„Wir behindern uns selbst“: Hille hat viel ungenutzte Baulandflächen Stefanie Dullweber Hille. Die Gemeinde Hille hat zu viele ungenutzte Flächen. Allein rund 860.000 Quadratmeter Bauland – das entspricht etwa 124 Fußballfeldern – sind bislang nicht verplant. Das möchte die Gemeinde ändern und diese Flächen entwickeln. Dazu sind die Verantwortlichen aus dem Rathaus an die Besitzer der Grundstücke herangetreten. Dabei haben sie ein konkretes Kaufangebot abgegeben und um Rückmeldung dazu gebeten, was die Eigentümer mit diesen Flächen vorhaben. Seit Beginn dieses Jahres befassen sich Mitarbeiter der Verwaltung mit der Frage, wie die Gemeinde selbst Bauland entwickeln kann. Die Bezirksregierung hatte es der Gemeinde zur Aufgabe gemacht, ungenutzte Flächen zu mobilisieren. Der Anlass war eine Anfrage bei der Behörde im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens in der Ortschaft Hille. Dieses lehnte die Bezirksregierung mit dem Hinweis ab, zunächst das im Flächennutzungsplan dargestellte Bauland priorisiert zu nutzen. „Wenn wir dieses Potenzial nicht nutzen, können wir an anderer Stelle nicht tätig werden. Wir behindern uns also selbst, wenn jetzt nichts passiert“, sagt Andreas Waßmann, der verwaltungsseitig an dem Projekt beteiligt ist. Die Gemeinde beschränkt ihre Pläne, Bauland zu mobilisieren, schwerpunktmäßig auf drei Ortschaften: Hille, Rothenuffeln und Hartum. In den anderen sechs Ortschaften – die nicht als Siedlungsschwerpunkte gelten – werde die Kommune keine Abfrage starten, um hier die Möglichkeit einer eigenständigen Entwicklung zu behalten. In Hille ist die Rede von einem Flächenpotenzial von 164.100 Quadratmetern, in Hartum sind es 139.700 und in Rothenuffeln 138.800 Quadratmeter. „Wir haben überwiegend Kontakt zu Eigentümern aufgenommen, die mehr als 4.000 Quadratmeter zusammenhängende Fläche besitzen“, erklärt Andreas Waßmann. Wer eine kleine Fläche für Angehörige zurückhalte, sei nicht kontaktiert worden.Somit rede man statt der 860.000 Quadratmeter im gesamten Gemeindegebiet noch über eine Fläche von knapp 260.000 Quadratmetern. Von den 32 angeschriebenen Adressaten hätten sich 28 bei der Gemeinde zurückgemeldet und mitgeteilt, was sie mittelfristig mit ihren Flächen vorhaben. Wie genau die Pläne aussehen, verrät er nicht. Nur so viel: Auch für das Vorhaben der Gemeinde Hille seien positive Antworten dabei gewesen. Aber selbst wenn die Eigentümer nicht verkaufen wollten – wichtig sei, deren Absichten zu kennen. „Niemand verliert sein Land und niemand ist gezwungen, mit der Gemeinde ins Geschäft zu kommen“, betont Andreas Waßmann. Den Eigentümern müsse aber klar sein, dass es über das Jahr 2022 hinaus keine Garantie gibt, dass die Flächen weiterhin als Bauland ausgewiesen werden. „Unser Ziel ist es, den Flächennutzungsplan zu ändern.“Warum hat Hille eigentlich ein so großes Potenzial? Bei der letzten Entwicklung des Flächennutzungsplans in den Jahren 2005 bis 2012 sei man noch von einem größeren Wachstum ausgegangen, so Waßmann. Heutzutage würde die Gemeinde so großzügige Flächen gar nicht mehr zugesprochen bekommen. „Wir rechnen heute ja eher mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen.“Für Bauamtsleiterin Ute Hildebrandt hat spielt auch die Frage eine Rolle, wie die Menschen in Hille künftig wohnen und leben wollen. „Wenn wir unsere strategischen Ziele ernst nehmen, dann müssen wir bezahlbaren Wohnraum schaffen.“ Und so solle die aktuelle Abfrage auch einen Beitrag dazu leisten. Eines der strategischen Ziele besagt beispielsweise, dass die Gemeinde Hille als Wohnstandort insbesondere für junge Menschen erhalten bleiben soll. Dafür soll ein bezahlbares Wohnraumangebot geschaffen werden. Zudem soll die Ortschaft Hille mittel- bis langfristig zum Gemeindekern entwickelt werden.

„Wir behindern uns selbst“: Hille hat viel ungenutzte Baulandflächen

Baugrundstücke zu finden, ist gerade in Siedlungsbereichen schwierig. Die Gemeinde Hille möchte selber Flächen entwickeln. Foto: Imago © imago images/U. J. Alexander

Hille. Die Gemeinde Hille hat zu viele ungenutzte Flächen. Allein rund 860.000 Quadratmeter Bauland – das entspricht etwa 124 Fußballfeldern – sind bislang nicht verplant. Das möchte die Gemeinde ändern und diese Flächen entwickeln. Dazu sind die Verantwortlichen aus dem Rathaus an die Besitzer der Grundstücke herangetreten. Dabei haben sie ein konkretes Kaufangebot abgegeben und um Rückmeldung dazu gebeten, was die Eigentümer mit diesen Flächen vorhaben.

Seit Beginn dieses Jahres befassen sich Mitarbeiter der Verwaltung mit der Frage, wie die Gemeinde selbst Bauland entwickeln kann. Die Bezirksregierung hatte es der Gemeinde zur Aufgabe gemacht, ungenutzte Flächen zu mobilisieren. Der Anlass war eine Anfrage bei der Behörde im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens in der Ortschaft Hille. Dieses lehnte die Bezirksregierung mit dem Hinweis ab, zunächst das im Flächennutzungsplan dargestellte Bauland priorisiert zu nutzen. „Wenn wir dieses Potenzial nicht nutzen, können wir an anderer Stelle nicht tätig werden. Wir behindern uns also selbst, wenn jetzt nichts passiert“, sagt Andreas Waßmann, der verwaltungsseitig an dem Projekt beteiligt ist.

Die Gemeinde beschränkt ihre Pläne, Bauland zu mobilisieren, schwerpunktmäßig auf drei Ortschaften: Hille, Rothenuffeln und Hartum. In den anderen sechs Ortschaften – die nicht als Siedlungsschwerpunkte gelten – werde die Kommune keine Abfrage starten, um hier die Möglichkeit einer eigenständigen Entwicklung zu behalten. In Hille ist die Rede von einem Flächenpotenzial von 164.100 Quadratmetern, in Hartum sind es 139.700 und in Rothenuffeln 138.800 Quadratmeter. „Wir haben überwiegend Kontakt zu Eigentümern aufgenommen, die mehr als 4.000 Quadratmeter zusammenhängende Fläche besitzen“, erklärt Andreas Waßmann. Wer eine kleine Fläche für Angehörige zurückhalte, sei nicht kontaktiert worden.

Somit rede man statt der 860.000 Quadratmeter im gesamten Gemeindegebiet noch über eine Fläche von knapp 260.000 Quadratmetern. Von den 32 angeschriebenen Adressaten hätten sich 28 bei der Gemeinde zurückgemeldet und mitgeteilt, was sie mittelfristig mit ihren Flächen vorhaben. Wie genau die Pläne aussehen, verrät er nicht. Nur so viel: Auch für das Vorhaben der Gemeinde Hille seien positive Antworten dabei gewesen. Aber selbst wenn die Eigentümer nicht verkaufen wollten – wichtig sei, deren Absichten zu kennen. „Niemand verliert sein Land und niemand ist gezwungen, mit der Gemeinde ins Geschäft zu kommen“, betont Andreas Waßmann. Den Eigentümern müsse aber klar sein, dass es über das Jahr 2022 hinaus keine Garantie gibt, dass die Flächen weiterhin als Bauland ausgewiesen werden. „Unser Ziel ist es, den Flächennutzungsplan zu ändern.“

Warum hat Hille eigentlich ein so großes Potenzial? Bei der letzten Entwicklung des Flächennutzungsplans in den Jahren 2005 bis 2012 sei man noch von einem größeren Wachstum ausgegangen, so Waßmann. Heutzutage würde die Gemeinde so großzügige Flächen gar nicht mehr zugesprochen bekommen. „Wir rechnen heute ja eher mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen.“

Für Bauamtsleiterin Ute Hildebrandt hat spielt auch die Frage eine Rolle, wie die Menschen in Hille künftig wohnen und leben wollen. „Wenn wir unsere strategischen Ziele ernst nehmen, dann müssen wir bezahlbaren Wohnraum schaffen.“ Und so solle die aktuelle Abfrage auch einen Beitrag dazu leisten. Eines der strategischen Ziele besagt beispielsweise, dass die Gemeinde Hille als Wohnstandort insbesondere für junge Menschen erhalten bleiben soll. Dafür soll ein bezahlbares Wohnraumangebot geschaffen werden. Zudem soll die Ortschaft Hille mittel- bis langfristig zum Gemeindekern entwickelt werden.

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Patrick Schwemmling

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