Deutsche Sprache, schwere ...

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Betr.: Leserbrief „Er entblödet sich nicht“, MT vom 31. Dezember

OK – fangen wir das Jahr doch mit deutschen Grammatik-Problemen und Interpretations-Schwierigkeiten an:

Ist diese Sache wirklich „eines Leserbriefes wert“? Wollte der Schreiber vielleicht dem Akkusativ eins auswischen – wo doch sonst immer der Dativ des baldigen Todes des Genetivs bezichtigt wird?!

Ich hätte formuliert: Ich weiß nicht, ob die Sache einen Leserbrief wert ist/… ob es das wert ist, einen Leserbrief zu schreiben.

Außerdem interpretiere ich die angegebenen Beispiele entgegengesetzt: z. B. „Der Tannenbaum ist nichts weniger als ein Wahrzeichen des Weihnachtsfestes“: Er ist also um nichts weniger/keinesfalls weniger als … eben das Wahrzeichen des Weihnachtsfestes.

Zugegeben, diese aufgeblasene Formulierung ist „nicht mehr und nicht weniger (auch so ein „Schnörkel“) erhellend als der einfache, nicht umschriebene Teil.

Und wenn ich nicht gerade erfahren hätte, dass man in Wien „das Monat, das Joghurt, das Service, das Cola“ sagt, hätte ich mich erdreistet, dem Leserbriefschreiber seine eigene Formulierung vorzuhalten: „Wenn man sie benutzt, sollte man sich sicher sein.“

Aber wer weiß, aus welcher deutsch-sprachigen Gegend er stammt?

Trotzdem bleibt es dabei: Deutsche Sprache – schwere Sprache!

Karin WahlersMinden

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Deutsche Sprache, schwere ...Betr.: Leserbrief „Er entblödet sich nicht“, MT vom 31. Dezember OK – fangen wir das Jahr doch mit deutschen Grammatik-Problemen und Interpretations-Schwierigkeiten an: Ist diese Sache wirklich „eines Leserbriefes wert“? Wollte der Schreiber vielleicht dem Akkusativ eins auswischen – wo doch sonst immer der Dativ des baldigen Todes des Genetivs bezichtigt wird?! Ich hätte formuliert: Ich weiß nicht, ob die Sache einen Leserbrief wert ist/… ob es das wert ist, einen Leserbrief zu schreiben. Außerdem interpretiere ich die angegebenen Beispiele entgegengesetzt: z. B. „Der Tannenbaum ist nichts weniger als ein Wahrzeichen des Weihnachtsfestes“: Er ist also um nichts weniger/keinesfalls weniger als … eben das Wahrzeichen des Weihnachtsfestes. Zugegeben, diese aufgeblasene Formulierung ist „nicht mehr und nicht weniger (auch so ein „Schnörkel“) erhellend als der einfache, nicht umschriebene Teil. Und wenn ich nicht gerade erfahren hätte, dass man in Wien „das Monat, das Joghurt, das Service, das Cola“ sagt, hätte ich mich erdreistet, dem Leserbriefschreiber seine eigene Formulierung vorzuhalten: „Wenn man sie benutzt, sollte man sich sicher sein.“ Aber wer weiß, aus welcher deutsch-sprachigen Gegend er stammt? Trotzdem bleibt es dabei: Deutsche Sprache – schwere Sprache! Karin WahlersMinden