Ungewöhnliche Konkurrenz: Burkhard Günther geht für die SPD als Bürgermeisterkandidat ins Rennen Carsten Korfesmeyer Hille. 22 von 29 Delegierte sagen „Ja", sechs „Nein" und einer enthält sich. Burkhard Günther ist mit diesem Ergebnis erkennbar zufrieden und kündigt an, durch gute Arbeit auch die Gegner seiner Kandidatur noch überzeugen zu wollen. Bei der Kommunalwahl am 13. September tritt der SPD-Fraktionschef für seine Partei als Bürgermeisterkandidat an und hat es im Wahlkampf nun aktuell mit CDU-Bewerber Henning Grinke und Bürgermeister Michael Schweiß zu tun, der ebenfalls SPD-Mitglied ist und als Einzelbewerber aus dem Amt antritt. Eine ungewöhnliche Ausgangsposition, die allerdings in der Gemeindewahlkreiskonferenz am Dienstagabend weder von Burkhard Günther noch von SPD-Chefin Ulrike Grannemann thematisiert wird. Mitte März hatte der Fraktionschef seine Kandidatur angekündigt und nach dem offensichtlichen Zerwürfnis zwischen Michael Schweiß und der Hiller SPD war sicher, dass dem neuen Kandidaten durchaus Gegenwind entgegen bläst. Das entpuppt sich in der Sporthalle jedoch als laues Lüftchen. Keine Debatten und auch bei den Personalfragen hinsichtlich der Besetzung Wahlbezirke und Reserveliste kommt es nur vereinzelt zu ein paar Gegenstimmen. In Coronazeiten bringt die Hiller SPD ihre Kandidatennominierungen schnell über die Bühne. Burkhard Günther stellt sich vor seiner Wahl den Delegierten vor und formuliert seine Ziele. Als Bürgermeister sieht er sich in der Rolle des Brückenbauers zwischen Bürgern und Verwaltung. Der Rechtsanwalt und Notar sagt deutlich, dass es ihm in seiner Amtsführung nicht darum geht, laufende Vorgänge auf Rechtmäßigkeit zu überprüfen. „Denn das machen bereits die Mitarbeiter im Rathaus sehr gut." Als Chef der Verwaltung sei er der Vermittler und Ansprechpartner für die Bevölkerung. Burkhard Günther sieht auch die Wirtschaftsförderung als Chefsache und will Kontakte zu den Unternehmen herstellen und ausbauen. Elf Jahre ist der SPD-Kandidat in seiner Partei und entschlossen, die Bürger stärker in die Entscheidungen mit einzubeziehen. Er möchte mehr diskutieren und will die interfraktionellen Gespräche mit den anderen Parteien in den politischen Alltag zurückholen. „Ich finde das Amt klasse", sagt der Mann, der sein Abitur am Mindener Ratsgymnasium ablegte, in Bielefeld studierte und seit vielen Jahren seine Anwaltskanzlei in Hille hat. Er wünscht sich mehr Mut bei politischen Entscheidungen und erklärt, dass man dabei auch Fehler machen darf. Entscheidend sei nur, es versucht zu haben. Burkhard Günther ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach Hille ist er gezogen, weil „es dort einfach schön ist" und als Verwaltungschef möchte er etwas bewegen. Zwölfeinhalb Wochen bis zur Kommunalwahl bleibt nicht viel Zeit für den Wahlkampf. Aus den Worten des SPD-Kandidaten ist jedoch herauszuhören, dass ihn diese Herausforderung nicht stört. Damit ist er ganz auf der Linie von Ulrike Grannemann. „Ich glaube fest daran, dass wir trotz aller Schwierigkeiten durch die Coronakrise einen guten Wahlkampf machen werden", sagt sie vor den Delegierten. Die Vorsitzende spricht dennoch von schwierigen Wochen bis zur Wahl. Veranstaltungen oder Hausbesuche werden aller Voraussicht nach nicht möglich sein und deshalb müssen neue Varianten her, um die Wähler zu gewinnen. Große Hoffnungen setzt sie unter anderem auf die Jugend, die nach ihrer Wahrnehmung ein großes Interesse an der Politik hat. „Wählen darf man in NRW ab 16", sagt Ulrike Grannemann. Die Hiller SPD setzt außerdem auf die Unterstützung der kürzlich neu gegründeten Hiller Jusos, die beispielsweise gezielt die Erstwähler erreichen sollen. Die SPD-Kandidaten der Hiller Wahlbezirke Hille-Süd: Burkhard Günther Hille-Mitte: Hermann Böhne Hille-Mindenerwald: Alica-Sophie Schömer Hille-Nordwest: Markus Rieke Nordhemmern: Uwe Habbe Südhemmern: Susanne Steuber Holzhausen: Michael Duda Hartum-Süd: Heinz Becker Hartum-Nord: Roger Pretzer Rothenuffeln-Nord: Marion Lohmann Rothenuffeln-Süd: Wolfgang Witting Oberlübbe-West: Hans-Dieter Riechmann Oberlübbe-Ost: Jutta Buhre Unterlübbe: Rolf-Ulrich Rinne Eickhorst: Thomas Leimbach Reserveliste: Burkhard Günther, Jutta Buhre, Mario Lohmann, Susanne Steuber, Uwe Habbe, Alica-Sophie Schömer, Michael Duda, Thomas Leimbach, Heinz Becker, Markus Rieke

Ungewöhnliche Konkurrenz: Burkhard Günther geht für die SPD als Bürgermeisterkandidat ins Rennen

Die Hiller SPD hat ihren Bürgermeisterkandidaten Burkhard Günther in der Sporthalle der Verbundschule gewählt. Mit ihm freut sich Vorsitzende Ulrike Grannemann über das Ergebnis. MT- © Foto: Carsten Korfesmeyer

Hille. 22 von 29 Delegierte sagen „Ja", sechs „Nein" und einer enthält sich. Burkhard Günther ist mit diesem Ergebnis erkennbar zufrieden und kündigt an, durch gute Arbeit auch die Gegner seiner Kandidatur noch überzeugen zu wollen. Bei der Kommunalwahl am 13. September tritt der SPD-Fraktionschef für seine Partei als Bürgermeisterkandidat an und hat es im Wahlkampf nun aktuell mit CDU-Bewerber Henning Grinke und Bürgermeister Michael Schweiß zu tun, der ebenfalls SPD-Mitglied ist und als Einzelbewerber aus dem Amt antritt. Eine ungewöhnliche Ausgangsposition, die allerdings in der Gemeindewahlkreiskonferenz am Dienstagabend weder von Burkhard Günther noch von SPD-Chefin Ulrike Grannemann thematisiert wird.

Mitte März hatte der Fraktionschef seine Kandidatur angekündigt und nach dem offensichtlichen Zerwürfnis zwischen Michael Schweiß und der Hiller SPD war sicher, dass dem neuen Kandidaten durchaus Gegenwind entgegen bläst. Das entpuppt sich in der Sporthalle jedoch als laues Lüftchen. Keine Debatten und auch bei den Personalfragen hinsichtlich der Besetzung Wahlbezirke und Reserveliste kommt es nur vereinzelt zu ein paar Gegenstimmen. In Coronazeiten bringt die Hiller SPD ihre Kandidatennominierungen schnell über die Bühne.

Burkhard Günther stellt sich vor seiner Wahl den Delegierten vor und formuliert seine Ziele. Als Bürgermeister sieht er sich in der Rolle des Brückenbauers zwischen Bürgern und Verwaltung. Der Rechtsanwalt und Notar sagt deutlich, dass es ihm in seiner Amtsführung nicht darum geht, laufende Vorgänge auf Rechtmäßigkeit zu überprüfen. „Denn das machen bereits die Mitarbeiter im Rathaus sehr gut." Als Chef der Verwaltung sei er der Vermittler und Ansprechpartner für die Bevölkerung. Burkhard Günther sieht auch die Wirtschaftsförderung als Chefsache und will Kontakte zu den Unternehmen herstellen und ausbauen.

Elf Jahre ist der SPD-Kandidat in seiner Partei und entschlossen, die Bürger stärker in die Entscheidungen mit einzubeziehen. Er möchte mehr diskutieren und will die interfraktionellen Gespräche mit den anderen Parteien in den politischen Alltag zurückholen. „Ich finde das Amt klasse", sagt der Mann, der sein Abitur am Mindener Ratsgymnasium ablegte, in Bielefeld studierte und seit vielen Jahren seine Anwaltskanzlei in Hille hat. Er wünscht sich mehr Mut bei politischen Entscheidungen und erklärt, dass man dabei auch Fehler machen darf. Entscheidend sei nur, es versucht zu haben.

Burkhard Günther ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach Hille ist er gezogen, weil „es dort einfach schön ist" und als Verwaltungschef möchte er etwas bewegen. Zwölfeinhalb Wochen bis zur Kommunalwahl bleibt nicht viel Zeit für den Wahlkampf. Aus den Worten des SPD-Kandidaten ist jedoch herauszuhören, dass ihn diese Herausforderung nicht stört. Damit ist er ganz auf der Linie von Ulrike Grannemann. „Ich glaube fest daran, dass wir trotz aller Schwierigkeiten durch die Coronakrise einen guten Wahlkampf machen werden", sagt sie vor den Delegierten.

Die Vorsitzende spricht dennoch von schwierigen Wochen bis zur Wahl. Veranstaltungen oder Hausbesuche werden aller Voraussicht nach nicht möglich sein und deshalb müssen neue Varianten her, um die Wähler zu gewinnen. Große Hoffnungen setzt sie unter anderem auf die Jugend, die nach ihrer Wahrnehmung ein großes Interesse an der Politik hat. „Wählen darf man in NRW ab 16", sagt Ulrike Grannemann. Die Hiller SPD setzt außerdem auf die Unterstützung der kürzlich neu gegründeten Hiller Jusos, die beispielsweise gezielt die Erstwähler erreichen sollen.

Die SPD-Kandidaten der Hiller Wahlbezirke

Hille-Süd: Burkhard Günther

Hille-Mitte: Hermann Böhne

Hille-Mindenerwald: Alica-Sophie Schömer

Hille-Nordwest: Markus Rieke

Nordhemmern: Uwe Habbe

Südhemmern: Susanne Steuber

Holzhausen: Michael Duda

Hartum-Süd: Heinz Becker

Hartum-Nord: Roger Pretzer

Rothenuffeln-Nord: Marion Lohmann

Rothenuffeln-Süd: Wolfgang Witting

Oberlübbe-West: Hans-Dieter Riechmann

Oberlübbe-Ost: Jutta Buhre

Unterlübbe: Rolf-Ulrich Rinne

Eickhorst: Thomas Leimbach

Reserveliste: Burkhard Günther, Jutta Buhre, Mario Lohmann, Susanne Steuber, Uwe Habbe, Alica-Sophie Schömer, Michael Duda, Thomas Leimbach, Heinz Becker, Markus Rieke

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