Totenköpfe, Spinnen und Gespenster: So gruselig ist das Halloween-Haus in Oberlübbe Carsten Korfesmeyer Hille-Oberlübbe. Den großen Kürbis aus Plastik hat Michael Okken erst vor ein paar Wochen auf dem Flohmarkt gekauft. „Überraschend günstig“, sagt der 47-Jährige, der sich selbst als ein bisschen schräg einstuft. Ständig ist er auf der Suche nach Gegenständen mit Gänsehautfaktor und zum vierten Mal dekoriert er in diesen Tagen sein Halloween-Haus an der Hauptstraße 114 in Oberlübbe. Jede Menge Totenköpfe, Riesenspinnen, zig Gespenster und Skelette sind auf dem früheren Bauernhof zu sehen. Mehr als zwei Tage baut er auf, um Passanten und Autofahrer ab dem 17. Oktober auf das Fest in der Nacht vor Allerheiligen einzustimmen. Unterstützt wird er von seinen Söhnen Lukas (10) und Fynn-Elias (6). Das Trio genießt mittlerweile Prominenz unter Halloween-Fans. Im Vorjahr hatte sich das gespenstisch gestaltete Okken-Domizil sogar überregional herumgesprochen, so dass unter anderem Besucher aus Vechta anreisten. „Es war hier immer einiges im Garten los“, sagt der Oberlübber, der sich über reichlich Gäste prinzipiell freut. Nur im Coronajahr weist er darauf hin, dass sich nicht mehr als zehn Personen vor dem Haus versammeln sollen und die Abstands- und Hygieneregeln unbedingt eingehalten werden müssen. 2021 hofft er wieder auf einen ungetrübten Spaß und will es zur fünften Auflage „dann so richtig krachen lassen“. Ideen hat er schon einige, von denen er im MT-Gespräch jedoch nur eine verrät. „Es werden ein paar Leute kommen, die sich als Zombies verkleiden“, sagt er. Kennengelernt habe er die Gruppe bei einem Halloweentreffen. Und er zeigt Fotos. Darauf sind Menschen zu sehen, die zwar gruselig aussehen, aber grundsätzlich auch nicht das Blut in den Adern gefrieren lassen. „Es geht uns nicht darum, andere Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen“, sagt er. Das Fest in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November sei für ihn und seine Söhne vielmehr ein Riesenspaß. Mit Fantasie, Kreativität und einer Riesenportion Spaß will das Trio vor allem eine schöne Zeit verleben. „Uns freut es, wenn wir positive Resonanz bekommen“, sagt er. Aus der Bevölkerung kämen über das ganze Jahr hinweg sogar häufiger mal Anfragen, was er und seine Jungs sich alles an Neuheiten ausgedacht haben. „Auch bei unseren Nachbarn kommt unser Haus gut an.“ Draußen im Garten läuft inzwischen Tag zwei der Aufbauarbeiten und es sind schon die meisten Gruselexponate vor Ort. Das große Netz hängt wieder über der Eingangstür, an der eine schwarze Spinne per Seilzug auf die Köpfe der Besucher heruntergelassen werden kann. „Das kommt immer besonders gut“, sagt Michael Okken mit einem Augenzwinkern. Lukas setzt inzwischen das Skelett mit Hut auf die Liege, das er vor Jahren liebevoll auf „Mister Charly“ getauft hat. Alle Puppen hätten Namen, erzählt er – das aus einem schneeweißem Bettlaken gestaltete Hofgespenst heißt Eddy. Fynn-Elias gräbt inzwischen ein kleines Loch, in dem später der neue Plastikkürbis verankert wird. Seine Mitschüler finden das Hobby interessant und lustig, sagt der Grundschüler. Einer seiner Freunde wollte sogar unbedingt bei den Aufbauarbeiten mitmachen, musste allerdings kurzfristig absagen. „Wenn die Lichter an sind, ist es immer besonders toll“, erzählt der Junge. Das wäre nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Gruseleffekte nach Worten seines Vaters „ganz besonders intensiv zur Geltung kommen“. Dann kann es noch öfter dazu kommen, dass Autofahrer spontan anhalten und sich das Spektakel auf dem Hof näher angucken. Die drei Okkens gehen ihrem ungewöhnlichen Hobby mit viel Leidenschaft nach. Wenn sie die Grusel-Deko anbringen, sieht das nicht nach Arbeit, sondern Entspannung aus. Jeder aus dem Trio bringt sich mit seinen Ideen ein – und manche Effekte aus dem Vorjahr überarbeiten sie oder entwickeln sie weiter. Allein die Arbeit am sogenannten Feinschliff dauere nach dem Aufbau mindestens noch einmal zwei Tage. „Mittlerweile haben wir rund 250 Gegenstände“, sagt Michael Okken. Aber wie ist es eigentlich, ein Hobby auszuüben, dem man letztlich nur ein paar Tage im Jahr nachgehen kann? Der zweifache Vater scheint diese Frage erwartet zu haben. „Grundsätzlich befassen wir uns das ganze Jahr damit“, sagt er. Immer habe er Einfälle oder lasse sich auf Flohmärkten inspirieren. Außerdem bestünden mittlerweile gute Kontakte zu anderen Halloween-Fans, die sich gegenseitig über neue Varianten des Grauens austauschen. „Wir haben noch andere schräge Hobbys“, sagt er. Als Beispiel nennt Michael Okken seine mittlerweile legendären Christmas-Pool-Parties, die er mit seinen Jungs schon seit mehreren Jahren am 24. Juni beziehungsweise am Samstag nach diesem Datum feiert. Weihnachten im Sommer sei immer ein ganz besonderes Erlebnis, erzählt er. Die Worte des Oberlübbers lösen beim Zuhörer automatisch Kopfkino aus, das den Hochsommer an diesem kalten Oktobertag zurückholt. Das Halloween-Haus passt jedoch besser in die dunkle Jahreszeit. Es versorgt seine Gäste mit gruseligen Effekten – ist aber letztlich ein angenehmer Ort, an dem die Fantasie freien Lauf hat und die Seele baumeln darf.

Totenköpfe, Spinnen und Gespenster: So gruselig ist das Halloween-Haus in Oberlübbe

Lukas (10, links) und sein Bruder Fynn-Elias (6) freuen sich immer sehr darauf, das Halloween-Haus mit ihrem Vater Michael Okken zu dekorieren. MT- © Fotos: Carsten Korfesmeyer

Hille-Oberlübbe. Den großen Kürbis aus Plastik hat Michael Okken erst vor ein paar Wochen auf dem Flohmarkt gekauft. „Überraschend günstig“, sagt der 47-Jährige, der sich selbst als ein bisschen schräg einstuft. Ständig ist er auf der Suche nach Gegenständen mit Gänsehautfaktor und zum vierten Mal dekoriert er in diesen Tagen sein Halloween-Haus an der Hauptstraße 114 in Oberlübbe. Jede Menge Totenköpfe, Riesenspinnen, zig Gespenster und Skelette sind auf dem früheren Bauernhof zu sehen. Mehr als zwei Tage baut er auf, um Passanten und Autofahrer ab dem 17. Oktober auf das Fest in der Nacht vor Allerheiligen einzustimmen.

Unterstützt wird er von seinen Söhnen Lukas (10) und Fynn-Elias (6). Das Trio genießt mittlerweile Prominenz unter Halloween-Fans. Im Vorjahr hatte sich das gespenstisch gestaltete Okken-Domizil sogar überregional herumgesprochen, so dass unter anderem Besucher aus Vechta anreisten. „Es war hier immer einiges im Garten los“, sagt der Oberlübber, der sich über reichlich Gäste prinzipiell freut. Nur im Coronajahr weist er darauf hin, dass sich nicht mehr als zehn Personen vor dem Haus versammeln sollen und die Abstands- und Hygieneregeln unbedingt eingehalten werden müssen.

Michael Okken spricht selbst von einem „schrägen Hobby“. Rund 250 Halloween-Dekorationsartikel hat er inzwischen gesammelt.
Michael Okken spricht selbst von einem „schrägen Hobby“. Rund 250 Halloween-Dekorationsartikel hat er inzwischen gesammelt.

2021 hofft er wieder auf einen ungetrübten Spaß und will es zur fünften Auflage „dann so richtig krachen lassen“. Ideen hat er schon einige, von denen er im MT-Gespräch jedoch nur eine verrät. „Es werden ein paar Leute kommen, die sich als Zombies verkleiden“, sagt er. Kennengelernt habe er die Gruppe bei einem Halloweentreffen. Und er zeigt Fotos.

Das Skelett „Mister Charly“ ist der Star der Sammlung.
Das Skelett „Mister Charly“ ist der Star der Sammlung.

Darauf sind Menschen zu sehen, die zwar gruselig aussehen, aber grundsätzlich auch nicht das Blut in den Adern gefrieren lassen. „Es geht uns nicht darum, andere Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen“, sagt er. Das Fest in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November sei für ihn und seine Söhne vielmehr ein Riesenspaß. Mit Fantasie, Kreativität und einer Riesenportion Spaß will das Trio vor allem eine schöne Zeit verleben. „Uns freut es, wenn wir positive Resonanz bekommen“, sagt er. Aus der Bevölkerung kämen über das ganze Jahr hinweg sogar häufiger mal Anfragen, was er und seine Jungs sich alles an Neuheiten ausgedacht haben. „Auch bei unseren Nachbarn kommt unser Haus gut an.“

Draußen im Garten läuft inzwischen Tag zwei der Aufbauarbeiten und es sind schon die meisten Gruselexponate vor Ort. Das große Netz hängt wieder über der Eingangstür, an der eine schwarze Spinne per Seilzug auf die Köpfe der Besucher heruntergelassen werden kann. „Das kommt immer besonders gut“, sagt Michael Okken mit einem Augenzwinkern. Lukas setzt inzwischen das Skelett mit Hut auf die Liege, das er vor Jahren liebevoll auf „Mister Charly“ getauft hat. Alle Puppen hätten Namen, erzählt er – das aus einem schneeweißem Bettlaken gestaltete Hofgespenst heißt Eddy.

Fynn-Elias gräbt inzwischen ein kleines Loch, in dem später der neue Plastikkürbis verankert wird. Seine Mitschüler finden das Hobby interessant und lustig, sagt der Grundschüler. Einer seiner Freunde wollte sogar unbedingt bei den Aufbauarbeiten mitmachen, musste allerdings kurzfristig absagen. „Wenn die Lichter an sind, ist es immer besonders toll“, erzählt der Junge. Das wäre nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Gruseleffekte nach Worten seines Vaters „ganz besonders intensiv zur Geltung kommen“. Dann kann es noch öfter dazu kommen, dass Autofahrer spontan anhalten und sich das Spektakel auf dem Hof näher angucken.

Die drei Okkens gehen ihrem ungewöhnlichen Hobby mit viel Leidenschaft nach. Wenn sie die Grusel-Deko anbringen, sieht das nicht nach Arbeit, sondern Entspannung aus. Jeder aus dem Trio bringt sich mit seinen Ideen ein – und manche Effekte aus dem Vorjahr überarbeiten sie oder entwickeln sie weiter. Allein die Arbeit am sogenannten Feinschliff dauere nach dem Aufbau mindestens noch einmal zwei Tage. „Mittlerweile haben wir rund 250 Gegenstände“, sagt Michael Okken.

Aber wie ist es eigentlich, ein Hobby auszuüben, dem man letztlich nur ein paar Tage im Jahr nachgehen kann? Der zweifache Vater scheint diese Frage erwartet zu haben. „Grundsätzlich befassen wir uns das ganze Jahr damit“, sagt er. Immer habe er Einfälle oder lasse sich auf Flohmärkten inspirieren. Außerdem bestünden mittlerweile gute Kontakte zu anderen Halloween-Fans, die sich gegenseitig über neue Varianten des Grauens austauschen.

„Wir haben noch andere schräge Hobbys“, sagt er. Als Beispiel nennt Michael Okken seine mittlerweile legendären Christmas-Pool-Parties, die er mit seinen Jungs schon seit mehreren Jahren am 24. Juni beziehungsweise am Samstag nach diesem Datum feiert. Weihnachten im Sommer sei immer ein ganz besonderes Erlebnis, erzählt er. Die Worte des Oberlübbers lösen beim Zuhörer automatisch Kopfkino aus, das den Hochsommer an diesem kalten Oktobertag zurückholt. Das Halloween-Haus passt jedoch besser in die dunkle Jahreszeit. Es versorgt seine Gäste mit gruseligen Effekten – ist aber letztlich ein angenehmer Ort, an dem die Fantasie freien Lauf hat und die Seele baumeln darf.

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