Verursacher bleiben im Hintergrund

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Betr. Streit um Kleckerbetrag, MT vom 4. Mai

Der Bericht schildert nur das Handeln der Volksbank. Bedeutsamer dürfte aber das Umfeld gemäß der Weisheit sein: „Ein Loch ist nichts, das Drumherum ist alles“. Wir sind seit fast 40 Jahren Kunde bei der Volksbank und immer gut beraten worden. Deshalb haben wir auch keinen Pfennig durch die von den USA infolge der Deregulierung ausgehenden Finanzkrise eingebüßt. Übrigens: sie schwelt weiter, denn Gesundungsmaßnahmen haben unsere Politiker wieder einmal nicht eingeleitet.

Der erste Schuldige ist das Finanzamt, das eine falsche IBAN genannt hat. Nun kommt hinzu, daß der EZB-Chef Drahgi, ehemals Vizepräsident der Investmentbank Goldman Sachs International in London, mit Rückendeckung der EU die umstrittene Nullzinspolitik verfolgt. Sie enteignet nicht nur die Sparer, sondern zwingt auch die Banken ihre Kosten mit Gebühren zu decken. Dass beim Zusammenschluß mit anderen Volksbanken neue, gemeinsame Regelungen eingeführt werden, ist ganz natürlich.

Leider hat die Volksbank dummerweise den Kunden nicht auf die falsche Kontonummer aufmerksam gemacht, sondern die Überweisungen aufgrund ihrer Erfahrungen ausgeführt. Mit den neuen Geschäftsbedingungen war dies nicht mehr möglich. Berücksichtigen sollte man, dass viele Buchungen von Rechnern automatisch erledigt werden.

Nun wurde der Volksbank ihre damalige Hilfsbereitschaft zum Verhängnis. Was kann man daraus lernen: Sei vorsichtig, Hilfsbereitschaft kann sich zum Nachteil auswirken. Der Tagesthemen-Sprecher Ulrich Wickert hat dieses Thema in seinem Buch „Der Ehrliche ist der Dumme“ abgehandelt. Hierbei wird das anerzogene, neue deutsche Verhalten deutlich: Ich habe recht! Erkennbar ist dies schon beim Fanatismus gegen Radfahrer, die links fahren, aber niemanden stören. In nichtdeutschsprachigen Ländern wäre dies kein Thema. Dort geht man im Verkehr auch rücksichtsvoller miteinander um als bei uns.

Udo Knau, Minden

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Verursacher bleiben im HintergrundBetr. Streit um Kleckerbetrag, MT vom 4. Mai Der Bericht schildert nur das Handeln der Volksbank. Bedeutsamer dürfte aber das Umfeld gemäß der Weisheit sein: „Ein Loch ist nichts, das Drumherum ist alles“. Wir sind seit fast 40 Jahren Kunde bei der Volksbank und immer gut beraten worden. Deshalb haben wir auch keinen Pfennig durch die von den USA infolge der Deregulierung ausgehenden Finanzkrise eingebüßt. Übrigens: sie schwelt weiter, denn Gesundungsmaßnahmen haben unsere Politiker wieder einmal nicht eingeleitet. Der erste Schuldige ist das Finanzamt, das eine falsche IBAN genannt hat. Nun kommt hinzu, daß der EZB-Chef Drahgi, ehemals Vizepräsident der Investmentbank Goldman Sachs International in London, mit Rückendeckung der EU die umstrittene Nullzinspolitik verfolgt. Sie enteignet nicht nur die Sparer, sondern zwingt auch die Banken ihre Kosten mit Gebühren zu decken. Dass beim Zusammenschluß mit anderen Volksbanken neue, gemeinsame Regelungen eingeführt werden, ist ganz natürlich. Leider hat die Volksbank dummerweise den Kunden nicht auf die falsche Kontonummer aufmerksam gemacht, sondern die Überweisungen aufgrund ihrer Erfahrungen ausgeführt. Mit den neuen Geschäftsbedingungen war dies nicht mehr möglich. Berücksichtigen sollte man, dass viele Buchungen von Rechnern automatisch erledigt werden. Nun wurde der Volksbank ihre damalige Hilfsbereitschaft zum Verhängnis. Was kann man daraus lernen: Sei vorsichtig, Hilfsbereitschaft kann sich zum Nachteil auswirken. Der Tagesthemen-Sprecher Ulrich Wickert hat dieses Thema in seinem Buch „Der Ehrliche ist der Dumme“ abgehandelt. Hierbei wird das anerzogene, neue deutsche Verhalten deutlich: Ich habe recht! Erkennbar ist dies schon beim Fanatismus gegen Radfahrer, die links fahren, aber niemanden stören. In nichtdeutschsprachigen Ländern wäre dies kein Thema. Dort geht man im Verkehr auch rücksichtsvoller miteinander um als bei uns. Udo Knau, Minden