Theaterstücke in Planung: Freilichtbühne Nettelstedt will im Sommer wieder starten Cornelia Müller Nettelstedt (nw). Vereine leben von gemeinsamen Veranstaltungen, und die sind jetzt schon seit einem Jahr praktisch nicht mehr möglich. Einen so aktiven Verein wie die Freilichtbühne Nettelstedt trifft das gleich doppelt schwer: Die Mitglieder haben sich seit Monaten nicht mehr gesehen geschweige denn Theater spielen können. Turbulent geht es dort gerade nicht auf der Bühne, sondern höchstens in den Online-Vorstandssitzungen zu. „Seit September trifft sich der Vorstand alle vier Wochen online, um zu gucken, was geht. Immer, wenn wir das Gefühl hatten, wir könnten planen, musste alles wieder umgeschmissen werden. Es gibt null Planungssicherheit“, fasst Jana Hagemeyer, bei der Freilichtbühne für das Marketing zuständig, die Situation zusammen. Nur eines war allen schon relativ früh klar: Den Publikumshit „Madagaskar“, der schon für Sommer 2020 auf dem Spielplan stand und abgesagt werden musste, den werden sie auch 2021 noch nicht aufführen können. Spielleiterin Maren Wulff: „Dafür hätten wir spätestens im November mit den Proben starten müssen, was ja absolut nicht möglich war.“ Und eine Sparversion des Stücks mit abgespeckten Szenen und verringerter Zuschauerzahl war keine Alternative. „Dafür ist das Stück auch viel zu schade“, sind sich alle einig. Ein einziges Mal konnte die Freilichtbühne 2020 für Besucher öffnen. Nicht für eine eigene Produktion, sondern für einen Konzertabend. „Damals waren viele Vereinsmitglieder unter den Zuschauern. Normalerweise trifft man sich während der Saison mehrmals in der Woche auf dem Hünenbrink, manchmal sogar täglich. „Das ist schon intensiver als in vielen anderen Vereinen,“ bestätigt Jana Hagemeyer. Zum Glück hätten die Sponsoren zur Freilichtbühne gehalten, „obwohl das Leben oben stillstand – dafür ein dickes Dankeschön“, sagt Maren Wulff. Diese Unterstützung mache es einfacher, „die blöde Zeit zu überstehen“, betont Vorstandssprecher Volker Kracht. Die finanzielle Lage des Vereins sei „so weit okay. Andere Vereine hatten da deutlich größere Kopfschmerzen als wir.“ Aber natürlich habe man Investitionen zurückstellen müssen. Das Hauptproblem bleiben die fehlenden Möglichkeiten zu proben. Und weil es kein Kinderstück, kein Teenie-Projekt gab, wird auch die Nachwuchsgewinnung schwieriger. „Wenn ich jemanden für eine große Rolle im Familienstück im Sommer besetze, muss ich wissen, dass er oder sie es auch packt“, sagt Maren Wulff. Aber woher soll man das wissen, wenn es vorher keine Gelegenheit gab, das auszuprobieren? Trotzdem gibt es gute Nachrichten: Es soll gespielt werden auf der Freilichtbühne, wenn auch etwas später. „Ein Sommer ohne war okay, ein zweiter ist schon grenzwertig“, findet Jana Hagemeyer. Darum wird – mit aller Vorsicht – geplant: Das Familienstück „Kalle Blomquist“ könnte Anfang Juli starten, Ende Juli dann die Komödie „Runter zum Fluss“ von Frank Pinkus als Abendstück. Warum gerade diese beiden Stücke? Ganz einfach: „In ,Kalle Blomquist’ gibt es nur acht Rollen“, erläutert Maren Wulff. Und selbst da wird es mit den Proben schwierig, solange sich nur ein Haushalt und eine weitere Person treffen dürfen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Da muss man als Spielleiterin kreativ werden: „Es gibt zum Beispiel in dem Stück zwei Rollen, Mutter und Tochter, die werden auch mit Mutter und Tochter besetzt. Das Abendstück „Runter zum Fluss“ ist ein reines Zwei-Personen-Stück – da gibt es jede Menge Platz für die beiden Akteure. Alles in Eigenregie und immer unter dem Vorbehalt, dass dann überhaupt auf der Freilichtbühne etwas stattfinden darf. Um das Wetter, sonst immer ein Thema für Open-Air-Veranstaltungen, machen sich die Amateurschauspieler da noch am wenigsten Gedanken. „Wir sind ja keine Hallensportler“, sagt Volker Kracht. Und wenn am Ende doch nichts geht? Dann hilft nur Gelassenheit. Kracht: „Der Weg ist das Ziel.“

Theaterstücke in Planung: Freilichtbühne Nettelstedt will im Sommer wieder starten

Bessere Zeiten: „Die kleine Hexe“ war ein großer Erfolg in Nettelstedt. Foto: MT-Archiv © x

Nettelstedt (nw). Vereine leben von gemeinsamen Veranstaltungen, und die sind jetzt schon seit einem Jahr praktisch nicht mehr möglich. Einen so aktiven Verein wie die Freilichtbühne Nettelstedt trifft das gleich doppelt schwer: Die Mitglieder haben sich seit Monaten nicht mehr gesehen geschweige denn Theater spielen können. Turbulent geht es dort gerade nicht auf der Bühne, sondern höchstens in den Online-Vorstandssitzungen zu.

„Seit September trifft sich der Vorstand alle vier Wochen online, um zu gucken, was geht. Immer, wenn wir das Gefühl hatten, wir könnten planen, musste alles wieder umgeschmissen werden. Es gibt null Planungssicherheit“, fasst Jana Hagemeyer, bei der Freilichtbühne für das Marketing zuständig, die Situation zusammen. Nur eines war allen schon relativ früh klar: Den Publikumshit „Madagaskar“, der schon für Sommer 2020 auf dem Spielplan stand und abgesagt werden musste, den werden sie auch 2021 noch nicht aufführen können.

Spielleiterin Maren Wulff: „Dafür hätten wir spätestens im November mit den Proben starten müssen, was ja absolut nicht möglich war.“ Und eine Sparversion des Stücks mit abgespeckten Szenen und verringerter Zuschauerzahl war keine Alternative. „Dafür ist das Stück auch viel zu schade“, sind sich alle einig.

Ein einziges Mal konnte die Freilichtbühne 2020 für Besucher öffnen. Nicht für eine eigene Produktion, sondern für einen Konzertabend. „Damals waren viele Vereinsmitglieder unter den Zuschauern.

Normalerweise trifft man sich während der Saison mehrmals in der Woche auf dem Hünenbrink, manchmal sogar täglich. „Das ist schon intensiver als in vielen anderen Vereinen,“ bestätigt Jana Hagemeyer. Zum Glück hätten die Sponsoren zur Freilichtbühne gehalten, „obwohl das Leben oben stillstand – dafür ein dickes Dankeschön“, sagt Maren Wulff. Diese Unterstützung mache es einfacher, „die blöde Zeit zu überstehen“, betont Vorstandssprecher Volker Kracht. Die finanzielle Lage des Vereins sei „so weit okay. Andere Vereine hatten da deutlich größere Kopfschmerzen als wir.“ Aber natürlich habe man Investitionen zurückstellen müssen.

Das Hauptproblem bleiben die fehlenden Möglichkeiten zu proben. Und weil es kein Kinderstück, kein Teenie-Projekt gab, wird auch die Nachwuchsgewinnung schwieriger. „Wenn ich jemanden für eine große Rolle im Familienstück im Sommer besetze, muss ich wissen, dass er oder sie es auch packt“, sagt Maren Wulff. Aber woher soll man das wissen, wenn es vorher keine Gelegenheit gab, das auszuprobieren?

Trotzdem gibt es gute Nachrichten: Es soll gespielt werden auf der Freilichtbühne, wenn auch etwas später. „Ein Sommer ohne war okay, ein zweiter ist schon grenzwertig“, findet Jana Hagemeyer. Darum wird – mit aller Vorsicht – geplant: Das Familienstück „Kalle Blomquist“ könnte Anfang Juli starten, Ende Juli dann die Komödie „Runter zum Fluss“ von Frank Pinkus als Abendstück.

Warum gerade diese beiden Stücke? Ganz einfach: „In ,Kalle Blomquist’ gibt es nur acht Rollen“, erläutert Maren Wulff. Und selbst da wird es mit den Proben schwierig, solange sich nur ein Haushalt und eine weitere Person treffen dürfen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Da muss man als Spielleiterin kreativ werden: „Es gibt zum Beispiel in dem Stück zwei Rollen, Mutter und Tochter, die werden auch mit Mutter und Tochter besetzt.

Das Abendstück „Runter zum Fluss“ ist ein reines Zwei-Personen-Stück – da gibt es jede Menge Platz für die beiden Akteure. Alles in Eigenregie und immer unter dem Vorbehalt, dass dann überhaupt auf der Freilichtbühne etwas stattfinden darf. Um das Wetter, sonst immer ein Thema für Open-Air-Veranstaltungen, machen sich die Amateurschauspieler da noch am wenigsten Gedanken. „Wir sind ja keine Hallensportler“, sagt Volker Kracht.

Und wenn am Ende doch nichts geht? Dann hilft nur Gelassenheit. Kracht: „Der Weg ist das Ziel.“

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