Zurück am Strand: Zum Saisonauftakt ist der Naturbadesee Mindenerwald gut besucht Carsten Korfesmeyer Hille. Es scheint so wie immer und ist doch ein bisschen anders. Zum Saisonauftakt am Naturbadesee Mindenerwald sind die Duschen verschlossen, die Grillhütte ist tabu, Distanz ist zu wahren und maximal 400 Gäste dürfen auf das Gelände. Coronazeiten schränken die Menschen ein und trotzdem herrscht am Pfingstmontag unter den Besuchern Top-Stimmung. „Für mich ist das hier ein Stück Normalität“, sagt Daniela Bahr. Zuhause in Lübbecke hat sie nur eine Wohnung mit Balkon und die Liegewiese im Hiller Norden sei in jedem Sommer ihr Gartenersatz. 2020 empfinde sie diese Form der Freiheit allerdings ganz besonders intensiv. Gebangt habe sie um die Sommersaison. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass hier gar nichts läuft“, sagt sie. Daniela Bahr besucht den Naturbadesee gemeinsam mit Tanja Boss. Beide erzählen, in der Saison nahezu täglich auf dem Gelände zu sein. Die Ruhe gefällt den beiden Frauen, die mit ihren Kindern vor allem die Nähe zur Natur schätzen. Dass demnächst die Mindener Sternwarte auf das Nachbargrundstück zieht, finden die Zwei ebenso gut wie die Pläne von Bürgermeister Michael Schweiß (SPD), das Areal weiter aufzuwerten. „Hätte ich ein Wohnmobil, würde ich hier auch übernachten“, sagt Daniela Bahr. Auch zusätzliche Gastronomie würde ihr gefallen. Während die beiden Lübbeckerinnen zu den Stammgästen zählen, feiert Mona Büsching zusammen mit Ehemann Dirk und den Kindern Matti (4) und Ella (2) ihre Naturbadesee-Premiere. „Wir mussten einfach mal wieder raus“, erzählt die Frau aus Raddestorf gegenüber dem MT. Vom Saisonauftakt hat sie aus der Zeitung erfahren und der Entschluss für einen Besuch fiel ganz spontan. Mit dabei sind auch ihr Bruder Sönke Böttcher samt Lebensgefährtin Janne Wesemann. Und während es sich die vier Erwachsenen auf der Liegewiese bequem machen, toben die Kinder in Sichtweite am Sandstrand. „Das ist hier wie ein Kurzurlaub“, sagt Mona Büsching. Und so oder ähnlich äußern sich an dem Nachmittag alle, die nach ihrer Meinung gefragt werden. Wie schon in den Jahren zuvor stellt sich heraus, dass Hilles einziges öffentliches Freibad ein weites Einzugsgebiet hat. Die Gäste kommen aus Nienburg, Rahden, Espelkamp oder Minden. Aber auch in der Gemeinde hat der See viele Fans. Für Marielena Scollo aus Hille bringt der Aufenthalt beispielsweise ein besonderes Gefühl der Freiheit zurück, das sie in den vergangenen Wochen der Covid-19-Krise doch häufiger mal vermisst hat. Und so sehr sich alle Gäste die Normalität wünschen, ist Corona doch irgendwie immer präsent. Die Menschen liegen auf Abstand oder gehen sich am Strand aus dem Weg. „Leider ist das in dieser Saison notwendig“, sagt Leroy Telke. Er ist Leiter des Sanitätsdienstes beim Hiller DRK und mit seinem Team für die Sicherheit am Naturbadesee zuständig. Rund 250 Badegäste zählt der 28-Jährige am frühen Nachmittag, später dürften es um die 300 sein. Zwischenfälle habe es keine gegeben und bislang halte sich jeder Besucher an die Abstands- und Hygieneregeln. „Wir müssen da schon genau hinsehen“, sagt der Mann vom DRK. Um den Zulauf der Gäste im Blick behalten zu können, sind die sogenannten Schlupflöcher an den Seiten mit Absperrbändern versehen, damit alle über den Haupteingang kommen. Klare Regeln herrschen auch auf den Toiletten. Maximal eine Person darf sie jeweils betreten. Telke weist außerdem darauf hin, dass die Besucher auf dem Gelände zwei Meter Abstand halten müssen. Trotz aller Beschränkungen will er den Spaß nicht trüben und sagt, dass er und seine Kollegen auf die Eigenverantwortung setzen. „So wie wir das hier bislang beobachten, klappt das“, sagt er. Noch bis Ende August ist das DRK-Hille täglich im Einsatz und kümmert sich in der Zeit von 10 bis 19 Uhr um die Schwimmaufsicht. Wochentags ist jeweils eine Person vor Ort, an den Wochenenden sind es zwei. Alle sind qualifizierte Sanitäter und Rettungskräfte, so dass laut Telke ein hohes Maß an Sicherheit garantiert ist. „Wir machen das übrigens ehrenamtlich“, erzählt er. Die Helfer bekommen für ihre Tätigkeit lediglich eine Aufwandsentschädigung. Ein wenig wehmütig blickt er in dem Moment auf die verwaiste Grillhütte, die immer sehr gefragt sei. „Mal sehen, ob wir sie in diesem Jahr noch mal benutzen dürfen.“

Zurück am Strand: Zum Saisonauftakt ist der Naturbadesee Mindenerwald gut besucht

Bis zu 400 Badegäste sind in Coronazeiten am Naturbadesee in Mindenerwald erlaubt. Diese Zahl wurde zum Saisonauftakt nicht erreicht. Das Team vom DRK Hille sorgt wieder für die Sicherheit der Besucher und muss in diesem Jahr auch auf die Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften achten. MT- © Foto: Carsten Korfesmeyer

Hille. Es scheint so wie immer und ist doch ein bisschen anders. Zum Saisonauftakt am Naturbadesee Mindenerwald sind die Duschen verschlossen, die Grillhütte ist tabu, Distanz ist zu wahren und maximal 400 Gäste dürfen auf das Gelände. Coronazeiten schränken die Menschen ein und trotzdem herrscht am Pfingstmontag unter den Besuchern Top-Stimmung.

„Für mich ist das hier ein Stück Normalität“, sagt Daniela Bahr. Zuhause in Lübbecke hat sie nur eine Wohnung mit Balkon und die Liegewiese im Hiller Norden sei in jedem Sommer ihr Gartenersatz. 2020 empfinde sie diese Form der Freiheit allerdings ganz besonders intensiv. Gebangt habe sie um die Sommersaison. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass hier gar nichts läuft“, sagt sie.

Dirk Büsching (von links), Mona Büsching, Sönke Böttcher und Janne Wesemann sind erstmals zu Gast am Naturbadesee Mindenerwald. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer
Dirk Büsching (von links), Mona Büsching, Sönke Böttcher und Janne Wesemann sind erstmals zu Gast am Naturbadesee Mindenerwald. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer

Daniela Bahr besucht den Naturbadesee gemeinsam mit Tanja Boss. Beide erzählen, in der Saison nahezu täglich auf dem Gelände zu sein. Die Ruhe gefällt den beiden Frauen, die mit ihren Kindern vor allem die Nähe zur Natur schätzen. Dass demnächst die Mindener Sternwarte auf das Nachbargrundstück zieht, finden die Zwei ebenso gut wie die Pläne von Bürgermeister Michael Schweiß (SPD), das Areal weiter aufzuwerten. „Hätte ich ein Wohnmobil, würde ich hier auch übernachten“, sagt Daniela Bahr. Auch zusätzliche Gastronomie würde ihr gefallen.

Während die beiden Lübbeckerinnen zu den Stammgästen zählen, feiert Mona Büsching zusammen mit Ehemann Dirk und den Kindern Matti (4) und Ella (2) ihre Naturbadesee-Premiere. „Wir mussten einfach mal wieder raus“, erzählt die Frau aus Raddestorf gegenüber dem MT. Vom Saisonauftakt hat sie aus der Zeitung erfahren und der Entschluss für einen Besuch fiel ganz spontan. Mit dabei sind auch ihr Bruder Sönke Böttcher samt Lebensgefährtin Janne Wesemann. Und während es sich die vier Erwachsenen auf der Liegewiese bequem machen, toben die Kinder in Sichtweite am Sandstrand. „Das ist hier wie ein Kurzurlaub“, sagt Mona Büsching. Und so oder ähnlich äußern sich an dem Nachmittag alle, die nach ihrer Meinung gefragt werden.

Wie schon in den Jahren zuvor stellt sich heraus, dass Hilles einziges öffentliches Freibad ein weites Einzugsgebiet hat. Die Gäste kommen aus Nienburg, Rahden, Espelkamp oder Minden. Aber auch in der Gemeinde hat der See viele Fans. Für Marielena Scollo aus Hille bringt der Aufenthalt beispielsweise ein besonderes Gefühl der Freiheit zurück, das sie in den vergangenen Wochen der Covid-19-Krise doch häufiger mal vermisst hat. Und so sehr sich alle Gäste die Normalität wünschen, ist Corona doch irgendwie immer präsent. Die Menschen liegen auf Abstand oder gehen sich am Strand aus dem Weg.

„Leider ist das in dieser Saison notwendig“, sagt Leroy Telke. Er ist Leiter des Sanitätsdienstes beim Hiller DRK und mit seinem Team für die Sicherheit am Naturbadesee zuständig. Rund 250 Badegäste zählt der 28-Jährige am frühen Nachmittag, später dürften es um die 300 sein. Zwischenfälle habe es keine gegeben und bislang halte sich jeder Besucher an die Abstands- und Hygieneregeln. „Wir müssen da schon genau hinsehen“, sagt der Mann vom DRK. Um den Zulauf der Gäste im Blick behalten zu können, sind die sogenannten Schlupflöcher an den Seiten mit Absperrbändern versehen, damit alle über den Haupteingang kommen.

Klare Regeln herrschen auch auf den Toiletten. Maximal eine Person darf sie jeweils betreten. Telke weist außerdem darauf hin, dass die Besucher auf dem Gelände zwei Meter Abstand halten müssen. Trotz aller Beschränkungen will er den Spaß nicht trüben und sagt, dass er und seine Kollegen auf die Eigenverantwortung setzen. „So wie wir das hier bislang beobachten, klappt das“, sagt er.

Noch bis Ende August ist das DRK-Hille täglich im Einsatz und kümmert sich in der Zeit von 10 bis 19 Uhr um die Schwimmaufsicht. Wochentags ist jeweils eine Person vor Ort, an den Wochenenden sind es zwei. Alle sind qualifizierte Sanitäter und Rettungskräfte, so dass laut Telke ein hohes Maß an Sicherheit garantiert ist. „Wir machen das übrigens ehrenamtlich“, erzählt er. Die Helfer bekommen für ihre Tätigkeit lediglich eine Aufwandsentschädigung. Ein wenig wehmütig blickt er in dem Moment auf die verwaiste Grillhütte, die immer sehr gefragt sei. „Mal sehen, ob wir sie in diesem Jahr noch mal benutzen dürfen.“

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