Umzugspläne: Die Zeit der Übergangswache in Hille ist bald zu Ende Jörn Spree-Ledebur,Stefanie Dullweber Hille/Lübbecke. Schnelle Hilfe im Notfall – den garantiert der Rettungsdienst des Kreises Minden-Lübbecke. Dafür sorgen die Teams der Rettungswachen in Lübbecke mit einer Außenstelle in Hille und Rahden mit einer Außenstelle in Levern. In dem Thema ist derzeit viel Bewegung drin. An einigen Standorten stehen Veränderungen an – und dementsprechend kursieren viele Gerüchte. Seit Mai 2018 gibt es in Hille eine provisorische Rettungswache mit RTW. Untergebracht ist die Übergangswache mitten in einem Wohngebiet an der Straße Brockkamp – ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt zum geplanten Standort der künftigen Kreisleitstelle. Dorthin soll die Rettungswache Anfang nächsten Jahres umziehen. Dann sind die Arbeiten am Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) abgeschlossen. Die Verwaltung soll – so sieht es der aktuelle Zeitplan vor – bereits im Dezember umziehen, der RTW dann Anfang des Jahres. Der Umzug der Leitstelle werde am längsten dauern, sagt Michael Kirchhoff kürzlich im Gespräch. „Es muss einen nahtlosen Übergang geben“, so der Mitarbeiter aus dem Kreishaus, der für den Rettungsdienst zuständig ist. In Lübbecke sorgt aktuell der geplante Krankenhausneubau für Spekulationen hinsichtlich der Rettungswache an der Osnabrücker Straße. Kreisdirektorin Cornelia Schöder stellt klar: „Die Rettungswache Lübbecke wird nicht umziehen. Sie bleibt, wo sie ist.“ Nur der Notarzt werde dann vom neuen Krankenhaus-Standort abgeholt. Das sei in Minden auch so. Und auch in Rahden werde es künftig noch eine Rettungswache geben. Nur der Standort innerhalb der Stadt ändere sich möglicherweise. „Die Rettungswache Rahden muss neu gebaut werden. Das ist klar, wenn man sich die räumliche Situation ansieht“, macht Cornelia Schöder deutlich. „Sie platzt aus allen Nähten.“ In den 1990er-Jahren sei man hier mit 15 Mitarbeitern gestartet, so der leitende Notarzt Gunter Veit. Heute zählt das Team 40 Männer und Frauen. Raumzuwachs gab es nicht. Es gebe DIN-Normen für Rettungswachen, ergänzt Michael Kirchhoff. Diese sähen Standards wie eine Schwarz-Weiß-Trennung vor – etwa für Kleidung vor und nach einem Einsatz. Beim Umbau der Wache in Lübbecke vor rund zehn Jahren sei das berücksichtigt worden, in Rahden klappe das wegen des fehlenden Platzes nicht, meint Cornelia Schröder. Der geplante Neubau in Rahden sei im Entwurf des neuen Rettungsdienstbedarfsplanes enthalten. Die Krankenkassen müssten dem aber zustimmen, sagt Schöder. Über Details müsse noch gesprochen werden. Das aber sei im Fall der 2019 eingeweihten neuen Rettungswache in Levern ebenso gewesen. Mit dem Beginn eines Neubaus rechnet der Kreis nicht vor 2024. Seit 2016 habe sich die Einhaltung der Hilfsfristen deutlich verbessert, sagt Gunter Veit. Das erste Fahrzeug müsse in 90 Prozent aller Fälle binnen zwölf Minuten vor Ort sein. In der Regel sei dies der Rettungswagen, für den Notarzt gebe es keine Hilfsfrist. In diesem Zusammenhang habe man erkannt, dass es mehr qualifizierte Mitarbeiter braucht. Deshalb wurde nach Angaben Veits das neue Berufsbild der Rettungssanitäter eingeführt – im Kreis Minden-Lübbecke vor fünf Jahren. Es sei jedoch schwierig, qualifiziertes Personal für den Rettungsdienst zu finden, meint Veit. Dem Kreis helfe die Ausbildungsakademie der Mühlenkreiskliniken, sagt Cornelia Schöder. An die Akademie sei die Rettungsdienstschule angedockt. Notfallsanitäter, das sei die höchste Ausbildungsstufe vor dem Notarzt. Gunter Veit: „Sie dürfen lebensrettende heilkundliche Maßnahmen vornehmen, die früher nur ein Arzt machen durfte.“ Ein großer Teil der Mitarbeiter ist nach Angaben Veits mittlerweile als Notfallsanitäter ausgebildet. In der Rettungswache Lübbecke mit ihrer Außenstelle in Hille arbeiten derzeit 28 Notfallsanitäter, in der Wache Rahden mit ihrer Außenstelle in Levern sind es 26. Die Wache in Lübbecke hat fünf Rettungsassistenten, in Rahden ist es eine Person. In Lübbecke haben 13 Menschen eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, in Rahden sind es sieben. An beiden Standorten gibt es außerdem je sechs Personen, die sich zu Notfallsanitätern ausbilden lassen. Unterm Strich macht das im Rettungsdienst im Lübbecker Land und in Hille 92 Menschen. In Lübbecke sind zwei Rettungswagen (RTW) und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) rund um die Uhr im Einsatz, ein Krankentransportwagen (KTW) steht zu festen Zeiten zur Verfügung. In Hille soll neben dem RTW künftig auch einen KTW geben. In Rahden ist ein RTW rund um die Uhr im Einsatz – ebenso ein NEF. Ein zweiter RTW wird montags bis sonntags von 7 bis 19 Uhr eingesetzt. Der RTW in Levern ist ebenso wie der in Hille rund um die Uhr im Einsatz.

Umzugspläne: Die Zeit der Übergangswache in Hille ist bald zu Ende

Noch ist der Rettungswagen in der Übergangswache stationiert. Anfang 2022 erfolgt der Umzug. Foto: MT-Archiv © MT-Archiv

Hille/Lübbecke. Schnelle Hilfe im Notfall – den garantiert der Rettungsdienst des Kreises Minden-Lübbecke. Dafür sorgen die Teams der Rettungswachen in Lübbecke mit einer Außenstelle in Hille und Rahden mit einer Außenstelle in Levern. In dem Thema ist derzeit viel Bewegung drin. An einigen Standorten stehen Veränderungen an – und dementsprechend kursieren viele Gerüchte.

Seit Mai 2018 gibt es in Hille eine provisorische Rettungswache mit RTW. Untergebracht ist die Übergangswache mitten in einem Wohngebiet an der Straße Brockkamp – ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt zum geplanten Standort der künftigen Kreisleitstelle. Dorthin soll die Rettungswache Anfang nächsten Jahres umziehen. Dann sind die Arbeiten am Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) abgeschlossen. Die Verwaltung soll – so sieht es der aktuelle Zeitplan vor – bereits im Dezember umziehen, der RTW dann Anfang des Jahres. Der Umzug der Leitstelle werde am längsten dauern, sagt Michael Kirchhoff kürzlich im Gespräch. „Es muss einen nahtlosen Übergang geben“, so der Mitarbeiter aus dem Kreishaus, der für den Rettungsdienst zuständig ist.

In Lübbecke sorgt aktuell der geplante Krankenhausneubau für Spekulationen hinsichtlich der Rettungswache an der Osnabrücker Straße. Kreisdirektorin Cornelia Schöder stellt klar: „Die Rettungswache Lübbecke wird nicht umziehen. Sie bleibt, wo sie ist.“ Nur der Notarzt werde dann vom neuen Krankenhaus-Standort abgeholt. Das sei in Minden auch so. Und auch in Rahden werde es künftig noch eine Rettungswache geben. Nur der Standort innerhalb der Stadt ändere sich möglicherweise.


„Die Rettungswache Rahden muss neu gebaut werden. Das ist klar, wenn man sich die räumliche Situation ansieht“, macht Cornelia Schöder deutlich. „Sie platzt aus allen Nähten.“ In den 1990er-Jahren sei man hier mit 15 Mitarbeitern gestartet, so der leitende Notarzt Gunter Veit. Heute zählt das Team 40 Männer und Frauen. Raumzuwachs gab es nicht.

Es gebe DIN-Normen für Rettungswachen, ergänzt Michael Kirchhoff. Diese sähen Standards wie eine Schwarz-Weiß-Trennung vor – etwa für Kleidung vor und nach einem Einsatz. Beim Umbau der Wache in Lübbecke vor rund zehn Jahren sei das berücksichtigt worden, in Rahden klappe das wegen des fehlenden Platzes nicht, meint Cornelia Schröder.

Der geplante Neubau in Rahden sei im Entwurf des neuen Rettungsdienstbedarfsplanes enthalten. Die Krankenkassen müssten dem aber zustimmen, sagt Schöder. Über Details müsse noch gesprochen werden. Das aber sei im Fall der 2019 eingeweihten neuen Rettungswache in Levern ebenso gewesen. Mit dem Beginn eines Neubaus rechnet der Kreis nicht vor 2024.

Seit 2016 habe sich die Einhaltung der Hilfsfristen deutlich verbessert, sagt Gunter Veit. Das erste Fahrzeug müsse in 90 Prozent aller Fälle binnen zwölf Minuten vor Ort sein. In der Regel sei dies der Rettungswagen, für den Notarzt gebe es keine Hilfsfrist. In diesem Zusammenhang habe man erkannt, dass es mehr qualifizierte Mitarbeiter braucht. Deshalb wurde nach Angaben Veits das neue Berufsbild der Rettungssanitäter eingeführt – im Kreis Minden-Lübbecke vor fünf Jahren. Es sei jedoch schwierig, qualifiziertes Personal für den Rettungsdienst zu finden, meint Veit. Dem Kreis helfe die Ausbildungsakademie der Mühlenkreiskliniken, sagt Cornelia Schöder. An die Akademie sei die Rettungsdienstschule angedockt.

Notfallsanitäter, das sei die höchste Ausbildungsstufe vor dem Notarzt. Gunter Veit: „Sie dürfen lebensrettende heilkundliche Maßnahmen vornehmen, die früher nur ein Arzt machen durfte.“ Ein großer Teil der Mitarbeiter ist nach Angaben Veits mittlerweile als Notfallsanitäter ausgebildet. In der Rettungswache Lübbecke mit ihrer Außenstelle in Hille arbeiten derzeit 28 Notfallsanitäter, in der Wache Rahden mit ihrer Außenstelle in Levern sind es 26.

Die Wache in Lübbecke hat fünf Rettungsassistenten, in Rahden ist es eine Person. In Lübbecke haben 13 Menschen eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, in Rahden sind es sieben. An beiden Standorten gibt es außerdem je sechs Personen, die sich zu Notfallsanitätern ausbilden lassen. Unterm Strich macht das im Rettungsdienst im Lübbecker Land und in Hille 92 Menschen.

In Lübbecke sind zwei Rettungswagen (RTW) und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) rund um die Uhr im Einsatz, ein Krankentransportwagen (KTW) steht zu festen Zeiten zur Verfügung. In Hille soll neben dem RTW künftig auch einen KTW geben. In Rahden ist ein RTW rund um die Uhr im Einsatz – ebenso ein NEF. Ein zweiter RTW wird montags bis sonntags von 7 bis 19 Uhr eingesetzt. Der RTW in Levern ist ebenso wie der in Hille rund um die Uhr im Einsatz.

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