Stärker darauf achten, was von Bedeutung ist

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Betr.: „Erst Klausur, dann Datingshow“, MT vom 4. Januar

Im Prinzip habe ich schon öfters den Impuls gehabt, einen Leserbrief zu schreiben und es dann aber gelassen, gemäß der Frage „Wozu aufregen?“ Nun will ich es doch tun, da es mich zusehends nervt, was alles als berichtswert definiert wird. Vielleicht hat es etwas mit dem „Nichtverstehen“ zu tun, warum so Vieles seinen Platz in diese Zeitung schafft, was ich unter dem Ausspruch von Andy Warhol „15 Minuten of fame“ subsumieren würde.

Eine junge Frau, Jurastudentin aus Eisbergen, bekommt zwei Drittel einer MT-Seite. Naiv wie ich bin, habe ich beim Lesen noch gedacht: Vielleicht hat sie ja eine Botschaft? Vielleicht hat die Redakteurin eine Botschaft, einen kritischen Hinweis zu solchen Sendungen? Vielleicht will die Studentin auf irgendetwas aufmerksam machen? Einen gesellschaftlichen Missstand oder irgendetwas anderes von (übergeordneter) Bedeutung? Vielleicht nutzt sie den Bericht, um auf ein irgendwie geartetes Ehrenamt hinzuweisen oder etwas anderes, was ihr wichtig ist. Ich bekomme die Antwort in dem Text gleich mitgeliefert: „... etwas Aufmerksamkeit schadet aber auch nicht, findet sie.“ Super! Das hat sie ja nun mehr als reichlich erhalten.

Mich nervt so was. Es gäbe sicherlich so viel Wichtigeres zu berichten, auch in dem Lokalteil von Porta Westfalica. Stattdessen erhält etwas in meinen Augen so Überflüssiges wie der TV-Auftritt der Miss Bielefeld 2014 in dieser ebenso überflüssigen Unterhaltungsshow so viel Platz. Es ist wahrlich kein Neid, der mich umtreibt. Ich wünsche mir, dass stärker darauf geachtet wird, was von Bedeutung ist und was nicht.

Christine Hamer, Minden

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Stärker darauf achten, was von Bedeutung ist Betr.: „Erst Klausur, dann Datingshow“, MT vom 4. Januar Im Prinzip habe ich schon öfters den Impuls gehabt, einen Leserbrief zu schreiben und es dann aber gelassen, gemäß der Frage „Wozu aufregen?“ Nun will ich es doch tun, da es mich zusehends nervt, was alles als berichtswert definiert wird. Vielleicht hat es etwas mit dem „Nichtverstehen“ zu tun, warum so Vieles seinen Platz in diese Zeitung schafft, was ich unter dem Ausspruch von Andy Warhol „15 Minuten of fame“ subsumieren würde. Eine junge Frau, Jurastudentin aus Eisbergen, bekommt zwei Drittel einer MT-Seite. Naiv wie ich bin, habe ich beim Lesen noch gedacht: Vielleicht hat sie ja eine Botschaft? Vielleicht hat die Redakteurin eine Botschaft, einen kritischen Hinweis zu solchen Sendungen? Vielleicht will die Studentin auf irgendetwas aufmerksam machen? Einen gesellschaftlichen Missstand oder irgendetwas anderes von (übergeordneter) Bedeutung? Vielleicht nutzt sie den Bericht, um auf ein irgendwie geartetes Ehrenamt hinzuweisen oder etwas anderes, was ihr wichtig ist. Ich bekomme die Antwort in dem Text gleich mitgeliefert: „... etwas Aufmerksamkeit schadet aber auch nicht, findet sie.“ Super! Das hat sie ja nun mehr als reichlich erhalten. Mich nervt so was. Es gäbe sicherlich so viel Wichtigeres zu berichten, auch in dem Lokalteil von Porta Westfalica. Stattdessen erhält etwas in meinen Augen so Überflüssiges wie der TV-Auftritt der Miss Bielefeld 2014 in dieser ebenso überflüssigen Unterhaltungsshow so viel Platz. Es ist wahrlich kein Neid, der mich umtreibt. Ich wünsche mir, dass stärker darauf geachtet wird, was von Bedeutung ist und was nicht. Christine Hamer, Minden