Obdachlosenunterkünfte statt Prestigebauten

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Betr.: Gegensätze - immer mehr Obdachlose, die in der Innenstadt betteln, oder betteln müssen!

Gerade in der Weihnachtszeit, in der beschaulichen, besinnlichen, friedlichen Zeit, Fest der Nächstenliebe, sehe ich leider die extremen Gegensätze unserer Gesellschaft! Auf der einen Seite: fröhliche Menschen, die über den Markt bummeln und einen schönen Glühwein trinken oder etwas schönes Essen, Buden, Kinderkarussells. Auf der anderen Seite - aber eigentlich mittendrin und doch kaum beachtet: die Bettler, auf dem Boden sitzen und frieren, die nur ein paar Cent erbitten! Die meisten Leute stören sich gar nicht an diesem Anblick, „Wen kümmert's, die sind doch selber schuld.“ „Gut, dass wir mit solchen Leuten nichts zu tun haben.“ „Uns geht es ja gut - und unseren Lieben, Hauptsache!“

Ich verstehe nicht, dass viele für diese Not der Wohnungs- und Obdachlosen kein Verständnis haben und auch das Land beziehungsweise die Stadt nicht vernünftige Hilfen anbietet! Damals, 2015, nach der großen Flüchtlingswelle, wurden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, Wohnmöglichkeiten zu schaffen, Wohnheime wurden errichtet, später kostenlos Wohnraum zur Verfügung gestellt. Doch wie ist es um die einheimischen Wohnungslosen bestellt? Sie könnten ja ins Obdachlosenheim, aber nur für ein paar Tage, riskieren auch gleichzeitig, bestohlen und misshandelt zu werden! Wie kann das sein? Ist es denn so schwer, eine geführte Obdachlosenunterkunft (ähnlich einer Jugendherberge) zu Verfügung zu stellen, die Schutz bietet und auch eine Privatsphäre ermöglicht? In solche sozialen Notlagen sollte die Stadt beziehungsweise das Land investieren, und nicht wieder in den nächsten Prestigebau für zig Millionen Euro!

Barbara M. Schwarz, Minden

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Obdachlosenunterkünfte statt PrestigebautenBetr.: Gegensätze - immer mehr Obdachlose, die in der Innenstadt betteln, oder betteln müssen! Gerade in der Weihnachtszeit, in der beschaulichen, besinnlichen, friedlichen Zeit, Fest der Nächstenliebe, sehe ich leider die extremen Gegensätze unserer Gesellschaft! Auf der einen Seite: fröhliche Menschen, die über den Markt bummeln und einen schönen Glühwein trinken oder etwas schönes Essen, Buden, Kinderkarussells. Auf der anderen Seite - aber eigentlich mittendrin und doch kaum beachtet: die Bettler, auf dem Boden sitzen und frieren, die nur ein paar Cent erbitten! Die meisten Leute stören sich gar nicht an diesem Anblick, „Wen kümmert's, die sind doch selber schuld.“ „Gut, dass wir mit solchen Leuten nichts zu tun haben.“ „Uns geht es ja gut - und unseren Lieben, Hauptsache!“ Ich verstehe nicht, dass viele für diese Not der Wohnungs- und Obdachlosen kein Verständnis haben und auch das Land beziehungsweise die Stadt nicht vernünftige Hilfen anbietet! Damals, 2015, nach der großen Flüchtlingswelle, wurden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, Wohnmöglichkeiten zu schaffen, Wohnheime wurden errichtet, später kostenlos Wohnraum zur Verfügung gestellt. Doch wie ist es um die einheimischen Wohnungslosen bestellt? Sie könnten ja ins Obdachlosenheim, aber nur für ein paar Tage, riskieren auch gleichzeitig, bestohlen und misshandelt zu werden! Wie kann das sein? Ist es denn so schwer, eine geführte Obdachlosenunterkunft (ähnlich einer Jugendherberge) zu Verfügung zu stellen, die Schutz bietet und auch eine Privatsphäre ermöglicht? In solche sozialen Notlagen sollte die Stadt beziehungsweise das Land investieren, und nicht wieder in den nächsten Prestigebau für zig Millionen Euro! Barbara M. Schwarz, Minden