Seite 7 vom 18. April 1994: Klaus Staeck stellt politische Plakate aus

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Ein Freund des Schmusekurses war Klaus Staeck nie. „Der Schmuseweg ist ein Verdrängerweg und kann nichts bewirken“, sagt der Grafiker aus Heidelberg bei der Eröffnung einer Ausstellung seiner politischen Plakate zum Thema Gewalt im BÜZ in Minden. Staeck, der in den 1970er-Jahren einer der bekanntesten Grafiker war, sah sich in den 1980er-Jahren zunehmender Kritik ausgesetzt, und die Zahl seiner Ausstellungen ging zurück. Dennoch blieb er standhaft und streitbar. „Nur war sich einmischt, kann Einfluß nehmen“, ermunterte er das Publikum zu aktiver Partizipation und energischem Durchgreifen, „wo die Demokratie gefährdet werde“. Zugleich forderte er mehr Toleranz für Andersdenkende. Wegen seiner Plakate hatte der Grafiker, der auch Rechtsanwalt war, mehr als 40 Prozesse bestreiten müssen. Aktuell kritisierte er vor 25 Jahren „Forderungen nach Finanzkürzungen für Kulturvorhaben“. (lkp)