Bezug zur Realität verloren

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Betr.: "Fleckig und teuer", MT vom 20. November

Missernten haben früher Hungersnöte hervorgerufen. Weise Regenten sorgten deshalb für Ausgleich. So hat der Alte Fritz Kornspeicher anlegen lassen, um Kornspekulanten das Handwerk zu legen. Diese Art der Vorsorge wurde später missachtet und trifft auch für heute zu. Wie könnte man sonst mit Lebensmitteln an Börsen spekulieren? Hinzu kommt, dass die Landwirtschaft nicht wie ein Unternehmen handeln kann, bei dem Vierteljahresgewinne das Bestimmende sind. Es muss für mehrere Jahre geplant werden. Man kann einen Bauernhof nicht mal schließen und dann wieder funktionsfähig machen.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und sonstigem Lebensnotwendigen gehört zu den Grundaufgaben eines Staates. Seine Landwirtschaft ist vor subventionierten ausländischen Produkten und marktbeherrschenden Unternehmen zu schützen! Nicht kostendeckende Preise zu zahlen, bedeutet Ausbeutung! Es kommt nicht von ungefähr, dass bei uns unzählige Bauern aufgegeben haben. Die Förderung der Politik der Großunternehmen mit Monokulturen und Zulassung giftiger Spritzmittel, die für das Sterben der Insekten verantwortlich sind, ist ein Skandal! Hier fehlt der Schutz für die Kleinen ebenso wie für den Einzelhandel. Von wem werden unsere Politiker beeinflusst? In Brüssel sind 25.000 Lobbyisten tätig. In Berlin dürfte die Zahl entsprechend sein.

Ernteausfälle zeigen, dass nur so viele Menschen ernährt werden können, wie niedrige Ernten zulassen. Es ist wie mit einer Kette: Sie ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Wie ist dieses Naturgesetz mit dem rasanten Bevölkerungswachstum in Einklang zu bringen? 1950 hatte Ni­geria 40 Millionen Einwohner, heute sind es 200 Millionen (Konfliktforscher Gunnar Heinsohn). Indonesien hatte 1949 bei seiner Entlassung in die Unabhängigkeit rund 70 Millionen Einwohner, 1980 waren es doppelt so viele. Mit dem Klimawandel können wir zurechtkommen, die Übervölkerung wird unsere Erde unbewohnbar machen!

Udo Knau, Minden

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Bezug zur Realität verlorenBetr.: "Fleckig und teuer", MT vom 20. November Missernten haben früher Hungersnöte hervorgerufen. Weise Regenten sorgten deshalb für Ausgleich. So hat der Alte Fritz Kornspeicher anlegen lassen, um Kornspekulanten das Handwerk zu legen. Diese Art der Vorsorge wurde später missachtet und trifft auch für heute zu. Wie könnte man sonst mit Lebensmitteln an Börsen spekulieren? Hinzu kommt, dass die Landwirtschaft nicht wie ein Unternehmen handeln kann, bei dem Vierteljahresgewinne das Bestimmende sind. Es muss für mehrere Jahre geplant werden. Man kann einen Bauernhof nicht mal schließen und dann wieder funktionsfähig machen. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und sonstigem Lebensnotwendigen gehört zu den Grundaufgaben eines Staates. Seine Landwirtschaft ist vor subventionierten ausländischen Produkten und marktbeherrschenden Unternehmen zu schützen! Nicht kostendeckende Preise zu zahlen, bedeutet Ausbeutung! Es kommt nicht von ungefähr, dass bei uns unzählige Bauern aufgegeben haben. Die Förderung der Politik der Großunternehmen mit Monokulturen und Zulassung giftiger Spritzmittel, die für das Sterben der Insekten verantwortlich sind, ist ein Skandal! Hier fehlt der Schutz für die Kleinen ebenso wie für den Einzelhandel. Von wem werden unsere Politiker beeinflusst? In Brüssel sind 25.000 Lobbyisten tätig. In Berlin dürfte die Zahl entsprechend sein. Ernteausfälle zeigen, dass nur so viele Menschen ernährt werden können, wie niedrige Ernten zulassen. Es ist wie mit einer Kette: Sie ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Wie ist dieses Naturgesetz mit dem rasanten Bevölkerungswachstum in Einklang zu bringen? 1950 hatte Ni­geria 40 Millionen Einwohner, heute sind es 200 Millionen (Konfliktforscher Gunnar Heinsohn). Indonesien hatte 1949 bei seiner Entlassung in die Unabhängigkeit rund 70 Millionen Einwohner, 1980 waren es doppelt so viele. Mit dem Klimawandel können wir zurechtkommen, die Übervölkerung wird unsere Erde unbewohnbar machen! Udo Knau, Minden