Ist das der Preis?

veröffentlicht

Betr.: MT vom 28. Juli 2016 - Hatte Täter von Ansbach einen Hintermann? - Interview mit Hannelore Kraft

Für die politische Aufarbeitung des Terrors im Lande ist nicht entscheidend genau hinzuschauen oder ob der Attentäter eine Bündel Geldnoten in der Tasche hatte oder die Identität anzuzweifeln ist. Wir wussten und wir wissen, dass mit dem unkontrollierten Zustrom von Menschen aus Kriegsgebieten im Mittleren Osten und aus Afrika auch Attentäter ins Land kommen. Wir wissen auch, dass mehr Polizei nicht vor Terror schützt.

Die visuelle Demonstration von Sicherheit ist eine Scheinsicherheit. Sie lenkt ab von der Hilflosigkeit und der Frage nach der Verantwortung für das Terror-Desaster. Die Bundesregierung kennt das Szenario der latenten Gefahr von Anschlägen nicht erst seit gestern.

Die Frage aller Fragen ist die, ob die Bundesregierung oder die Regierungen in Europa zur Bewältigung großer humanitärer Herausforderungen den Terror billigend in Kauf nehmen dürfen und damit rechtsstaatliche Ordnung aufheben. Ist nicht die Herstellung körperlicher Unversehrtheit die vordringlichste Aufgabe des Staates? Ist der Terror hausgemacht, ist er per se vermeidbar oder ist er ein von außen kommendes unabwendbares Ereignis?

Ist der Preis den wir für unsere humanitäre Hilfe von in Not geratene Menschen bezahlen zu hoch. Müssen wir mit der ständigen Gefahr von Anschlägen, mit dem zunehmenden Abbau individueller Freiheiten und Lebensqualität leben lernen? Ist das der Preis für angeblich mehr mehr Weltoffenheit? Können wir wirksam helfen ohne uns selbst einer ständig steigenden Gefahr für Leib und Leben auszusetzen und die politische Radikalisierung zu verschärfen? Liegt die eigentliche Hilfe nicht in der Vermeidung der Ursachen?

Hierauf brauchen wir von Frau Kraft und Frau Merkel Antworten. Das ständige Vertrösten und Beschwichtigen suggeriert nur, dass schlüssige Antworten zu Beseitigung der hausgemachten Gefahren fehlen.

Hans Ulrich Gräf, Cammer

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Ist das der Preis?Betr.: MT vom 28. Juli 2016 - Hatte Täter von Ansbach einen Hintermann? - Interview mit Hannelore KraftFür die politische Aufarbeitung des Terrors im Lande ist nicht entscheidend genau hinzuschauen oder ob der Attentäter eine Bündel Geldnoten in der Tasche hatte oder die Identität anzuzweifeln ist. Wir wussten und wir wissen, dass mit dem unkontrollierten Zustrom von Menschen aus Kriegsgebieten im Mittleren Osten und aus Afrika auch Attentäter ins Land kommen. Wir wissen auch, dass mehr Polizei nicht vor Terror schützt.Die visuelle Demonstration von Sicherheit ist eine Scheinsicherheit. Sie lenkt ab von der Hilflosigkeit und der Frage nach der Verantwortung für das Terror-Desaster. Die Bundesregierung kennt das Szenario der latenten Gefahr von Anschlägen nicht erst seit gestern.Die Frage aller Fragen ist die, ob die Bundesregierung oder die Regierungen in Europa zur Bewältigung großer humanitärer Herausforderungen den Terror billigend in Kauf nehmen dürfen und damit rechtsstaatliche Ordnung aufheben. Ist nicht die Herstellung körperlicher Unversehrtheit die vordringlichste Aufgabe des Staates? Ist der Terror hausgemacht, ist er per se vermeidbar oder ist er ein von außen kommendes unabwendbares Ereignis?Ist der Preis den wir für unsere humanitäre Hilfe von in Not geratene Menschen bezahlen zu hoch. Müssen wir mit der ständigen Gefahr von Anschlägen, mit dem zunehmenden Abbau individueller Freiheiten und Lebensqualität leben lernen? Ist das der Preis für angeblich mehr mehr Weltoffenheit? Können wir wirksam helfen ohne uns selbst einer ständig steigenden Gefahr für Leib und Leben auszusetzen und die politische Radikalisierung zu verschärfen? Liegt die eigentliche Hilfe nicht in der Vermeidung der Ursachen?Hierauf brauchen wir von Frau Kraft und Frau Merkel Antworten. Das ständige Vertrösten und Beschwichtigen suggeriert nur, dass schlüssige Antworten zu Beseitigung der hausgemachten Gefahren fehlen.Hans Ulrich Gräf, Cammer