Wundervoller Ort für Groß und Klein

veröffentlicht

Betreff: Leserbrief "Anspruch und Wirklichkeit", MT vom 23. April

Der Leserbrief hat mich doch sehr gewundert.

Mein Mann und ich sind fast jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten im Botanischen Garten. Wir erfreuen und dort an dem Vogelgezwitscher, an dem hoch gewachsenen, vielfältigen Baumarten, an den gepflegten Blumenbeeten, an Jugendlichen, die auf Bänken ‚chillen‘, an Menschen mit Kindern oder Hunden, die dort Ruhe und Erholung suchen.

Das Glacis ist ein wundervoller Ort für Groß und Klein, es ist Anfang des Frühjahrs voller Schneeglöckchen und nach und nach voll bunter Blumen und zartem Grün der Bäume. Sie können sich übrigens an freiwilligen Pflegeaktionen beteiligen, wenn Sie etwas stört. Viele Schüler sind oftmals willig, wenn man sie auf hingeworfenen Müll hinweist. Sie bringen ihn in den Papierkorb. Der Gang am Schwanenteich vorbei erinnert mich an frühere fröhliche Eislaufzeiten, die vielleicht etwa durch den beginnenden Klimawandel vorbei sind (junge Leute kämpfen aber hartnäckig für eine lebenswerte Zukunft!). Erfreuen können sich die Spaziergänger noch immer an den Enten mit ihrer eigenwilligen Behausung, dem frischen Grün der Bäume und der vorbei fließenden renaturierten Bastau. Bleibt noch die Ecke an der Weser, wo einige Alkoholiker meist friedlich den heilenden Blick auf Selbige genießen. Bettler in einer Stadt bilden auch die Armut ab, die in Europa real existiert. Es ist so, dass einige Menschen mafiamäßig diese Ärmsten der Armen missbrauchen, aber wir ermöglichen mit der großen Schere zwischen Arm und Reich solche Strukturen. Ach, und die Obermarktstraße: Ich freue mich, dass sie wieder belebt ist, dass die Pflasterung endlich fertig ist, dass es wieder Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt gibt, dass der älteste Bäcker dort Brot, Brötchen, Kuchen und Kekse verkauft und dass mein Lieblingsbuchladen manche Schätze birgt und bereithält. Wenn Sie sich einen guten Haarschnitt verpassen lassen wollen, haben Sie jetzt die Wahl. Buntes, vielfältiges Minden ist eine Chance für viel Leben. Die Obermarktpassage ist allerdings ein noch zu lösendes Problem. Ich wünsche dem Leserbriefhalter und uns allen viel mehr Freude im Alltag.

Hilde Wiegand, Minden

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Wundervoller Ort für Groß und KleinBetreff: Leserbrief "Anspruch und Wirklichkeit", MT vom 23. April Der Leserbrief hat mich doch sehr gewundert. Mein Mann und ich sind fast jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten im Botanischen Garten. Wir erfreuen und dort an dem Vogelgezwitscher, an dem hoch gewachsenen, vielfältigen Baumarten, an den gepflegten Blumenbeeten, an Jugendlichen, die auf Bänken ‚chillen‘, an Menschen mit Kindern oder Hunden, die dort Ruhe und Erholung suchen. Das Glacis ist ein wundervoller Ort für Groß und Klein, es ist Anfang des Frühjahrs voller Schneeglöckchen und nach und nach voll bunter Blumen und zartem Grün der Bäume. Sie können sich übrigens an freiwilligen Pflegeaktionen beteiligen, wenn Sie etwas stört. Viele Schüler sind oftmals willig, wenn man sie auf hingeworfenen Müll hinweist. Sie bringen ihn in den Papierkorb. Der Gang am Schwanenteich vorbei erinnert mich an frühere fröhliche Eislaufzeiten, die vielleicht etwa durch den beginnenden Klimawandel vorbei sind (junge Leute kämpfen aber hartnäckig für eine lebenswerte Zukunft!). Erfreuen können sich die Spaziergänger noch immer an den Enten mit ihrer eigenwilligen Behausung, dem frischen Grün der Bäume und der vorbei fließenden renaturierten Bastau. Bleibt noch die Ecke an der Weser, wo einige Alkoholiker meist friedlich den heilenden Blick auf Selbige genießen. Bettler in einer Stadt bilden auch die Armut ab, die in Europa real existiert. Es ist so, dass einige Menschen mafiamäßig diese Ärmsten der Armen missbrauchen, aber wir ermöglichen mit der großen Schere zwischen Arm und Reich solche Strukturen. Ach, und die Obermarktstraße: Ich freue mich, dass sie wieder belebt ist, dass die Pflasterung endlich fertig ist, dass es wieder Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt gibt, dass der älteste Bäcker dort Brot, Brötchen, Kuchen und Kekse verkauft und dass mein Lieblingsbuchladen manche Schätze birgt und bereithält. Wenn Sie sich einen guten Haarschnitt verpassen lassen wollen, haben Sie jetzt die Wahl. Buntes, vielfältiges Minden ist eine Chance für viel Leben. Die Obermarktpassage ist allerdings ein noch zu lösendes Problem. Ich wünsche dem Leserbriefhalter und uns allen viel mehr Freude im Alltag. Hilde Wiegand, Minden