Impfpflicht - der Staat wird übergriffig

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Betr.: „Druck bei Masern-Impfpflicht“, MT vom 6. Mai

Manchmal bekommt man beim Blick in das Mindener Tageblatt einen gewaltigen Schreck. Mir erging es so, als ich am Montagmorgen die Pläne zur Einführung einer Impfpflicht lesen musste. Dies ist ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und die körperliche Unversehrtheit, die unser Grundgesetz eigentlich garantiert.

„Mein Körper gehört mir“, das lernen schon die Grundschulkinder in unserem Land, und das zu Recht. Wir sind keine Leibeigenen des Staates. Das ist ein Rückfall in das finsterste Mittelalter und ein Ausdruck von totalitären Staaten. Ich fühle mich erinnert an die dunkelste Zeit unserer deutschen Geschichte. Niemand außer mir darf über meinen Körper bestimmen, das muss Grundkonsens in einer freien Gesellschaft sein. Das beinhaltet auch, welche Medikamente oder Impfstoffe mir appliziert werden.

Meines Erachtens darf der Staat diese Selbstbestimmung nur in wenigen Ausnahmefällen einschränken wie bei einem akuten medizinischen Notfall. Das ist beim Impfen aber generell nicht gegeben, denn hier werden gesunde Menschen behandelt, die nicht erkrankt sind und es vielleicht auch niemals würden.

In der öffentlichen Debatte wird so getan, als wäre die Impfung zu 100 Prozent wirksam, doch dass Medikamente oft nicht so wirken wie erhofft, ist eine alltägliche Erfahrung. Die Tabletten gegen Zahnschmerzen machen mich schmerzfrei? Schön wär’s! Der erste Blutdrucksenker senkt den Blutdruck ausreichend? Glück gehabt! Antidiabetika senken den Blutzucker tatsächlich auf den gewünschten Wert? Dann hätten wir kein Diabetesproblem mehr. Aber das ist leider nicht so. Auch Impfstoffe wirken nicht bei jedem zu 100 Prozent, darum kann man damit auch keine Krankheiten ausrotten, wie Jens Spahn suggeriert.

Fast alle Arzneimittel haben Nebenwirkungen, deshalb muss bei jedem Medikament eine Nutzen/Risiko-Abwägung erfolgen, das ist gute und gängige Praxis in der Medizin. Bei den Impfstoffen ist hier aber noch sehr viel Forschungsbedarf. In der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Microbiology“ ist jüngst eine Studie veröffentlicht worden, in der nachgewiesen wurde, dass bei dem Masernausbruch 2015 in Kalifornien 38 Prozent der Masernfälle durch die Impfung selbst verursacht wurden.

Für die Zulassung eines Impfstoffes muss der Hersteller nicht die Wirksamkeit im Hinblick auf die Verhinderung der Erkrankung nachweisen, sondern lediglich die Erhöhung des spezifischen Antikörpertiters, das reicht leider immer noch aus. Die Konsequenz aus dieser Praxis ist, dass Impfstoffe leider oft nicht sehr gut wirken. Das ist ein Grund, warum mehrmals geimpft werden muss und von Zeit zu Zeit Auffrischungen nötig sind.

Wir haben bereits jetzt eine sehr hohe Masern-Impfquote von 97 Prozent bei der Erstimpfung und 93 Prozent bei der Zweitimpfung, was darauf hindeutet, dass manche Kinder die Impfung nicht vertragen und deshalb keine zweite bekommen. Das ist übrigens eine Kontraindikation und Ausdruck einer verantwortungsvollen Medizin. Die Impfpflicht soll die Quote bei der Zweitimpfung von 93 auf 95 Prozent anheben. Das ist als Ziel geradezu lächerlich, und es ist irrational, denn der Effekt auf die Anzahl der Masern-Fälle wäre gleich null, aber dafür werden die Impfschäden zunehmen.

Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass es nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland bei zirka 1.000 Masern-Erkrankungen ungefähr einem Todesfall pro Jahr gibt. Nach Erfahrungen aus Frankreich, in dem es im Jahr 2011 einen Masernausbruch mit etwa 22.000 Erkrankten gegeben hat, wären es noch weniger, ein Todesfall alle fünf Jahre. Sehr wahrscheinlich wäre dieser Patient vorher geimpft worden, hätte die Masern aber trotzdem bekommen. Nur um die Zahlen einmal in Verbindung mit wirklichen Gesundheitsproblemen zu setzen: wir haben zirka 244.000 Krebstote pro Jahr, das bedeutet, dass auf einen Masern-Todesfall über eine Million Krebstote in Deutschland kommen.

Wem nützt die Impfpflicht?

Jens Spahn ist in seinem politischen Werdegang von sogenannten transatlantischen Netzwerken gefördert worden, die vor allem von amerikanischen Interessengruppen finanziert werden. Er hat keine medizinische oder naturwissenschaftliche Ausbildung. Dieses Gesetz hilft keinem Patienten, es dient nur der Pharmaindustrie.

Sollen wir alle für die Profite der Pharmafirmen unsere Persönlichkeitsrechte aufgeben? Die Pharmaindustrie veranlasst trotz ihrer Milliardengewinne keine Endpunkt-Studien, um die Wirksamkeit ihrer Impfstoffe zu belegen. Solche Studien wären die besten Argumente für das Impfen und würden die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe erhöhen. Bei den Medikamenten, die viel verschrieben werden, sind wissenschaftlich fundierte Endpunktstudien inzwischen längst verpflichtend, das IQWiG ist dafür extra in Deutschland eingesetzt worden. Wieso werden nicht endlich auch Impfstoffe auf ihre Wirksamkeit geprüft? Das wäre ein wichtiges politisches Ziel, Herr Spahn.

Christian Deerberg, Minden

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Impfpflicht - der Staat wird übergriffigBetr.: „Druck bei Masern-Impfpflicht“, MT vom 6. Mai Manchmal bekommt man beim Blick in das Mindener Tageblatt einen gewaltigen Schreck. Mir erging es so, als ich am Montagmorgen die Pläne zur Einführung einer Impfpflicht lesen musste. Dies ist ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und die körperliche Unversehrtheit, die unser Grundgesetz eigentlich garantiert. „Mein Körper gehört mir“, das lernen schon die Grundschulkinder in unserem Land, und das zu Recht. Wir sind keine Leibeigenen des Staates. Das ist ein Rückfall in das finsterste Mittelalter und ein Ausdruck von totalitären Staaten. Ich fühle mich erinnert an die dunkelste Zeit unserer deutschen Geschichte. Niemand außer mir darf über meinen Körper bestimmen, das muss Grundkonsens in einer freien Gesellschaft sein. Das beinhaltet auch, welche Medikamente oder Impfstoffe mir appliziert werden. Meines Erachtens darf der Staat diese Selbstbestimmung nur in wenigen Ausnahmefällen einschränken wie bei einem akuten medizinischen Notfall. Das ist beim Impfen aber generell nicht gegeben, denn hier werden gesunde Menschen behandelt, die nicht erkrankt sind und es vielleicht auch niemals würden. In der öffentlichen Debatte wird so getan, als wäre die Impfung zu 100 Prozent wirksam, doch dass Medikamente oft nicht so wirken wie erhofft, ist eine alltägliche Erfahrung. Die Tabletten gegen Zahnschmerzen machen mich schmerzfrei? Schön wär’s! Der erste Blutdrucksenker senkt den Blutdruck ausreichend? Glück gehabt! Antidiabetika senken den Blutzucker tatsächlich auf den gewünschten Wert? Dann hätten wir kein Diabetesproblem mehr. Aber das ist leider nicht so. Auch Impfstoffe wirken nicht bei jedem zu 100 Prozent, darum kann man damit auch keine Krankheiten ausrotten, wie Jens Spahn suggeriert. Fast alle Arzneimittel haben Nebenwirkungen, deshalb muss bei jedem Medikament eine Nutzen/Risiko-Abwägung erfolgen, das ist gute und gängige Praxis in der Medizin. Bei den Impfstoffen ist hier aber noch sehr viel Forschungsbedarf. In der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Microbiology“ ist jüngst eine Studie veröffentlicht worden, in der nachgewiesen wurde, dass bei dem Masernausbruch 2015 in Kalifornien 38 Prozent der Masernfälle durch die Impfung selbst verursacht wurden. Für die Zulassung eines Impfstoffes muss der Hersteller nicht die Wirksamkeit im Hinblick auf die Verhinderung der Erkrankung nachweisen, sondern lediglich die Erhöhung des spezifischen Antikörpertiters, das reicht leider immer noch aus. Die Konsequenz aus dieser Praxis ist, dass Impfstoffe leider oft nicht sehr gut wirken. Das ist ein Grund, warum mehrmals geimpft werden muss und von Zeit zu Zeit Auffrischungen nötig sind. Wir haben bereits jetzt eine sehr hohe Masern-Impfquote von 97 Prozent bei der Erstimpfung und 93 Prozent bei der Zweitimpfung, was darauf hindeutet, dass manche Kinder die Impfung nicht vertragen und deshalb keine zweite bekommen. Das ist übrigens eine Kontraindikation und Ausdruck einer verantwortungsvollen Medizin. Die Impfpflicht soll die Quote bei der Zweitimpfung von 93 auf 95 Prozent anheben. Das ist als Ziel geradezu lächerlich, und es ist irrational, denn der Effekt auf die Anzahl der Masern-Fälle wäre gleich null, aber dafür werden die Impfschäden zunehmen. Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass es nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland bei zirka 1.000 Masern-Erkrankungen ungefähr einem Todesfall pro Jahr gibt. Nach Erfahrungen aus Frankreich, in dem es im Jahr 2011 einen Masernausbruch mit etwa 22.000 Erkrankten gegeben hat, wären es noch weniger, ein Todesfall alle fünf Jahre. Sehr wahrscheinlich wäre dieser Patient vorher geimpft worden, hätte die Masern aber trotzdem bekommen. Nur um die Zahlen einmal in Verbindung mit wirklichen Gesundheitsproblemen zu setzen: wir haben zirka 244.000 Krebstote pro Jahr, das bedeutet, dass auf einen Masern-Todesfall über eine Million Krebstote in Deutschland kommen. Wem nützt die Impfpflicht? Jens Spahn ist in seinem politischen Werdegang von sogenannten transatlantischen Netzwerken gefördert worden, die vor allem von amerikanischen Interessengruppen finanziert werden. Er hat keine medizinische oder naturwissenschaftliche Ausbildung. Dieses Gesetz hilft keinem Patienten, es dient nur der Pharmaindustrie. Sollen wir alle für die Profite der Pharmafirmen unsere Persönlichkeitsrechte aufgeben? Die Pharmaindustrie veranlasst trotz ihrer Milliardengewinne keine Endpunkt-Studien, um die Wirksamkeit ihrer Impfstoffe zu belegen. Solche Studien wären die besten Argumente für das Impfen und würden die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe erhöhen. Bei den Medikamenten, die viel verschrieben werden, sind wissenschaftlich fundierte Endpunktstudien inzwischen längst verpflichtend, das IQWiG ist dafür extra in Deutschland eingesetzt worden. Wieso werden nicht endlich auch Impfstoffe auf ihre Wirksamkeit geprüft? Das wäre ein wichtiges politisches Ziel, Herr Spahn. Christian Deerberg, Minden