Musikschulen und Senioren

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Betr.: „Es geht um Freude“, MT vom 19. Dezember

Beim Eintritt in meiner Berentung vor drei Jahren begann einer neuer Lebensabschnitt mit der Frage nach Lebensinhalten außerhalb des Berufes. Und ich wagte den Schritt, ein neues Musikinstrument zu erlernen.

Freilich ist es nicht nur Spaß, es heißt täglich ein wenig trainieren, aber es macht Freude.

Es fordert auch nicht unbedingt eine hohe musikalische Grundbegabung, jeder so wie er kann. Und Schritt für Schritt spürt man, wie man sich musikalisch weiterentwickelt.

Ich kann es nur bestätigen, was im MT stand: Immer wieder ist das Gehirn gefordert, Gedächtnis, das Gehör (selbst wenn man wie ich ein Cochlea Implantat trägt) und die Motorik, soziale Kontakte ... Inzwischen habe ich nicht nur Unterricht, sondern spiele in einer kleinen Band mit.

In der Adventszeit besuche ich mit Mitgliedern des Trommler- und Pfeiferkorps Altenheime und kurz vor Weihnachten werden wir in der hiesigen Geriatrie spielen.

Und damit erlebe ich nochmals eine andere Art der Freude. Betagte Menschen sitzen mit uns zusammen und singen ihnen bekannte Weihnachtslieder, die wir mit unseren Instrumenten begleiten. Ich erlebe, wie die Heimbewohner, die teilweise bereits umfangreiche Hilfen benötigen, um ihren Alltag zu bewältigen, Strophe für Strophe der Weihnachtslieder mit leuchtenden Augen mitsingen. Es ist erstaunlich, wie viele noch die Texte auswendig können. Über die Melodien erwecken wir in ihnen positive Gefühle und Erinnerungen an Weihnachtsfeiern aus früheren Zeiten.

Es geht um Freude, das für mich Wichtigste im Alter: Freude anderen Menschen geben, die dann in unser Herz zurückkommt.

Ich bin der Musikschule dankbar, dass ich trotz fortgeschrittenem Alter dies alles erleben darf.

Ich wünschte mir, dass mehr Menschen in meinem Alter diesen Schritt wagen und die Musikschulen dazu passende Möglichkeiten anbieten, die auch Senioren mit geringerer Rente wahrnehmen können.

Doris Pütz, Minden

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Musikschulen und SeniorenBetr.: „Es geht um Freude“, MT vom 19. Dezember Beim Eintritt in meiner Berentung vor drei Jahren begann einer neuer Lebensabschnitt mit der Frage nach Lebensinhalten außerhalb des Berufes. Und ich wagte den Schritt, ein neues Musikinstrument zu erlernen. Freilich ist es nicht nur Spaß, es heißt täglich ein wenig trainieren, aber es macht Freude. Es fordert auch nicht unbedingt eine hohe musikalische Grundbegabung, jeder so wie er kann. Und Schritt für Schritt spürt man, wie man sich musikalisch weiterentwickelt. Ich kann es nur bestätigen, was im MT stand: Immer wieder ist das Gehirn gefordert, Gedächtnis, das Gehör (selbst wenn man wie ich ein Cochlea Implantat trägt) und die Motorik, soziale Kontakte ... Inzwischen habe ich nicht nur Unterricht, sondern spiele in einer kleinen Band mit. In der Adventszeit besuche ich mit Mitgliedern des Trommler- und Pfeiferkorps Altenheime und kurz vor Weihnachten werden wir in der hiesigen Geriatrie spielen. Und damit erlebe ich nochmals eine andere Art der Freude. Betagte Menschen sitzen mit uns zusammen und singen ihnen bekannte Weihnachtslieder, die wir mit unseren Instrumenten begleiten. Ich erlebe, wie die Heimbewohner, die teilweise bereits umfangreiche Hilfen benötigen, um ihren Alltag zu bewältigen, Strophe für Strophe der Weihnachtslieder mit leuchtenden Augen mitsingen. Es ist erstaunlich, wie viele noch die Texte auswendig können. Über die Melodien erwecken wir in ihnen positive Gefühle und Erinnerungen an Weihnachtsfeiern aus früheren Zeiten. Es geht um Freude, das für mich Wichtigste im Alter: Freude anderen Menschen geben, die dann in unser Herz zurückkommt. Ich bin der Musikschule dankbar, dass ich trotz fortgeschrittenem Alter dies alles erleben darf. Ich wünschte mir, dass mehr Menschen in meinem Alter diesen Schritt wagen und die Musikschulen dazu passende Möglichkeiten anbieten, die auch Senioren mit geringerer Rente wahrnehmen können. Doris Pütz, Minden