Seite 2 vom 21. Mai 1919: Sozialdemokraten gegen Gewaltfrieden

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Auch in Minden blickten viele Menschen mit Sorge auf die Friedensverhandlungen in Versailles. Allein 5.000 Zuhörer folgten dem Aufruf der SPD zu einer Kundgebung auf dem Markt. Der Bezirksparteisekretär und Abgeordnete Carl Schreck (1873-1956) aus Bielefeld sprach zur Lage. Das Vertrauen der Deutschen sei durch die harten Bedingungen der Entente enttäuscht worden. Er erinnerte aber auch an deutsche Fehler und Drohungen während des Krieges. „Unsere Sünden geben der Entente aber nicht das Recht, noch viel größeres Unrecht zu begehen“, sagte Schreck. Auch das werde sich bitter rächen. Negative Auswirkungen sah er für einen Völkerbund, der Frieden stiften sollte. Der Sozialdemokrat setzte seine Hoffnungen auf „die Arbeiterbrüder in den feindlichen Staaten“. Andernfalls werde „die Erwürgung Deutschlands die Unterdrückung der gesamten demokratisch-sozialistischen Bewegung in der Welt bedeuten“. (lkp)