Anspruch und Wirklichkeit

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Betr. Dreieinhalb Minuten fürs Image, MT vom 13. April

Minden führt sich selbst ad absurdum. Mit Interesse habe ich den Bericht über das Imagefilmchen gelesen und die dazugehörigen Statements ebenso. Als Mindener Bürger macht es mich sprachlos, mit welcher Chuzpe seit langer Zeit immer wieder über die echten Probleme der Stadt hinweg gegangen wird.

Wenn man Imagefilmchen macht, zeigt man natürlich nur die attraktiven Seiten. Aber wie reagiert der interessierte Besucher, wenn er die wirklichen Realitäten sieht?

Ich starte meinen Stadtrundgang an einem schönen Sommertag im Botanischen Garten und stelle erschrocken fest, dass hier eine Bande von Russen oder Tschetschenen offensichtlich Drogen an Schüler verkauft. Wenn man Richtung Kreishaus weiter durchs Glacis geht, liegt überall Müll herum. Angekommen am Schwanenteich sieht man eine Gruppe dunkelhäutiger junger Männer Drogen an Schüler verkaufen. Man darf denen aber nicht zu nahe kommen, sonst werden die sofort aggressiv… An Mindens Schaufenster, der Weserpromenade, steht eine Gruppe Alkoholiker und trinkt und vermüllt die Gegend. Toller Empfang an der schönsten Stelle der Stadt. Am Großen Kurfürsten vorbei geht es durch Mindens neugestaltete Einkaufsmeile in die Bäckerstraße. Vom Anfang der Bäckerstraße bis zum Scharn sitzen sechs Bettler (offenbar eine Bande von Rumänen oder Bulgaren), am Scharn nochmals zwei und am Dom mindestens noch einer… Geht man die Obermarktstraße hinauf befindet man sich in MultiKultiLand ….

Ich weiß nicht warum, aber so etwas muss eine Stadt nicht dulden. Es sei denn, man will es so. Viele andere Städte dulden so etwas jedenfalls nicht. Wer nun glaubt, dies sei einfach nur Herumgemeckere, dem möchte ich sagen, dass er die Realität offenbar ignoriert. Wie und auf welche Weise sich eine Stadt um Selbstdarstellung bemüht, sei dahin gestellt. Man muss sich aber immer darüber im Klaren sein, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit kein allzu großer Sprung sein sollte. So schön die Landschaft in und um die Mindener Gegend auch sein mag.

Mit den besten Wünschen und der Hoffnung, dass sich in dieser Stadt auch mal etwas in Richtung Ordnung und Sauberkeit bewegt.

Peter Walther, Minden

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Anspruch und WirklichkeitBetr. Dreieinhalb Minuten fürs Image, MT vom 13. April Minden führt sich selbst ad absurdum. Mit Interesse habe ich den Bericht über das Imagefilmchen gelesen und die dazugehörigen Statements ebenso. Als Mindener Bürger macht es mich sprachlos, mit welcher Chuzpe seit langer Zeit immer wieder über die echten Probleme der Stadt hinweg gegangen wird. Wenn man Imagefilmchen macht, zeigt man natürlich nur die attraktiven Seiten. Aber wie reagiert der interessierte Besucher, wenn er die wirklichen Realitäten sieht? Ich starte meinen Stadtrundgang an einem schönen Sommertag im Botanischen Garten und stelle erschrocken fest, dass hier eine Bande von Russen oder Tschetschenen offensichtlich Drogen an Schüler verkauft. Wenn man Richtung Kreishaus weiter durchs Glacis geht, liegt überall Müll herum. Angekommen am Schwanenteich sieht man eine Gruppe dunkelhäutiger junger Männer Drogen an Schüler verkaufen. Man darf denen aber nicht zu nahe kommen, sonst werden die sofort aggressiv… An Mindens Schaufenster, der Weserpromenade, steht eine Gruppe Alkoholiker und trinkt und vermüllt die Gegend. Toller Empfang an der schönsten Stelle der Stadt. Am Großen Kurfürsten vorbei geht es durch Mindens neugestaltete Einkaufsmeile in die Bäckerstraße. Vom Anfang der Bäckerstraße bis zum Scharn sitzen sechs Bettler (offenbar eine Bande von Rumänen oder Bulgaren), am Scharn nochmals zwei und am Dom mindestens noch einer… Geht man die Obermarktstraße hinauf befindet man sich in MultiKultiLand …. Ich weiß nicht warum, aber so etwas muss eine Stadt nicht dulden. Es sei denn, man will es so. Viele andere Städte dulden so etwas jedenfalls nicht. Wer nun glaubt, dies sei einfach nur Herumgemeckere, dem möchte ich sagen, dass er die Realität offenbar ignoriert. Wie und auf welche Weise sich eine Stadt um Selbstdarstellung bemüht, sei dahin gestellt. Man muss sich aber immer darüber im Klaren sein, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit kein allzu großer Sprung sein sollte. So schön die Landschaft in und um die Mindener Gegend auch sein mag. Mit den besten Wünschen und der Hoffnung, dass sich in dieser Stadt auch mal etwas in Richtung Ordnung und Sauberkeit bewegt. Peter Walther, Minden