Wo bleibt die Wirtschaftsförderung?

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Betr. Sparziele der Gemeinde Hille sind noch offen, MT vom 17. April

Verwaltung und Politik freuen sich in der Gemeinde Hille also über eine seit Jahren erstmals gute Haushaltslage und schreiben sich diesen "Erfolg" auf ihre eigenen Fahnen. Die gleiche Gemeinde also, dessen Verwaltung und Politik es bis heute nicht geschafft haben, eine vernünftige Wirtschaftsförderung ins Leben zu rufen. Die gleiche Gemeinde auch, deren Vertreter es sowohl 2012 als auch 2015 nicht vermocht hatte, auf entsprechende Nachfragen des Unternehmensinhabers auch nur minimale Anreize für die Ansiedelung einer bundesweit tätigen Unternehmensgruppe mit über 80 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von über 40 Millionen Euro zu schaffen, als diese ihren Hauptsitz von Minden erst in das ehemalige Volksbank-Gebäude in Südhemmern (2012) und dann in das entsprechend brachliegende Gebäude der ehemaligen Volksbank in Holzhausen II zu verlegen gedachte. Und die gleiche Gemeinde, deren Vertreter aus Politik und Verwaltung sich bis heute nicht bei dieser Unternehmensgruppe sehen lassen haben, als diese ihren juristischen Sitz dann dennoch 2016 in die Minderheider Straße 8 in Hille-Holzhausen II verlegte, obgleich es seitens der Gemeinde keinerlei Förderung und Entgegenkommen für den mehrfach avisierten Standortwechsel des Betriebes von Minden nach Hille gab. So waren weder die gute Infrastruktur, noch die unternehmensfreundliche Gemeindeverwaltung, noch die erstklassige Wirtschaftsförderung oder die tolle Breitbandversorgung, geschweige denn das stabile Mobilfunknetz, welche den Ausschlag für diesen Wechsel von der Stadt auf´s Land gab. Es war aus reinem Lokalpatriotismus des Holzhauser Unternehmensinhabers. Dieses Unternehmen, als wohl eines der größten in der Gemeinde Hille, beschert eben dieser seither zusätzliche Steuereinnahmen in einem dermaßen hohen Ausmaß, dass die Haushaltslage sich selbstverständlich enorm verbessert hat. Die Vertreter der Gemeinde Hille lassen sich dafür nun feiern und frohlocken über angeblich gelungene Sparziele aufgrund ihrer cleveren Konsolidierungspolitik. Mit Einsparungen oder einer guten Politik hat dieser Geldsegen indes wohl am wenigsten zu tun.

Dietmar Böker, Hille (Gesellschafter/Geschäftsführung Condulith®-Gruppe)



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Wo bleibt die Wirtschaftsförderung?Betr. Sparziele der Gemeinde Hille sind noch offen, MT vom 17. April Verwaltung und Politik freuen sich in der Gemeinde Hille also über eine seit Jahren erstmals gute Haushaltslage und schreiben sich diesen "Erfolg" auf ihre eigenen Fahnen. Die gleiche Gemeinde also, dessen Verwaltung und Politik es bis heute nicht geschafft haben, eine vernünftige Wirtschaftsförderung ins Leben zu rufen. Die gleiche Gemeinde auch, deren Vertreter es sowohl 2012 als auch 2015 nicht vermocht hatte, auf entsprechende Nachfragen des Unternehmensinhabers auch nur minimale Anreize für die Ansiedelung einer bundesweit tätigen Unternehmensgruppe mit über 80 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von über 40 Millionen Euro zu schaffen, als diese ihren Hauptsitz von Minden erst in das ehemalige Volksbank-Gebäude in Südhemmern (2012) und dann in das entsprechend brachliegende Gebäude der ehemaligen Volksbank in Holzhausen II zu verlegen gedachte. Und die gleiche Gemeinde, deren Vertreter aus Politik und Verwaltung sich bis heute nicht bei dieser Unternehmensgruppe sehen lassen haben, als diese ihren juristischen Sitz dann dennoch 2016 in die Minderheider Straße 8 in Hille-Holzhausen II verlegte, obgleich es seitens der Gemeinde keinerlei Förderung und Entgegenkommen für den mehrfach avisierten Standortwechsel des Betriebes von Minden nach Hille gab. So waren weder die gute Infrastruktur, noch die unternehmensfreundliche Gemeindeverwaltung, noch die erstklassige Wirtschaftsförderung oder die tolle Breitbandversorgung, geschweige denn das stabile Mobilfunknetz, welche den Ausschlag für diesen Wechsel von der Stadt auf´s Land gab. Es war aus reinem Lokalpatriotismus des Holzhauser Unternehmensinhabers. Dieses Unternehmen, als wohl eines der größten in der Gemeinde Hille, beschert eben dieser seither zusätzliche Steuereinnahmen in einem dermaßen hohen Ausmaß, dass die Haushaltslage sich selbstverständlich enorm verbessert hat. Die Vertreter der Gemeinde Hille lassen sich dafür nun feiern und frohlocken über angeblich gelungene Sparziele aufgrund ihrer cleveren Konsolidierungspolitik. Mit Einsparungen oder einer guten Politik hat dieser Geldsegen indes wohl am wenigsten zu tun. Dietmar Böker, Hille (Gesellschafter/Geschäftsführung Condulith®-Gruppe)