Vier Jahrzehnte lang vernachlässigt

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Betr.: Leserbrief zum Standpunkt „Drei Sargnägel“, MT vom 2. Februar

Wie kommen Sie in oben genanntem Beitrag zu der Aussage, das Votum der Mindener Bürger gegen den Abriss des Neuen Rathauses sei eine „wahnwitzige“ Entscheidung gewesen? Wollten Sie damit zum Ausdruck bringen, dass diejenigen, die damals für den Erhalt des sogenannten Deilmann-Baus gestimmt haben, einem Wahn verfallen gewesen seien? Was wissen Sie überhaupt über das, was damals ablief? Ist Ihnen geläufig, dass es hauptsächlich darum ging, den schönsten Platz Mindens vor dem Dom und die westliche Randbebauung des Großen Domhofs vor der Zerstörung zu bewahren?

Es ist schon gut 40 Jahre her, dass der Rat damals einstimmig beschloss, diesen von Ihnen als „hässlich“ erkannten Bau als Rahmen für den Platz vor dem Dom zu errichten. Dass der Bau zur Zeit des Bürgerentscheides im Jahr 2007 sanierungsbedürftig war und jetzt immer noch ist, war den Bürgern bekannt. Schließlich war er vier Jahrzehnte lang von den verantwortlichen Stellen vernachlässigt und schon gar nicht modernisiert worden.

Außerdem sollte dem Rat und der Verwaltung durch den Bürgerentscheid Zeit für eine bessere Planung in der unteren Altstadt gegeben werden. Hätte Ihr Urteil „wahnwitzig“ nicht eher auf den Plan zugetroffen, ins Domquartier ein überdimensioniertes Einkaufzentrum zu setzen?

A propos Dom: Es sollte unter anderem auch vermieden werden, dass durch die geplante Baumaßnahme wieder das Westwerk des Doms gefährdet wird, wie schon damals beim Bau der Tiefgarage. Übrigens, halten Sie diejenigen, die den Deilmann-Bau unter Denkmalschutz gestellt haben auch für „wahnwitzig“?

Abschließend noch ein Hinweis: Falls Sie weiterreichende Informationen einholen wollten, der „Aktionskreis Historische Kulturstadt Minden“ hat für Recherchezwecke zwei Ordner Material über den Bürgerentscheid im Kommunalarchiv hinterlegt.

Dr. Herwig Schenk, Minden

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Vier Jahrzehnte lang vernachlässigtBetr.: Leserbrief zum Standpunkt „Drei Sargnägel“, MT vom 2. Februar Wie kommen Sie in oben genanntem Beitrag zu der Aussage, das Votum der Mindener Bürger gegen den Abriss des Neuen Rathauses sei eine „wahnwitzige“ Entscheidung gewesen? Wollten Sie damit zum Ausdruck bringen, dass diejenigen, die damals für den Erhalt des sogenannten Deilmann-Baus gestimmt haben, einem Wahn verfallen gewesen seien? Was wissen Sie überhaupt über das, was damals ablief? Ist Ihnen geläufig, dass es hauptsächlich darum ging, den schönsten Platz Mindens vor dem Dom und die westliche Randbebauung des Großen Domhofs vor der Zerstörung zu bewahren? Es ist schon gut 40 Jahre her, dass der Rat damals einstimmig beschloss, diesen von Ihnen als „hässlich“ erkannten Bau als Rahmen für den Platz vor dem Dom zu errichten. Dass der Bau zur Zeit des Bürgerentscheides im Jahr 2007 sanierungsbedürftig war und jetzt immer noch ist, war den Bürgern bekannt. Schließlich war er vier Jahrzehnte lang von den verantwortlichen Stellen vernachlässigt und schon gar nicht modernisiert worden. Außerdem sollte dem Rat und der Verwaltung durch den Bürgerentscheid Zeit für eine bessere Planung in der unteren Altstadt gegeben werden. Hätte Ihr Urteil „wahnwitzig“ nicht eher auf den Plan zugetroffen, ins Domquartier ein überdimensioniertes Einkaufzentrum zu setzen? A propos Dom: Es sollte unter anderem auch vermieden werden, dass durch die geplante Baumaßnahme wieder das Westwerk des Doms gefährdet wird, wie schon damals beim Bau der Tiefgarage. Übrigens, halten Sie diejenigen, die den Deilmann-Bau unter Denkmalschutz gestellt haben auch für „wahnwitzig“? Abschließend noch ein Hinweis: Falls Sie weiterreichende Informationen einholen wollten, der „Aktionskreis Historische Kulturstadt Minden“ hat für Recherchezwecke zwei Ordner Material über den Bürgerentscheid im Kommunalarchiv hinterlegt. Dr. Herwig Schenk, Minden