Zeichen der Zeit: Ziffernblätter der Oberlübber Kirchturmuhr versteigert Anneke Blaas Hille-Oberlübbe (bl). Zeit zu versteigern: am vergangenen Sonntag wurden die alten Ziffernblätter der Kirchturmuhr Oberlübbe im Anschluss an den Familiengottesdienst an die Meistbietenden verkauft. Drei der Ziffernblätter konnten jeweils ab einem Preis von 100 Euro erworben werden. Das Vierte stand jedoch nicht zum Verkauf: Es bleibt im Besitz der Kirche und wird für die Gemeinde in Ehren gehalten. „Die Ziffernblätter sind ein Stück unserer Geschichte und ein Zeichen der Verbundenheit mit der Gemeinde“, erklärte Pfarrer Jens Brakensiek, der die Versteigerung leitete. Bereits im Juni stand die Zeit an dem Kirchturm für einen kurzen Augenblick still, als die alten in die Jahre Gekommenen Ziffernblätter gegen neue ausgetauscht wurden. Mehr als hundert Jahre waren sie im Einsatz und leisteten den Menschen im Ort einen zuverlässigen Dienst. Im Anschluss sollten sie nicht einfach weggeworfen werden, sondern für den guten Zweck versteigert werden. Schon vor dem Versteigerungstermin meldeten sich fünf Interessenten. Als die Besucher nach dem Gottesdienst das Kirchkaffee betraten und die alten Schätze sahen, war die Verwunderung jedoch erstmal groß – mit diesen Ausmaßen hatten scheinbar nur die wenigsten Auktionsbesucher gerechnet. Denn die Ziffernblätter sind stolze 30 bis 40 Kilogramm schwer und haben einen Durchmesser von rund 1,27 Metern. Die Versteigerung startete zunächst mit Zurückhaltung unter den potenziellen Bietern, die erhofften hohen Angebote blieben zunächst aus. Man könne seiner Kreativität freien Lauf lassen und es bleibe jedem selbst überlassen, was man mit seiner neuesten Errungenschaft anstelle, warb Brakensiek. Der Pfarrer wies außerdem noch einmal daraufhin, dass es sich um drei Originale aus der Bauzeit der Kirchturmuhr im Jahr 1910 handle. Schließlich ging das erste Ziffernblatt für das Startgebot von 100 Euro an Raphael Rüter. Er will versuchen, die Uhr durch eine Restaurierung wieder in Gang zu bekommen. Auch das zweite Unikat wechselte – ebenfalls für 100 Euro – den Besitzer und steht ab sofort als Dekoration im Garten der Familie Oevermann. Bei dem dritten und letzten Ziffernblatt wurde schnell klar, dass es nicht bei dem Startgebot bleiben würde. Rasch schossen die genannten Summen in die Höhe und ein Wettstreit um das gute Stück entbrannte. Als sich der Heimatverein Oberlübbe/Unterlübbe dann per Telefon einschaltete und ein Gebot abgab, gab der erste Interessent zwar auf, aber der dritte Bieter im Publikum blieb hartnäckig. Nach einem „Nun gönn es doch dem Heimatverein“-Ruf eines anderen Besuchers gab auch der letzte Interessent auf. Ein letztes „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“ seitens des Pfarrers ging das heiß begehrte Ziffernblatt für den stolzen Preis von 400 Euro in den Besitz des Heimatvereins über. Nach der erfolgreichen Versteigerung zeigte sich Brakensiek sichtlich zufrieden über den Erlös in Höhe von 600 Euro. Der Gewinn gehe an die Kirchengemeinde Oberlübbe und werde unter anderem für die Bauerhaltung der Kirche genutzt.

Zeichen der Zeit: Ziffernblätter der Oberlübber Kirchturmuhr versteigert

Hille-Oberlübbe (bl). Zeit zu versteigern: am vergangenen Sonntag wurden die alten Ziffernblätter der Kirchturmuhr Oberlübbe im Anschluss an den Familiengottesdienst an die Meistbietenden verkauft. Drei der Ziffernblätter konnten jeweils ab einem Preis von 100 Euro erworben werden. Das Vierte stand jedoch nicht zum Verkauf: Es bleibt im Besitz der Kirche und wird für die Gemeinde in Ehren gehalten. „Die Ziffernblätter sind ein Stück unserer Geschichte und ein Zeichen der Verbundenheit mit der Gemeinde“, erklärte Pfarrer Jens Brakensiek, der die Versteigerung leitete.

Bereits im Juni stand die Zeit an dem Kirchturm für einen kurzen Augenblick still, als die alten in die Jahre Gekommenen Ziffernblätter gegen neue ausgetauscht wurden. Mehr als hundert Jahre waren sie im Einsatz und leisteten den Menschen im Ort einen zuverlässigen Dienst. Im Anschluss sollten sie nicht einfach weggeworfen werden, sondern für den guten Zweck versteigert werden.

Schon vor dem Versteigerungstermin meldeten sich fünf Interessenten. Als die Besucher nach dem Gottesdienst das Kirchkaffee betraten und die alten Schätze sahen, war die Verwunderung jedoch erstmal groß – mit diesen Ausmaßen hatten scheinbar nur die wenigsten Auktionsbesucher gerechnet. Denn die Ziffernblätter sind stolze 30 bis 40 Kilogramm schwer und haben einen Durchmesser von rund 1,27 Metern.

Die Versteigerung startete zunächst mit Zurückhaltung unter den potenziellen Bietern, die erhofften hohen Angebote blieben zunächst aus. Man könne seiner Kreativität freien Lauf lassen und es bleibe jedem selbst überlassen, was man mit seiner neuesten Errungenschaft anstelle, warb Brakensiek. Der Pfarrer wies außerdem noch einmal daraufhin, dass es sich um drei Originale aus der Bauzeit der Kirchturmuhr im Jahr 1910 handle.

Schließlich ging das erste Ziffernblatt für das Startgebot von 100 Euro an Raphael Rüter. Er will versuchen, die Uhr durch eine Restaurierung wieder in Gang zu bekommen. Auch das zweite Unikat wechselte – ebenfalls für 100 Euro – den Besitzer und steht ab sofort als Dekoration im Garten der Familie Oevermann.

Bei dem dritten und letzten Ziffernblatt wurde schnell klar, dass es nicht bei dem Startgebot bleiben würde. Rasch schossen die genannten Summen in die Höhe und ein Wettstreit um das gute Stück entbrannte.

Als sich der Heimatverein Oberlübbe/Unterlübbe dann per Telefon einschaltete und ein Gebot abgab, gab der erste Interessent zwar auf, aber der dritte Bieter im Publikum blieb hartnäckig. Nach einem „Nun gönn es doch dem Heimatverein“-Ruf eines anderen Besuchers gab auch der letzte Interessent auf. Ein letztes „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“ seitens des Pfarrers ging das heiß begehrte Ziffernblatt für den stolzen Preis von 400 Euro in den Besitz des Heimatvereins über.

Nach der erfolgreichen Versteigerung zeigte sich Brakensiek sichtlich zufrieden über den Erlös in Höhe von 600 Euro. Der Gewinn gehe an die Kirchengemeinde Oberlübbe und werde unter anderem für die Bauerhaltung der Kirche genutzt.

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