Respekt und Demut

veröffentlicht

Betreff: Leserbriefe, MT vom 9. März

Selten war eine Leserbriefseite so beeindruckend, so überzeugend wie die in der Printausgabe am Samstag, 9. März. Mehr noch als die überzeugend argumentierten Meinungen pro Schülerprotest und contra Abholzung, der differenzierte Brief zur Wolf Thematik erzeugte die von fast allen Autoren dargebotene Fähigkeit zu Demut und Respekt tiefe Befriedigung beim Lesen. Das macht Mut, dass die immer häufiger zu beobachtenden Tendenzen hin zu einer rücksichtslosen Ich-Mentalität eben doch nur eine Episode bleibt. Wenn wir unter all den „Ichlingen“ noch genügend selbstkritische Mitmenschen haben, die in der Lage sind, Dankbarkeit dafür zu empfinden, dass es ihnen gut geht, die bereit ist, lieb gewonnene Gewohnheiten (500 Meter mit dem SUV zum Bäcker) eben doch fallen zu lassen (Bewegung ist so schön!), dann werden wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Danke an die Redaktion für die beeindruckende Auswahl der Briefe und danke an jeden einzelnen Schreiber für den Mut, den Sie mir gemacht haben.

Allen, die weiterhin beim Abbiegen nicht blinken, die im Beruf Entscheidungen treffen, die nur dem eigenen Vorteil dienen, die Bäume beseitigen, weil sie des Laubentsorgens überdrüssig waren, die Tiere überfahren und achtlos liegen lassen, sei dafür gedankt, dass sie die Schattenseiten der Menschheit sichtbar machen. Vielleicht werden ja in ein paar Jahren VHS Kurse wie „Wie verhalte ich mich respektvoll im Alltag“ ausgebucht sein. Den Weg dahin wies uns schon vor langer Zeit Theodor Fontane, der sagte: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut“.

Ralf Biere, Minden

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Respekt und DemutBetreff: Leserbriefe, MT vom 9. März Selten war eine Leserbriefseite so beeindruckend, so überzeugend wie die in der Printausgabe am Samstag, 9. März. Mehr noch als die überzeugend argumentierten Meinungen pro Schülerprotest und contra Abholzung, der differenzierte Brief zur Wolf Thematik erzeugte die von fast allen Autoren dargebotene Fähigkeit zu Demut und Respekt tiefe Befriedigung beim Lesen. Das macht Mut, dass die immer häufiger zu beobachtenden Tendenzen hin zu einer rücksichtslosen Ich-Mentalität eben doch nur eine Episode bleibt. Wenn wir unter all den „Ichlingen“ noch genügend selbstkritische Mitmenschen haben, die in der Lage sind, Dankbarkeit dafür zu empfinden, dass es ihnen gut geht, die bereit ist, lieb gewonnene Gewohnheiten (500 Meter mit dem SUV zum Bäcker) eben doch fallen zu lassen (Bewegung ist so schön!), dann werden wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen. Danke an die Redaktion für die beeindruckende Auswahl der Briefe und danke an jeden einzelnen Schreiber für den Mut, den Sie mir gemacht haben. Allen, die weiterhin beim Abbiegen nicht blinken, die im Beruf Entscheidungen treffen, die nur dem eigenen Vorteil dienen, die Bäume beseitigen, weil sie des Laubentsorgens überdrüssig waren, die Tiere überfahren und achtlos liegen lassen, sei dafür gedankt, dass sie die Schattenseiten der Menschheit sichtbar machen. Vielleicht werden ja in ein paar Jahren VHS Kurse wie „Wie verhalte ich mich respektvoll im Alltag“ ausgebucht sein. Den Weg dahin wies uns schon vor langer Zeit Theodor Fontane, der sagte: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut“. Ralf Biere, Minden