Zahllose Gründe für die finanziellen Belastungen

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Betr. Standpunkt "Drei Sargnägel", MT vom 3. Februar

Sie haben durchaus zutreffend manche der Probleme Mindens beschrieben. Nicht allen Ihrer Feststellungen muss man aber zustimmen. Das wird Sie kaum überraschen.

Unterstellt, Sie besitzen ein Haus, das schadhaft geworden ist. Es ist 28 Jahre alt, und wurde in dieser Zeit nicht gepflegt. Also entschließen Sie sich zum Abriss. Wirklich? Würden Sie so kurzsichtig sein? Ich halte Sie für intelligent. Sie werden Ihr Haus pflegen, damit Sie lange dort leben können und das Haus lange wertvoll für Sie ist. Damit verhalten Sie sich normal. Alles andere wäre nämlich der von Ihnen angeprangerte Wahnwitz.

Das war aber die Ausgangslage, in der sich die Stadt Minden befand, als man sich für den Abriss und den Bau der sogenannten Domhof-Galerie entschloss. Sie ahnen zumindest, wer die Geldgeber sein sollten! Nach Bekanntwerden habe ich mich entschieden, mitzuhelfen, diese Planung nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Ein 28 Jahre junges Gebäude darf man nicht abreißen. Man darf es aber auch nicht verkommen lassen! Das war aber Fakt. Gemeinsam mit einer Gruppe Menschen, die die gleiche Überzeugung hatte, habe ich wochenlang auf dem Scharn gestanden, um die Menschen mit meinen/unseren Überzeugungen vertraut zu machen. Sie sollten entscheiden können und ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen.

Das hat geklappt, wie Sie wissen. Da nehme ich es auch gelassen hin, wenn Sie dies, wider besseres Wissen, als Wahnwitz einstufen. Noch etwas: Sie sollten den Mindenern nicht unterstellen, dass Sie der Meinung seien: Der Bürgermeister sei der Schuldige, wenn Minden finanziell zugrunde geht. Das ist deutlich zu kurz gesprungen. Es gibt zahllose Gründe für die finanziellen Belastungen der Stadt. Der Bürgermeister ist nur einer von 84.000 Mindenern. Wichtig zwar, aber nicht der einzige Verantwortliche. Es sind alle Mindener angesprochen, ihren eigenen Beitrag zu liefern, dass es Minden gut geht. Wie? Darüber kann man sich stundenlang unterhalten, ohne sich ständig zu wiederholen.

Mein Lieblingsfranzose Antoine de Saint-Exupéry hat geschrieben: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“

Rolf Biere, Minden

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Zahllose Gründe für die finanziellen BelastungenBetr. Standpunkt "Drei Sargnägel", MT vom 3. Februar Sie haben durchaus zutreffend manche der Probleme Mindens beschrieben. Nicht allen Ihrer Feststellungen muss man aber zustimmen. Das wird Sie kaum überraschen. Unterstellt, Sie besitzen ein Haus, das schadhaft geworden ist. Es ist 28 Jahre alt, und wurde in dieser Zeit nicht gepflegt. Also entschließen Sie sich zum Abriss. Wirklich? Würden Sie so kurzsichtig sein? Ich halte Sie für intelligent. Sie werden Ihr Haus pflegen, damit Sie lange dort leben können und das Haus lange wertvoll für Sie ist. Damit verhalten Sie sich normal. Alles andere wäre nämlich der von Ihnen angeprangerte Wahnwitz. Das war aber die Ausgangslage, in der sich die Stadt Minden befand, als man sich für den Abriss und den Bau der sogenannten Domhof-Galerie entschloss. Sie ahnen zumindest, wer die Geldgeber sein sollten! Nach Bekanntwerden habe ich mich entschieden, mitzuhelfen, diese Planung nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Ein 28 Jahre junges Gebäude darf man nicht abreißen. Man darf es aber auch nicht verkommen lassen! Das war aber Fakt. Gemeinsam mit einer Gruppe Menschen, die die gleiche Überzeugung hatte, habe ich wochenlang auf dem Scharn gestanden, um die Menschen mit meinen/unseren Überzeugungen vertraut zu machen. Sie sollten entscheiden können und ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen. Das hat geklappt, wie Sie wissen. Da nehme ich es auch gelassen hin, wenn Sie dies, wider besseres Wissen, als Wahnwitz einstufen. Noch etwas: Sie sollten den Mindenern nicht unterstellen, dass Sie der Meinung seien: Der Bürgermeister sei der Schuldige, wenn Minden finanziell zugrunde geht. Das ist deutlich zu kurz gesprungen. Es gibt zahllose Gründe für die finanziellen Belastungen der Stadt. Der Bürgermeister ist nur einer von 84.000 Mindenern. Wichtig zwar, aber nicht der einzige Verantwortliche. Es sind alle Mindener angesprochen, ihren eigenen Beitrag zu liefern, dass es Minden gut geht. Wie? Darüber kann man sich stundenlang unterhalten, ohne sich ständig zu wiederholen. Mein Lieblingsfranzose Antoine de Saint-Exupéry hat geschrieben: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Rolf Biere, Minden