Zurück in der Spur: Trotz Überflutung und beschädigter Wasserleitung bleibt die Renaturierung von Reimlers Teich im Zeitplan Carsten Korfesmeyer Hille. Nur eine Woche lief nichts, inzwischen geht es mit der Renaturierung von Reimlers Teich wieder weiter. Auch der Zeitplan könne noch gehalten werden, sagt Bauhofleiterin Dagmar Meinert am Donnerstag. Bis spätestens Ende August muss die sogenannte „ökologische Aufwertung“ des Areals abgeschlossen sein. Das ist eine Bedingung für die Fördermittel, mit denen das Land die kompletten Kosten von 313.000 Euro übernimmt. Die vergangene Woche beschreibt Bürgermeister Michael Schweiß (parteilos) als enorm stressig. Mitarbeiter eines Tiefbauers hatten am 6. Juli eine Wasserleitung am Teich beschädigt, woraufhin die Fluten den noch offenen Teil in den Randbereichen ausspülten und vor allem die Frage aufkam, ob der Untergrund überhaupt noch standsicher sei. Falls nicht, hätte das nicht nur den Fahrplan der Bauarbeiten, sondern auch den Kostenrahmen gesprengt. Für die Verwaltung begann ein Kampf gegen die Uhr – auch vor dem Hintergrund, dass die bereits lagernden Tonplatten austrocknen und dadurch unbrauchbar werden könnten. 43 Tonnen davon mussten letztlich entsorgt werden, heißt es. Entscheidend sei gewesen, dass die Arbeiten schnellstens wieder ins Laufen kommen. Doch dann trat plötzlich noch ein weiteres Problem auf. Aufgrund eines technischen Defekts bei der zuständigen Versicherung konnte die Schadensabwicklung nicht kurzfristig geregelt werden. Zwar war allen klar, wer der Verursacher war, allerdings: „Es bleibt ein Prozessrisiko“, sagt der Bürgermeister im MT-Gespräch. Und um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, dass die Arbeiten weiterlaufen können, brauchte er das Okay der Politik – um mögliche Mehrkosten von der Gemeinde aufzufangen: knapp 30.000 Euro. Den sogenannten Dringlichkeitsbeschluss fassten die Politiker noch am Donnerstag. Inzwischen ist aber alles geregelt. Mittwoch erreichte die Nachricht das Rathaus, dass die Schadensübernahme durch den Verursacher erfolgt. Auch über die Höhe des Sachschadens habe man schnell eine Einigung erzielen können, erklärt die Bauhofleiterin. Schon am vergangenen Montag wurden bereits das Wasser und der Schlamm aus dem Teich abgepumpt. Anschließend werde nun neuer Füllsand aufgetragen und verdichtet, bevor es schließlich mit den Uferbereichen weitergeht. Ab kommender Woche werden die Arbeiter wieder die empfindlichen Tonelemente an Reimlers Teich verlegen. Laufe es wie gewünscht, könnte das Gewässer schon in Kürze langsam geflutet werden. Danach gehe es weiter mit der Ufergestaltung, heißt es. Was passiert mit Reimlers Teich, wenn die Bauarbeiten beendet sind? Ziel aller Verantwortlichen ist, das gesamte Areal ökologisch aufzuwerten, gleichzeitig aber auch einen Treffpunkt mitten im Ort zu schaffen. Das kleine Gewässer im Herzen von Hille hatte in den zurückliegenden Jahren massive Probleme bekommen. Der Pegel sank kontinuierlich und zwischenzeitlich drohte Reimlers Teich sogar auszutrocknen. Dass etwas passieren musste, stand seit geraumer Zeit außer Frage. Schon im vergangenen Spätsommer waren die Fische aus dem Gewässer geholt und umgesiedelt worden. Plötzlich tat sich der Fördertopf des Landes auf, der die Renaturierung übernehmen könnte. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt. Die Bezirksregierung hat die 100-Prozent-Förderung für Reimlers Teich an der Dorfstraße im Dezember 2020 bewilligt. Der Förderantrag war zuvor in enger Abstimmung mit der Biologischen Station erstellt worden. Bereits Wochen zuvor war auch die Politik mit ins Boot geholt worden. Die hat laut Bauhofchefin sofort grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Mit dem Projekt soll die Natur rund um Reimlers Teich erlebbarer werden. Entstehen soll ein Raum, der für Pflanzen und Tiere wertvoll ist und gleichzeitig die Menschen einbezieht. Die Bauhofleiterin nannte gegenüber dem MT seinerzeit bereits einen Holzsteg mit Beobachtungsplattform, eine Wildblumenwiese oder den Bau eines Weges mit wassergebundener Decke. Stauden am Ufer werden ebenfalls gepflanzt. Außerdem entsteht ein grünes Klassenzimmer. Dabei handelt es sich um ein Rondell mit einer Sitzgruppe, die im Kreuzungsbereich zur Mühlenstraße platziert werden soll. Weiterhin werden Schautafeln aufgestellt, die den Besuchern entsprechende Hinweise auf die Tier- und Pflanzenwelt rund um das Gewässer liefern. Neu gestaltet wird außerdem die Wasserfläche mit Flachufern. Und auf dem Teichgrund soll es künftig eine umweltfreundliche Lehmabdichtung geben. Ob auch das Problem der Wasserzuleitung damit gelöst ist, steht noch nicht fest. Denn die bisherige Pumpe am benachbarten Von-Oeynhausen-Hof hat sich als zu schwach erwiesen und müsste durch eine neue ersetzt werden. Eine Pumpe ist jedoch nicht Bestandteil der Reimlers-Teich-Förderung.

Zurück in der Spur: Trotz Überflutung und beschädigter Wasserleitung bleibt die Renaturierung von Reimlers Teich im Zeitplan

Die Renaturierung von Reimlers Teich bleibt im Zeitplan.  © MT-Foto: Korfesmeyer

Hille. Nur eine Woche lief nichts, inzwischen geht es mit der Renaturierung von Reimlers Teich wieder weiter. Auch der Zeitplan könne noch gehalten werden, sagt Bauhofleiterin Dagmar Meinert am Donnerstag. Bis spätestens Ende August muss die sogenannte „ökologische Aufwertung“ des Areals abgeschlossen sein. Das ist eine Bedingung für die Fördermittel, mit denen das Land die kompletten Kosten von 313.000 Euro übernimmt.

Die vergangene Woche beschreibt Bürgermeister Michael Schweiß (parteilos) als enorm stressig. Mitarbeiter eines Tiefbauers hatten am 6. Juli eine Wasserleitung am Teich beschädigt, woraufhin die Fluten den noch offenen Teil in den Randbereichen ausspülten und vor allem die Frage aufkam, ob der Untergrund überhaupt noch standsicher sei. Falls nicht, hätte das nicht nur den Fahrplan der Bauarbeiten, sondern auch den Kostenrahmen gesprengt. Für die Verwaltung begann ein Kampf gegen die Uhr – auch vor dem Hintergrund, dass die bereits lagernden Tonplatten austrocknen und dadurch unbrauchbar werden könnten. 43 Tonnen davon mussten letztlich entsorgt werden, heißt es.

Entscheidend sei gewesen, dass die Arbeiten schnellstens wieder ins Laufen kommen. Doch dann trat plötzlich noch ein weiteres Problem auf. Aufgrund eines technischen Defekts bei der zuständigen Versicherung konnte die Schadensabwicklung nicht kurzfristig geregelt werden. Zwar war allen klar, wer der Verursacher war, allerdings: „Es bleibt ein Prozessrisiko“, sagt der Bürgermeister im MT-Gespräch. Und um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, dass die Arbeiten weiterlaufen können, brauchte er das Okay der Politik – um mögliche Mehrkosten von der Gemeinde aufzufangen: knapp 30.000 Euro. Den sogenannten Dringlichkeitsbeschluss fassten die Politiker noch am Donnerstag.


Inzwischen ist aber alles geregelt. Mittwoch erreichte die Nachricht das Rathaus, dass die Schadensübernahme durch den Verursacher erfolgt. Auch über die Höhe des Sachschadens habe man schnell eine Einigung erzielen können, erklärt die Bauhofleiterin. Schon am vergangenen Montag wurden bereits das Wasser und der Schlamm aus dem Teich abgepumpt. Anschließend werde nun neuer Füllsand aufgetragen und verdichtet, bevor es schließlich mit den Uferbereichen weitergeht. Ab kommender Woche werden die Arbeiter wieder die empfindlichen Tonelemente an Reimlers Teich verlegen. Laufe es wie gewünscht, könnte das Gewässer schon in Kürze langsam geflutet werden. Danach gehe es weiter mit der Ufergestaltung, heißt es.

Was passiert mit Reimlers Teich, wenn die Bauarbeiten beendet sind? Ziel aller Verantwortlichen ist, das gesamte Areal ökologisch aufzuwerten, gleichzeitig aber auch einen Treffpunkt mitten im Ort zu schaffen. Das kleine Gewässer im Herzen von Hille hatte in den zurückliegenden Jahren massive Probleme bekommen. Der Pegel sank kontinuierlich und zwischenzeitlich drohte Reimlers Teich sogar auszutrocknen.

Dass etwas passieren musste, stand seit geraumer Zeit außer Frage. Schon im vergangenen Spätsommer waren die Fische aus dem Gewässer geholt und umgesiedelt worden. Plötzlich tat sich der Fördertopf des Landes auf, der die Renaturierung übernehmen könnte. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt. Die Bezirksregierung hat die 100-Prozent-Förderung für Reimlers Teich an der Dorfstraße im Dezember 2020 bewilligt. Der Förderantrag war zuvor in enger Abstimmung mit der Biologischen Station erstellt worden. Bereits Wochen zuvor war auch die Politik mit ins Boot geholt worden. Die hat laut Bauhofchefin sofort grünes Licht für das Vorhaben gegeben.

Mit dem Projekt soll die Natur rund um Reimlers Teich erlebbarer werden. Entstehen soll ein Raum, der für Pflanzen und Tiere wertvoll ist und gleichzeitig die Menschen einbezieht. Die Bauhofleiterin nannte gegenüber dem MT seinerzeit bereits einen Holzsteg mit Beobachtungsplattform, eine Wildblumenwiese oder den Bau eines Weges mit wassergebundener Decke. Stauden am Ufer werden ebenfalls gepflanzt.

Außerdem entsteht ein grünes Klassenzimmer. Dabei handelt es sich um ein Rondell mit einer Sitzgruppe, die im Kreuzungsbereich zur Mühlenstraße platziert werden soll. Weiterhin werden Schautafeln aufgestellt, die den Besuchern entsprechende Hinweise auf die Tier- und Pflanzenwelt rund um das Gewässer liefern. Neu gestaltet wird außerdem die Wasserfläche mit Flachufern. Und auf dem Teichgrund soll es künftig eine umweltfreundliche Lehmabdichtung geben.

Ob auch das Problem der Wasserzuleitung damit gelöst ist, steht noch nicht fest. Denn die bisherige Pumpe am benachbarten Von-Oeynhausen-Hof hat sich als zu schwach erwiesen und müsste durch eine neue ersetzt werden. Eine Pumpe ist jedoch nicht Bestandteil der Reimlers-Teich-Förderung.

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