So wird sich am Donnerstag die Sonnenfinsternis über dem Mühlenkreis abspielen Carsten Korfesmeyer Hille. Nur zu 15 Prozent schiebt sich der Mond am Donnerstag vor die Sonne, sagt Schulsternwarte-Vorsitzender Michael Meister im MT-Gespräch. Er spricht von einem kleinen Ring, der sich darüber legt. „Das sieht etwa aus wie der kleine Biss in einen Keks.“ Dringend rät der Hobbyastronom allerdings davon ab, das seltene Himmelsspektakel mit dem bloßen Auge zu verfolgen. Das Licht könnte zu schweren Verletzungen und sogar zur Blindheit führen. Nur eine Sonnenfinsternisbrille biete den nötigen Schutz. Die war im Sommer 1999 ein Verkaufsschlager, als sich der Erdtrabant komplett vor die Sonne schob. Möglicherweise gibt es sie auch jetzt beim Optiker. Michael Meister hat eine solche Schutzbrille und wird am späten Vormittag in den Himmel schauen. Um 11.30 geht es los, der Höhepunkt ist eine Stunde später erreicht und um 13.30 Uhr ist auch schon wieder alles vorbei. „Wer es nicht weiß, wird das nicht wahrnehmen“, sagt der 49-Jährige. Anders als bei der totalen Sonnenfinsternis vor fast 22 Jahren tritt keine spürbare Dämmerung ein und auch die Tierwelt nimmt seinen Worten zufolge keine Notiz. Am 11. August 1999 hingegen hatten mittags beispielsweise die Vögel zur Nachtruhe gezwitschert. Je weiter im Norden das Ereignis verfolgt wird, umso intensiver ist die kommende Sonnenfinsternis. Die Zentralzone liegt nach Worten des Experten über dem Nordpol und dem Norden von Kanada. Aber selbst dort wird es nicht zappenduster, nur der Ring über der Sonne fällt intensiver aus. Wie selten ist überhaupt eine Sonnenfinsternis? Sie kommt nach Angaben des Sternwartenchefs in Mitteleuropa durchschnittlich alle drei Jahre vor. Dann allerdings überwiegend nur partiell. Schon am 25. Oktober 2022 tritt der Mond erneut vor die Sonne. „Dann zu etwa 30 Prozent“, sagt Michael Meister. Selbst das würde nicht dazu führen, die Pflanzen- und Tierwelt zu irritieren. Allerdings schlage für jeden Astronom eine besondere Stunde. Schon jetzt steht für ihn fest, die Sonnenfinsternis 2022 von der neuen Sternwarte in Mindenerwald aus zu verfolgen. Dann sollte das Gebäude neben dem Naturbadesee fertig sein. Der Bauantrag ist gestellt, die Baugenehmigung allerdings noch nicht erteilt. Ist das passiert, sollen die Arbeiten im Norden von Hille möglichst rasch starten. Dann warte der Verein noch auf die Fördermittel des Landes, die 65 Prozent der Projektkosten abdecken. Insgesamt kostet der Neubau der Schulsternwarte des Kreises Minden Lübbecke rund 200.000 Euro. „Für uns ist das eine enorme Verbesserung“, sagt der Vereinsvorsitzende. Allein die astronomische Ausstattung sei deutlich größer als am jetzigen Standort in der Mindener Innenstadt. Außerdem ist der Himmel über Mindenerwald nachts deutlich dunkler als in der City, wo Straßenbeleuchtung oder Lichtreklame die Sternenfreunde bei ihren Beobachtungen beeinträchtigen können. Auf den Umzug in den Hiller Norden freuen sich der Sternwartenchef und seine Mitglieder schon sehr. Ziel des Vereins Schulsternwarte Minden-Lübbecke ist die astronomische Volksbildung. Deshalb pflege man enge Kontakte zu den Schulen im Mühlenkreis. „Auch zur VHS“, sagt Michael Meister. Grundsätzlich seien die Sternfreunde aber für jeden Ansprechpartner, die sich für Astronomie interessieren. So werde der Verein beispielsweise zu Tagen der offenen Tür laden, um sich der breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Dass die künftige Sternwarte in unmittelbarer Nähe zum Naturbadesee liegt, sei ein Synergieeffekt. Am Standort werden die räumlichen Bedingungen deutlich ausgebaut, um die Freude an der Astronomie zu fördern.

So wird sich am Donnerstag die Sonnenfinsternis über dem Mühlenkreis abspielen

Am Donnerstag wird ein Teil der Sonne verdeckt. © imago stock&people

Hille. Nur zu 15 Prozent schiebt sich der Mond am Donnerstag vor die Sonne, sagt Schulsternwarte-Vorsitzender Michael Meister im MT-Gespräch. Er spricht von einem kleinen Ring, der sich darüber legt. „Das sieht etwa aus wie der kleine Biss in einen Keks.“ Dringend rät der Hobbyastronom allerdings davon ab, das seltene Himmelsspektakel mit dem bloßen Auge zu verfolgen. Das Licht könnte zu schweren Verletzungen und sogar zur Blindheit führen. Nur eine Sonnenfinsternisbrille biete den nötigen Schutz. Die war im Sommer 1999 ein Verkaufsschlager, als sich der Erdtrabant komplett vor die Sonne schob. Möglicherweise gibt es sie auch jetzt beim Optiker.

Michael Meister hat eine solche Schutzbrille und wird am späten Vormittag in den Himmel schauen. Um 11.30 geht es los, der Höhepunkt ist eine Stunde später erreicht und um 13.30 Uhr ist auch schon wieder alles vorbei. „Wer es nicht weiß, wird das nicht wahrnehmen“, sagt der 49-Jährige. Anders als bei der totalen Sonnenfinsternis vor fast 22 Jahren tritt keine spürbare Dämmerung ein und auch die Tierwelt nimmt seinen Worten zufolge keine Notiz. Am 11. August 1999 hingegen hatten mittags beispielsweise die Vögel zur Nachtruhe gezwitschert.

Je weiter im Norden das Ereignis verfolgt wird, umso intensiver ist die kommende Sonnenfinsternis. Die Zentralzone liegt nach Worten des Experten über dem Nordpol und dem Norden von Kanada. Aber selbst dort wird es nicht zappenduster, nur der Ring über der Sonne fällt intensiver aus.


Wie selten ist überhaupt eine Sonnenfinsternis? Sie kommt nach Angaben des Sternwartenchefs in Mitteleuropa durchschnittlich alle drei Jahre vor. Dann allerdings überwiegend nur partiell. Schon am 25. Oktober 2022 tritt der Mond erneut vor die Sonne. „Dann zu etwa 30 Prozent“, sagt Michael Meister. Selbst das würde nicht dazu führen, die Pflanzen- und Tierwelt zu irritieren. Allerdings schlage für jeden Astronom eine besondere Stunde. Schon jetzt steht für ihn fest, die Sonnenfinsternis 2022 von der neuen Sternwarte in Mindenerwald aus zu verfolgen. Dann sollte das Gebäude neben dem Naturbadesee fertig sein.

Die nächste Sonnenfinsternis am 25 Oktober 2022 könnte schon von der neuen Schulsternwarte in Hille aus beobachtet werden. Foto: Michael Behnisch/pr - © pr
Die nächste Sonnenfinsternis am 25 Oktober 2022 könnte schon von der neuen Schulsternwarte in Hille aus beobachtet werden. Foto: Michael Behnisch/pr - © pr

Der Bauantrag ist gestellt, die Baugenehmigung allerdings noch nicht erteilt. Ist das passiert, sollen die Arbeiten im Norden von Hille möglichst rasch starten. Dann warte der Verein noch auf die Fördermittel des Landes, die 65 Prozent der Projektkosten abdecken. Insgesamt kostet der Neubau der Schulsternwarte des Kreises Minden Lübbecke rund 200.000 Euro. „Für uns ist das eine enorme Verbesserung“, sagt der Vereinsvorsitzende. Allein die astronomische Ausstattung sei deutlich größer als am jetzigen Standort in der Mindener Innenstadt. Außerdem ist der Himmel über Mindenerwald nachts deutlich dunkler als in der City, wo Straßenbeleuchtung oder Lichtreklame die Sternenfreunde bei ihren Beobachtungen beeinträchtigen können.

Auf den Umzug in den Hiller Norden freuen sich der Sternwartenchef und seine Mitglieder schon sehr. Ziel des Vereins Schulsternwarte Minden-Lübbecke ist die astronomische Volksbildung. Deshalb pflege man enge Kontakte zu den Schulen im Mühlenkreis. „Auch zur VHS“, sagt Michael Meister. Grundsätzlich seien die Sternfreunde aber für jeden Ansprechpartner, die sich für Astronomie interessieren. So werde der Verein beispielsweise zu Tagen der offenen Tür laden, um sich der breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Dass die künftige Sternwarte in unmittelbarer Nähe zum Naturbadesee liegt, sei ein Synergieeffekt. Am Standort werden die räumlichen Bedingungen deutlich ausgebaut, um die Freude an der Astronomie zu fördern.

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