Kinder nicht degradieren

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Betr. Hauptschulschließung Leserbrief

Zunächst lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich nicht nur "Hauptschullehrerin der Hauptschule Todtenhausen" bin, wie vom MT unter meinem letzten Leserbrief verbreitet wurde. In über 40 Dienstjahren durfte ich insgesamt 14 Schu?en kennenlernen, davon auch drei Gesamtschulen. Nicht nur, dass mit der Hauptschule Todtenhausen eine außergewöhnlich gute Ganztagsschule mit täglich neuer wertvoller pädagogischer Leistung und hervorragender Integrationsleistung geschlossen wird, man könnte fast sagen, von [...] fehlgeleiteten Politikern bar jeglichen Sachverstands, man weiß nicht einmal, wohin mit den Kindern. Und weil man Schüler nun einmal nicht einfach ausradieren kann, wird nun mit der "Lösung" gedroht, sie quer durch den Kreis in eine ihnen völlig fremde Umgebung zu kutschieren. Zirka 100 Schüler werden bereits täglich von Minden, Porta Westfalica und Petershagen nach Espelkamp verfrachtet. Wohlgemerkt, die meisten Kinder mit Zuwanderungshintergrund, die hier im Kreis ihrer Familien das Gefühl der Entwurzelung und Heimatlosigkeit vor Fluchthintergrund und Kriegstraumata erst noch überwinden müssen. Die Geborgenheit in einer verlässlichen Umgebung zählt da doppelt, Kinder dürfen nicht zur Frachtware degradiert werden. Eine sinnlose Verschwendung von Steuergeld und Schülerzeit hat man sich hier ausgedacht. Erwähnenswert ist auch die unnötige Belastung der Umwelt durch eine Erhöhung des CO2-Ausstoßes durch die Bustransporte, und das in einer Zeit, in der um jede Tonne vermeidbaren CO2's hart gerungen wird. Zigtausende Schüler äußern in ihren Fridays-for-Future-Kundgebungen ihren verständlichen Unmut über das Versagen der Politik angesichts der Zerstörung unseres kostbaren Planeten. In [...] Politikergehirnen zählen weder die Umwelt noch der Mensch. Es wird Zeit, dass die Volksvertreter begreifen, wozu sie gewählt wurden: Für Mensch und Umwelt zu arbeiten und nicht gegen sie.

Brigitte Olschok, Minden

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Kinder nicht degradierenBetr. Hauptschulschließung Leserbrief Zunächst lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich nicht nur "Hauptschullehrerin der Hauptschule Todtenhausen" bin, wie vom MT unter meinem letzten Leserbrief verbreitet wurde. In über 40 Dienstjahren durfte ich insgesamt 14 Schu?en kennenlernen, davon auch drei Gesamtschulen. Nicht nur, dass mit der Hauptschule Todtenhausen eine außergewöhnlich gute Ganztagsschule mit täglich neuer wertvoller pädagogischer Leistung und hervorragender Integrationsleistung geschlossen wird, man könnte fast sagen, von [...] fehlgeleiteten Politikern bar jeglichen Sachverstands, man weiß nicht einmal, wohin mit den Kindern. Und weil man Schüler nun einmal nicht einfach ausradieren kann, wird nun mit der "Lösung" gedroht, sie quer durch den Kreis in eine ihnen völlig fremde Umgebung zu kutschieren. Zirka 100 Schüler werden bereits täglich von Minden, Porta Westfalica und Petershagen nach Espelkamp verfrachtet. Wohlgemerkt, die meisten Kinder mit Zuwanderungshintergrund, die hier im Kreis ihrer Familien das Gefühl der Entwurzelung und Heimatlosigkeit vor Fluchthintergrund und Kriegstraumata erst noch überwinden müssen. Die Geborgenheit in einer verlässlichen Umgebung zählt da doppelt, Kinder dürfen nicht zur Frachtware degradiert werden. Eine sinnlose Verschwendung von Steuergeld und Schülerzeit hat man sich hier ausgedacht. Erwähnenswert ist auch die unnötige Belastung der Umwelt durch eine Erhöhung des CO2-Ausstoßes durch die Bustransporte, und das in einer Zeit, in der um jede Tonne vermeidbaren CO2's hart gerungen wird. Zigtausende Schüler äußern in ihren Fridays-for-Future-Kundgebungen ihren verständlichen Unmut über das Versagen der Politik angesichts der Zerstörung unseres kostbaren Planeten. In [...] Politikergehirnen zählen weder die Umwelt noch der Mensch. Es wird Zeit, dass die Volksvertreter begreifen, wozu sie gewählt wurden: Für Mensch und Umwelt zu arbeiten und nicht gegen sie. Brigitte Olschok, Minden