Schulerhalt in Neesen um jeden Preis?

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Betr.: "Nur Ja oder Nein", MT vom 28. November

Die im Artikel beschriebenen "zentralen Punkte" stellen sich für mich anders dar, denn ein "Ja" bedeutet eine sehr einseitige Geldausschüttung für einen Standort und mit "Ja" man stimmt gerade nicht für den Erhalt möglichst vieler, attraktiver Grundschulstandorte in Porta! Das ergibt sich daraus, dass die Bürgerinitiative in Summe etwa 3,7 Mio Euro mehr für die Schulen nördlich des Wesergebirges benötigt als im Ratsbeschluss vorgesehen: Für die Erhaltung von Neesen statt für die ausführliche Sanierung von Lerbeck sind es gut 2,6 Millionen Euro mehr sowie 1,1 Millionen für eine unmittelbare Sanierung in Kleinenbremen.

Das dafür notwendige Geld wird von den Schulen südlich des Wesergebirges abgezogen, um auf etwa die gleiche Gesamtsumme zu kommen. Also bleiben von den für Eisbergen/Veltheim vorgesehenen (und wirklich notwendigen!) 6,4 Millionen nur etwa 2,7 Millionen übrig - weniger als die Hälfte! Diese teilt man noch auf, so bleiben 1,5 Millionen für Eisbergen und 1,3 Millionen für Veltheim. Für die anderen Standorte macht Ja oder Nein im Prinzip keinen Unterschied.

Was bedeutet das konkret? Mit den Beträgen kann weder Eisbergen noch Veltheim sinnvoll saniert werden, sondern es können höchstens die schlimmsten Notstände behoben werden. Wer sich in den letzten Jahren die Sporthalle in Eisbergen angesehen hat, der weiß, dass sie nicht im Bestand sanierbar ist, sondern nur durch einen Neubau ersetzt werden kann. Mit den von der BI vorgesehenen Summen wird das entfallen und die Sporthalle in wenigen Jahren ganz geschlossen werden müssen. In Lerbeck werden 2 Millionen in ein Gebäude gesteckt, dass dann nach zwei Jahren nicht mehr als Schule genutzt wird. Sollte in Veltheim die Schule mangels Schülern zwangsgeschlossen werden, wären die 1,3 Millionen dort auch in den Sand gesetzt.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die BI nicht für den Schulerhalt in den einzelnen Standorten eintritt, sondern lediglich den Standort Neesen um jeden Preis durchsetzen will. Sehr verstörend ist dabei, dass man dafür anscheinend bereit ist, fast 60 Prozent der Sanierungsgelder für den Standort Eisbergen/Veltheim zu streichen und dabei noch so zu tun, als würde man sich für einen Erhalt des Standorts Veltheim einsetzen!

Für die Portaner und ihre Kinder aus Eisbergen, Lohfeld und insbesondere auch Veltheim würde es aber heißen: Es gibt keine gut sanierte, attraktive und gut ausgestattete Grundschule in der Nähe mehr, sondern nur zwei notdürftig am Leben erhaltene Standorte, zwischen denen dann auch noch die Lehrer pendeln müssen. Die Orte werden keine nutzbare Sporthalle mehr haben, denn die bisherige wird in dem Zustand über kurz oder lang geschlossen werden müssen. Die Schule in Lohfeld wurde schon vor Jahren geschlossen, weswegen meine Kinder immer mit dem Bus von Lohfeld nach Eisbergen gefahren sind. Aus dieser Erfahrung kann ich nur sagen, dass eine per Bus in wenigen Minuten erreichbare, gut ausgebaute und attraktive Grundschule viel mehr wert ist als eine kleine, minimalsanierte "Restschule" im Ort.

Liebe Veltheimer, liebe Neesener: Der Weg zur Schule wird für ihre Kinder lediglich durch den Weg zur Bushaltestelle ersetzt und es kommen jeweils ca. 10 Minuten Busfahrt für Hin- und Rückfahrt hinzu. Ansonsten verlieren sie nichts, aber dafür wäre die Qualität aller Grundschulstandorte in Porta hoch! Außerdem stünde den Portanern und ihren Kindern auch südlich des Wesergebirges langfristig eine vernünftige Sporthalle zur Verfügung. Liebe Portaner, wenn ihr das bedenkt und ihr für möglichst viele, attraktive Grundschulstandorte seid, müsste es dann nicht auf jeden Fall "Nein" zum Bürgerentscheid lauten?

Peter Franken, Porta Westfalica

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Schulerhalt in Neesen um jeden Preis?Betr.: "Nur Ja oder Nein", MT vom 28. November Die im Artikel beschriebenen "zentralen Punkte" stellen sich für mich anders dar, denn ein "Ja" bedeutet eine sehr einseitige Geldausschüttung für einen Standort und mit "Ja" man stimmt gerade nicht für den Erhalt möglichst vieler, attraktiver Grundschulstandorte in Porta! Das ergibt sich daraus, dass die Bürgerinitiative in Summe etwa 3,7 Mio Euro mehr für die Schulen nördlich des Wesergebirges benötigt als im Ratsbeschluss vorgesehen: Für die Erhaltung von Neesen statt für die ausführliche Sanierung von Lerbeck sind es gut 2,6 Millionen Euro mehr sowie 1,1 Millionen für eine unmittelbare Sanierung in Kleinenbremen. Das dafür notwendige Geld wird von den Schulen südlich des Wesergebirges abgezogen, um auf etwa die gleiche Gesamtsumme zu kommen. Also bleiben von den für Eisbergen/Veltheim vorgesehenen (und wirklich notwendigen!) 6,4 Millionen nur etwa 2,7 Millionen übrig - weniger als die Hälfte! Diese teilt man noch auf, so bleiben 1,5 Millionen für Eisbergen und 1,3 Millionen für Veltheim. Für die anderen Standorte macht Ja oder Nein im Prinzip keinen Unterschied. Was bedeutet das konkret? Mit den Beträgen kann weder Eisbergen noch Veltheim sinnvoll saniert werden, sondern es können höchstens die schlimmsten Notstände behoben werden. Wer sich in den letzten Jahren die Sporthalle in Eisbergen angesehen hat, der weiß, dass sie nicht im Bestand sanierbar ist, sondern nur durch einen Neubau ersetzt werden kann. Mit den von der BI vorgesehenen Summen wird das entfallen und die Sporthalle in wenigen Jahren ganz geschlossen werden müssen. In Lerbeck werden 2 Millionen in ein Gebäude gesteckt, dass dann nach zwei Jahren nicht mehr als Schule genutzt wird. Sollte in Veltheim die Schule mangels Schülern zwangsgeschlossen werden, wären die 1,3 Millionen dort auch in den Sand gesetzt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die BI nicht für den Schulerhalt in den einzelnen Standorten eintritt, sondern lediglich den Standort Neesen um jeden Preis durchsetzen will. Sehr verstörend ist dabei, dass man dafür anscheinend bereit ist, fast 60 Prozent der Sanierungsgelder für den Standort Eisbergen/Veltheim zu streichen und dabei noch so zu tun, als würde man sich für einen Erhalt des Standorts Veltheim einsetzen! Für die Portaner und ihre Kinder aus Eisbergen, Lohfeld und insbesondere auch Veltheim würde es aber heißen: Es gibt keine gut sanierte, attraktive und gut ausgestattete Grundschule in der Nähe mehr, sondern nur zwei notdürftig am Leben erhaltene Standorte, zwischen denen dann auch noch die Lehrer pendeln müssen. Die Orte werden keine nutzbare Sporthalle mehr haben, denn die bisherige wird in dem Zustand über kurz oder lang geschlossen werden müssen. Die Schule in Lohfeld wurde schon vor Jahren geschlossen, weswegen meine Kinder immer mit dem Bus von Lohfeld nach Eisbergen gefahren sind. Aus dieser Erfahrung kann ich nur sagen, dass eine per Bus in wenigen Minuten erreichbare, gut ausgebaute und attraktive Grundschule viel mehr wert ist als eine kleine, minimalsanierte "Restschule" im Ort. Liebe Veltheimer, liebe Neesener: Der Weg zur Schule wird für ihre Kinder lediglich durch den Weg zur Bushaltestelle ersetzt und es kommen jeweils ca. 10 Minuten Busfahrt für Hin- und Rückfahrt hinzu. Ansonsten verlieren sie nichts, aber dafür wäre die Qualität aller Grundschulstandorte in Porta hoch! Außerdem stünde den Portanern und ihren Kindern auch südlich des Wesergebirges langfristig eine vernünftige Sporthalle zur Verfügung. Liebe Portaner, wenn ihr das bedenkt und ihr für möglichst viele, attraktive Grundschulstandorte seid, müsste es dann nicht auf jeden Fall "Nein" zum Bürgerentscheid lauten? Peter Franken, Porta Westfalica