Starke Persönlichkeiten: Bei einem speziellen Training lernen Schülerinnen und Schüler, wie sie Konflikte lösen Leonie Meyer Hille-Oberlübbe. Schon von Klein auf sollen Schülerinnen und Schüler lernen, sich respektvoll gegenüber zu treten. In der Grundschule Oberlübbe stehen die Kleinen voreinander und schauen sich tief in die Augen. Dann ist ein freundliches „Guten Morgen“ zu hören. Der nächste Schwierigkeitsgrad: Die Augenfarbe des Mitschülers mit verdeckten Augen sagen können. Das ist nur eine Übung des Respect-Trainings. Die Kinder werden dabei für Konfliktlösungen und respektvolles Miteinander sensibilisiert. „Das Training bieten wir bereits zum zweiten Mal an“, sagt Stefan Grotthaus, Leiter der Grundschule An der Bergkante. Es sei im letzten Jahr gut angelaufen, weshalb es fortgeführt werde. Ziel der Schule sei es, die Kinder zu selbstbewussten, selbstständigen und starken Persönlichkeiten zu erziehen. Das Verhaltenstraining wird von Linda Berker geleitet. Sie arbeitet für den Verein „Respect“ in Bielefeld. Ihre Methode: Spiel, Spaß und Bewegung. „Das Training hat bereits einen Wiedererkennungseffekt“, sagt Berker. Die Kinder mögen sie, was nicht zu übersehen ist. Erstklässler trainieren drei Doppelstunden mit ihr zusammen, die Zweit- bis Viertklässler bekommen eine Auffrischung in einer Doppelstunde. Linda Berker bringt Übungen zur Förderung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten mit, um den Kindern zu zeigen, wie sie verbal reagieren können und welche Körperhaltung sie einnehmen sollten, wenn ihre Grenzen verletzt werden. Außerdem bekommen sie Aufgaben, die sie in der Gruppen lösen sollen, damit sie sich in Streitfällen erst einmal selbst behaupten, bevor sie sich Hilfe von Außen holen. Während dieses Prozesses entwickele sich die Eigenständigkeit, so Berker. Das Coaching sieht vor, dass alle am Lernprozess Beteiligten involviert sind. Für die Eltern gibt es im Vorfeld einen Informationsabend und die jeweilige Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer sind in der Doppelstunde mit Linda Berker dabei. „Jeder Standort und jede Klasse ist anders“, erklärt die Trainerin. Sie hat als studierte Erlebnispädagogin einen geschulten Blick, um einordnen zu können, wie die Kinder in der Klasse „funktionieren“. Sie trete den jungen Teilnehmern offen gegenüber und nehme auf deren Befindlichkeiten Rücksicht. Die Klassengröße variiere zischen 23 bis 28 Kindern. Bei dem Auffrischungstraining der Zweitklässler zeigt sich, dass sich die Schüler an die Inhalte des ersten Coachings erinnern. „Das Verhalten automatisiert sich“, schildert die Pädagogin ihre Erfahrungen. Sie erzählt, dass der Kern der Einheiten gleich aufgebaut sei. Es komme auf sozial-emotionale Kompetenzen, ein gutes Lernklima und eigenständiges Handeln an. Das Verhaltenscoaching wird von der Stiftung Sparda-Bank Hannover unterstützt. Sie stellt jährlich 100.000 Euro für Soziales Lernen und Gewaltprävention an Schulen in Ostwestfalen-Lippe zur Verfügung. Das Respect-Training habe sich in vielerlei Hinsicht positiv ausgezahlt: „Die Lehrkräfte finden die Pausen entspannter und die Eltern finden es wichtig, dass diese Aufklärung stattfindet. Die Erziehungsberechtigten wenden Inhalte teilweise zuhause an und sind dankbar, wenn sie Tipps bekommen. Sie unterstützen das Projekt“, sagt Grotthaus über die bislang gesammelten Erfahrungen.

Starke Persönlichkeiten: Bei einem speziellen Training lernen Schülerinnen und Schüler, wie sie Konflikte lösen

Spielerische Übungen vermitteln den Schülern ein respektvolles Miteinander. Das Training leitet Linda Berkervom Verein „Respect“ aus Bielefeld. MT-Foto: Leonie Meyer

Hille-Oberlübbe. Schon von Klein auf sollen Schülerinnen und Schüler lernen, sich respektvoll gegenüber zu treten. In der Grundschule Oberlübbe stehen die Kleinen voreinander und schauen sich tief in die Augen. Dann ist ein freundliches „Guten Morgen“ zu hören. Der nächste Schwierigkeitsgrad: Die Augenfarbe des Mitschülers mit verdeckten Augen sagen können. Das ist nur eine Übung des Respect-Trainings. Die Kinder werden dabei für Konfliktlösungen und respektvolles Miteinander sensibilisiert.

„Das Training bieten wir bereits zum zweiten Mal an“, sagt Stefan Grotthaus, Leiter der Grundschule An der Bergkante. Es sei im letzten Jahr gut angelaufen, weshalb es fortgeführt werde. Ziel der Schule sei es, die Kinder zu selbstbewussten, selbstständigen und starken Persönlichkeiten zu erziehen.

Das Verhaltenstraining wird von Linda Berker geleitet. Sie arbeitet für den Verein „Respect“ in Bielefeld. Ihre Methode: Spiel, Spaß und Bewegung. „Das Training hat bereits einen Wiedererkennungseffekt“, sagt Berker. Die Kinder mögen sie, was nicht zu übersehen ist. Erstklässler trainieren drei Doppelstunden mit ihr zusammen, die Zweit- bis Viertklässler bekommen eine Auffrischung in einer Doppelstunde.


Linda Berker bringt Übungen zur Förderung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten mit, um den Kindern zu zeigen, wie sie verbal reagieren können und welche Körperhaltung sie einnehmen sollten, wenn ihre Grenzen verletzt werden. Außerdem bekommen sie Aufgaben, die sie in der Gruppen lösen sollen, damit sie sich in Streitfällen erst einmal selbst behaupten, bevor sie sich Hilfe von Außen holen. Während dieses Prozesses entwickele sich die Eigenständigkeit, so Berker.

Das Coaching sieht vor, dass alle am Lernprozess Beteiligten involviert sind. Für die Eltern gibt es im Vorfeld einen Informationsabend und die jeweilige Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer sind in der Doppelstunde mit Linda Berker dabei.

„Jeder Standort und jede Klasse ist anders“, erklärt die Trainerin. Sie hat als studierte Erlebnispädagogin einen geschulten Blick, um einordnen zu können, wie die Kinder in der Klasse „funktionieren“. Sie trete den jungen Teilnehmern offen gegenüber und nehme auf deren Befindlichkeiten Rücksicht. Die Klassengröße variiere zischen 23 bis 28 Kindern. Bei dem Auffrischungstraining der Zweitklässler zeigt sich, dass sich die Schüler an die Inhalte des ersten Coachings erinnern. „Das Verhalten automatisiert sich“, schildert die Pädagogin ihre Erfahrungen. Sie erzählt, dass der Kern der Einheiten gleich aufgebaut sei. Es komme auf sozial-emotionale Kompetenzen, ein gutes Lernklima und eigenständiges Handeln an.

Das Verhaltenscoaching wird von der Stiftung Sparda-Bank Hannover unterstützt. Sie stellt jährlich 100.000 Euro für Soziales Lernen und Gewaltprävention an Schulen in Ostwestfalen-Lippe zur Verfügung.

Das Respect-Training habe sich in vielerlei Hinsicht positiv ausgezahlt: „Die Lehrkräfte finden die Pausen entspannter und die Eltern finden es wichtig, dass diese Aufklärung stattfindet. Die Erziehungsberechtigten wenden Inhalte teilweise zuhause an und sind dankbar, wenn sie Tipps bekommen. Sie unterstützen das Projekt“, sagt Grotthaus über die bislang gesammelten Erfahrungen.

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