verkniffen, hätte ich Ihrem Kommentar zustimmen können. So aber muss ich diesem energisch widersprechen. Die Notwendigkeit eines Stadtgartens mit der Notwendigkeit eines SUV zu vergleichen ist voll daneben! Selbst monotone "Rasengärten" und sogar die von Ihnen zu Recht kritisierten "Steingärten" haben eine wesentlich bessere CO2-Bilanz als ein SUV.

In vielen Städten bestimmen steinerne Gradlinigkeit und triste Fassaden häufig das Straßenbild. Hier bilden gerade Gärten und Parks für die Menschen eine wichtige Quelle der Freude und des Wohlbefindens. Auch private Gärten dienen unter anderem der Regenwasserrückhaltung, binden Stäube und Abgase, mildern das sommerliche "Backofenklima" und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus stellen sie für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und andere nützliche Insekten wie auch für Igel und viele Vogelarten wichtige Rückzugslebensräume dar. Ferner dienen sie insbesondere Kindern als Freiluft-Klassenzimmer, denn hier können sie Naturnähe beobachten und bewusst die Jahreszeiten erleben. Sie können das Pflanzen, Wachsen und Ernten von Salat, Radieschen und Tomaten beobachten, die sie ansonsten nur aus den Regalen im Supermarkt kennen.

Für mich ist unser vielfältig gestalteter Garten Hobby, Fitnesstrainer, Experimentierfeld und Erholungsraum zugleich. Hier kann ich Stress abbauen, Kraft tanken und unseren Speiseplan mit selbst erzeugtem Obst und Gemüse anreichern und das nahezu ohne schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Der von Ihnen propagierten Verdichtung der Bebauung in Städten auf Kosten der Gärten kann ich nichts Positives abgewinnen.

Norbert Kirchhoff, Minden

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Quelle des WohlbefindensBetr: Kommentar "Gute Gründe", MT vom 10. Mai 2019 Lieber Herr Wandel, hätten Sie sich den letzten Absatz verkniffen, hätte ich Ihrem Kommentar zustimmen können. So aber muss ich diesem energisch widersprechen. Die Notwendigkeit eines Stadtgartens mit der Notwendigkeit eines SUV zu vergleichen ist voll daneben! Selbst monotone "Rasengärten" und sogar die von Ihnen zu Recht kritisierten "Steingärten" haben eine wesentlich bessere CO2-Bilanz als ein SUV. In vielen Städten bestimmen steinerne Gradlinigkeit und triste Fassaden häufig das Straßenbild. Hier bilden gerade Gärten und Parks für die Menschen eine wichtige Quelle der Freude und des Wohlbefindens. Auch private Gärten dienen unter anderem der Regenwasserrückhaltung, binden Stäube und Abgase, mildern das sommerliche "Backofenklima" und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus stellen sie für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und andere nützliche Insekten wie auch für Igel und viele Vogelarten wichtige Rückzugslebensräume dar. Ferner dienen sie insbesondere Kindern als Freiluft-Klassenzimmer, denn hier können sie Naturnähe beobachten und bewusst die Jahreszeiten erleben. Sie können das Pflanzen, Wachsen und Ernten von Salat, Radieschen und Tomaten beobachten, die sie ansonsten nur aus den Regalen im Supermarkt kennen. Für mich ist unser vielfältig gestalteter Garten Hobby, Fitnesstrainer, Experimentierfeld und Erholungsraum zugleich. Hier kann ich Stress abbauen, Kraft tanken und unseren Speiseplan mit selbst erzeugtem Obst und Gemüse anreichern und das nahezu ohne schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Der von Ihnen propagierten Verdichtung der Bebauung in Städten auf Kosten der Gärten kann ich nichts Positives abgewinnen. Norbert Kirchhoff, Minden