Truppenübungsplatz Wickriede: Kommandeur der Pioniere widerspricht Bürgerinitiative Carsten Korfesmeyer Hille. Der Kommandeur der Mindener Pioniere widerspricht der Bürgerinitiative „Kein-Kriegslärm-in-Hille“ (BI). Es werden auf dem Truppenübungsplatz Wickriede weder Bomben gesprengt noch scharfe Munition verwendet, sagt Dr. Stefan Klein gegenüber dem MT. Er bezeichnet das Gelände im Hiller Norden als „für uns unentbehrlich“ und redet über Abläufe bei Bundeswehreinsätzen, die einfach sitzen müssen. Denn die Kampfmittelabwehrkräfte, die dort trainieren, sind im Einsatz in unmittelbarer Lebensgefahr. Sie entschärfen Landminen oder Sprengsätze, von denen es im internationalen militärischen Alltag unzählige Varianten gibt. Die Fachkräfte müssen deshalb fit sein, um den brisanten und heiklen Situationen gewappnet zu sein. Stefan Klein findet es deshalb wichtig, unter Bedingungen zu üben, die möglichst nah an der Realität sind. Angesprochen auf die BI reagiert der Kommandeur so, wie es ein Vorgesetzter tut. „Ich trage die Verantwortung für die Sicherheit meiner Soldaten“, sagt er. 900 sind das am Standort Minden und rund 60 davon bezeichnet er als hoch qualifizierte Kampfmittelabwehrkräfte. Von störendem Lärm, der von diesen auf dem Truppenübungsgelände ausgeht, will der Chef der Pioniere gar nicht erst reden. Überwiegend würden die Arbeitsabläufe lautlos trainiert und das Sprengen einer Mine sei gar nicht das erklärte Ziel bei den jeweiligen Einsätzen. Wie beim Kampfmittelräumdienst gehe es in erster Linie um die Entschärfung. „Und idealerweise um die Beweissicherung“, sagt Stefan Klein. Trotzdem müsse auch der Ablauf einer Sprengung klappen. Um das zu simulieren, verwendet die Bundeswehr maximal 30 Gramm Manövermunition. Der Standortälteste der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne vergleicht diese Menge mit der Größe einer Nuss. Wenn diese explodiert, sei das nicht lauter als ein Feuerwerkskörper. Der Verkehr auf der L 770 störe stärker. Mehrfach erklärt Stefan Klein im MT-Gespräch, dass er den Dialog zur Bevölkerung suche. Die Wickriede sei für die Bundeswehr ein enorm wichtiger Ort, um auch andere militärischen Aufgaben der Pioniere zu üben. Dazu zählen unter anderem das Kraftfahrtraining, die Baumaschinen oder der normale Gefechtsdienst. Das alles seien Tätigkeiten, durch die niemand übermäßig gestört werde. Den Standortübungsplatz gibt es schon seit Jahrzehnten. Anfang der 1990er-Jahre hat die Bundeswehr ihn von den britischen Streitkräften übernommen und 2018 angekündigt, ihn künftig intensiver zu nutzen. Auch die in Bückeburg ansässigen Heeresflieger wollen dort ihre Starts und Landungen mit Hubschraubern trainieren. 800 pro Jahr stehen im Raum, die Bürgerinitiative rechnet mit mehr. Sie stört sich auch am benachbarten Schießgellände der Kreisjägerschaft. Das alles jedoch fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Mindener Pioniere. Die erklären ihrerseits, dass es entgegen der Ansichten der BI keine gravierenden baulichen Veränderungen auf dem weitläufigen Areal geben wird. Stefan Klein könnte sich allenfalls vorstellen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, damit der verwendete Sprengstoff anschließend nicht ins Erdreich gelangt. Das alles wären aber Tätigkeiten geringen Ausmaßes. Nahezu wöchentlich seien seine Leute auf dem Platz an der viel befahrenen L 770, um für den Ernstfall zu trainieren. Und dann erzählt Stefan Klein von den bevorstehenden Aufgaben seiner Pioniere. Die führen beispielsweise 2021 nach Litauen. Im Einsatz sind die Mitglieder der Kampfmittelabwehr aber weltweit – unter anderem auch in Mali oder Afghanistan, wo es oft um Leben und Tod geht.

Truppenübungsplatz Wickriede: Kommandeur der Pioniere widerspricht Bürgerinitiative

Auch der „normale Gefechtsdienst“ gehört zu den Bundeswehrübungen auf dem Wickriede-Gelände im Hiller Norden. © MT-Foto: Alex Lehn

Hille. Der Kommandeur der Mindener Pioniere widerspricht der Bürgerinitiative „Kein-Kriegslärm-in-Hille“ (BI). Es werden auf dem Truppenübungsplatz Wickriede weder Bomben gesprengt noch scharfe Munition verwendet, sagt Dr. Stefan Klein gegenüber dem MT. Er bezeichnet das Gelände im Hiller Norden als „für uns unentbehrlich“ und redet über Abläufe bei Bundeswehreinsätzen, die einfach sitzen müssen. Denn die Kampfmittelabwehrkräfte, die dort trainieren, sind im Einsatz in unmittelbarer Lebensgefahr. Sie entschärfen Landminen oder Sprengsätze, von denen es im internationalen militärischen Alltag unzählige Varianten gibt. Die Fachkräfte müssen deshalb fit sein, um den brisanten und heiklen Situationen gewappnet zu sein. Stefan Klein findet es deshalb wichtig, unter Bedingungen zu üben, die möglichst nah an der Realität sind.

Angesprochen auf die BI reagiert der Kommandeur so, wie es ein Vorgesetzter tut. „Ich trage die Verantwortung für die Sicherheit meiner Soldaten“, sagt er. 900 sind das am Standort Minden und rund 60 davon bezeichnet er als hoch qualifizierte Kampfmittelabwehrkräfte. Von störendem Lärm, der von diesen auf dem Truppenübungsgelände ausgeht, will der Chef der Pioniere gar nicht erst reden. Überwiegend würden die Arbeitsabläufe lautlos trainiert und das Sprengen einer Mine sei gar nicht das erklärte Ziel bei den jeweiligen Einsätzen. Wie beim Kampfmittelräumdienst gehe es in erster Linie um die Entschärfung. „Und idealerweise um die Beweissicherung“, sagt Stefan Klein.

Trotzdem müsse auch der Ablauf einer Sprengung klappen. Um das zu simulieren, verwendet die Bundeswehr maximal 30 Gramm Manövermunition. Der Standortälteste der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne vergleicht diese Menge mit der Größe einer Nuss. Wenn diese explodiert, sei das nicht lauter als ein Feuerwerkskörper. Der Verkehr auf der L 770 störe stärker.

Mehrfach erklärt Stefan Klein im MT-Gespräch, dass er den Dialog zur Bevölkerung suche. Die Wickriede sei für die Bundeswehr ein enorm wichtiger Ort, um auch andere militärischen Aufgaben der Pioniere zu üben. Dazu zählen unter anderem das Kraftfahrtraining, die Baumaschinen oder der normale Gefechtsdienst. Das alles seien Tätigkeiten, durch die niemand übermäßig gestört werde.

Den Standortübungsplatz gibt es schon seit Jahrzehnten. Anfang der 1990er-Jahre hat die Bundeswehr ihn von den britischen Streitkräften übernommen und 2018 angekündigt, ihn künftig intensiver zu nutzen. Auch die in Bückeburg ansässigen Heeresflieger wollen dort ihre Starts und Landungen mit Hubschraubern trainieren. 800 pro Jahr stehen im Raum, die Bürgerinitiative rechnet mit mehr. Sie stört sich auch am benachbarten Schießgellände der Kreisjägerschaft. Das alles jedoch fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Mindener Pioniere.

Die erklären ihrerseits, dass es entgegen der Ansichten der BI keine gravierenden baulichen Veränderungen auf dem weitläufigen Areal geben wird. Stefan Klein könnte sich allenfalls vorstellen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, damit der verwendete Sprengstoff anschließend nicht ins Erdreich gelangt. Das alles wären aber Tätigkeiten geringen Ausmaßes.

Nahezu wöchentlich seien seine Leute auf dem Platz an der viel befahrenen L 770, um für den Ernstfall zu trainieren. Und dann erzählt Stefan Klein von den bevorstehenden Aufgaben seiner Pioniere. Die führen beispielsweise 2021 nach Litauen. Im Einsatz sind die Mitglieder der Kampfmittelabwehr aber weltweit – unter anderem auch in Mali oder Afghanistan, wo es oft um Leben und Tod geht.

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