Auszeichnung für Beobachtungen aus dem Kuhstall Benjamin Piel Hille/Telgte. Manchmal wird Journalisten vorgeworfen, sie würden aus dem Elfenbeinturm heraus Richtung Welt schauen und ganz falsche Vorstellungen von dem haben, worüber sie berichten. Bestenfalls ist das nur ein Klischee. Im Fall von MT-Redakteurin Stefanie Dullweber ganz sicher. Denn sie hat das ganze Jahr 2020 über die Familien Schwenker und Wengenroth auf ihrem landwirtschaftlichen Hof in Hille-Neuenbaum begleitet. Für dieses ebenso intensive wie zeitaufwendige Projekt ist sie nun mit dem Journalistenpreis „Faire Milch“ ausgezeichnet worden. Den Preis hat die Hillerin am Dienstag im westfälischen Telgte überreicht bekommen. Nur mal schnell hinfahren und kurz berichten – das war der Journalistin entschieden zu wenig. Sie wollte mehr: tiefere Einblicke liefern und den bäuerlichen Beruf über einen langen Zeitraum begleiten, verstehen und darstellen. Letztlich entstand unter der Überschrift „Stallgeruch“ eine Serie von zehn Beiträgen. Diese Ausführlichkeit und den langen Atem hob die Jury des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) lobend hervor. Sie bezeichnete die Begleitung des landwirtschaftlichen Familienbetriebs als umfassend. „Sie beschreiben den täglichen Spagat der Landwirtinnen und Landwirte zwischen Familie und Arbeit, und wie viel Verantwortung es bedeutet, rund um die Uhr für seine Tiere da zu sein, kaum Freizeit zu haben und trotzdem wenig Wertschätzung und kostendeckende Entlohnung zu bekommen“, betonte BDM-Vorstand Michael Braun. Da werde der „Maxi Cosi“ mit dem neugeborenen Baby schon mal mit in den Melkstand genommen oder am Geburtstag der erste Schnitt gemacht – und auch „jede Menge Büroarbeit“ falle nicht unter den Tisch. „Ihnen ist es gelungen, das Leben und Tun von uns Landwirtinnen und Landwirten realistisch, unaufgeregt und ohne zu urteilen darzustellen“, hob die Jury hervor. Dullweber habe den Familien ein Gesicht und eine Stimme gegeben mit ihren täglichen Routinen und Sorgen. Der Preis in der Kategorie Fachmedien ging an Kirsten Gierse-Westermeier. Sie hatte für das Magazin „Top Agrar“ einen Beitrag über „Muttergebundene Kälberaufzucht als Zukunftsmodell“ geschrieben. Der BDM hatte den Wettbewerb bereits zum achten Mal ausgeschrieben. Er soll „Veröffentlichungen von Medienschaffenden würdigen, die sich in ihren Beiträgen offen und vorurteilsfrei der Milchwirtschaft nähern“.
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Auszeichnung für Beobachtungen aus dem Kuhstall

Michael Alterauge (links, Landesvorsitzender des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter) und Michael Braun (Vorstand des Bundesverbands) überreichten den Preis an Redakteurin Stefanie Dullweber. Foto: privat

Hille/Telgte. Manchmal wird Journalisten vorgeworfen, sie würden aus dem Elfenbeinturm heraus Richtung Welt schauen und ganz falsche Vorstellungen von dem haben, worüber sie berichten. Bestenfalls ist das nur ein Klischee. Im Fall von MT-Redakteurin Stefanie Dullweber ganz sicher. Denn sie hat das ganze Jahr 2020 über die Familien Schwenker und Wengenroth auf ihrem landwirtschaftlichen Hof in Hille-Neuenbaum begleitet. Für dieses ebenso intensive wie zeitaufwendige Projekt ist sie nun mit dem Journalistenpreis „Faire Milch“ ausgezeichnet worden. Den Preis hat die Hillerin am Dienstag im westfälischen Telgte überreicht bekommen.

Nur mal schnell hinfahren und kurz berichten – das war der Journalistin entschieden zu wenig. Sie wollte mehr: tiefere Einblicke liefern und den bäuerlichen Beruf über einen langen Zeitraum begleiten, verstehen und darstellen. Letztlich entstand unter der Überschrift „Stallgeruch“ eine Serie von zehn Beiträgen. Diese Ausführlichkeit und den langen Atem hob die Jury des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) lobend hervor. Sie bezeichnete die Begleitung des landwirtschaftlichen Familienbetriebs als umfassend. „Sie beschreiben den täglichen Spagat der Landwirtinnen und Landwirte zwischen Familie und Arbeit, und wie viel Verantwortung es bedeutet, rund um die Uhr für seine Tiere da zu sein, kaum Freizeit zu haben und trotzdem wenig Wertschätzung und kostendeckende Entlohnung zu bekommen“, betonte BDM-Vorstand Michael Braun. Da werde der „Maxi Cosi“ mit dem neugeborenen Baby schon mal mit in den Melkstand genommen oder am Geburtstag der erste Schnitt gemacht – und auch „jede Menge Büroarbeit“ falle nicht unter den Tisch. „Ihnen ist es gelungen, das Leben und Tun von uns Landwirtinnen und Landwirten realistisch, unaufgeregt und ohne zu urteilen darzustellen“, hob die Jury hervor. Dullweber habe den Familien ein Gesicht und eine Stimme gegeben mit ihren täglichen Routinen und Sorgen.

Der Preis in der Kategorie Fachmedien ging an Kirsten Gierse-Westermeier. Sie hatte für das Magazin „Top Agrar“ einen Beitrag über „Muttergebundene Kälberaufzucht als Zukunftsmodell“ geschrieben.

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Der BDM hatte den Wettbewerb bereits zum achten Mal ausgeschrieben. Er soll „Veröffentlichungen von Medienschaffenden würdigen, die sich in ihren Beiträgen offen und vorurteilsfrei der Milchwirtschaft nähern“.

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